Im Gespräch mit Christine Bösel - Wertepodcast für Gesellschaft, Wirtschaft sowie Politik

Shownotes

` Zu Gast: Christine Bösel, Vorstandsmitglied der Academie Kloster Eberbach, Marketing- und LinkedIn-Expertin
Im Gespräch mit: Sebastian Labonte und Lukas Prandzioch

Was Sie in dieser Folge erwartet

Was hat eine Laufrunde am Sonntagmorgen mit Meditation zu tun, und was eine Businessparty mit wertebasierter Arbeit in den sozialen Medien?

Christine Bösel ist in Mainz geboren, in Kostheim aufgewachsen und mit acht Jahren nach Martinsthal gekommen, wo ihr Vater mit 27 Jahren Bürgermeister geworden war. Sie erzählt, warum ihr der Rheingau eine Zeit lang zu eng wurde, warum sie erst gehen musste, um glücklich wiederkommen zu können, und was sie an der Bodenständigkeit der Menschen hier schätzt.

Ihr Weg in die Academie Kloster Eberbach beginnt mit ihrer ersten Stelle in einem Pharmaunternehmen, in den harten Jahren nach der Gesundheitsreform von 1993. Daraus wuchs die Überzeugung, dass es Werte in Wirtschaft und Gesellschaft braucht, die über das bloße Geldverdienen hinausgehen. Seit 2006 ist sie Mitglied, seit Ende 2024 im Vorstand.

Sie spricht über das Laufen als Meditation und über eine Vierergruppe, die sich beim Laufen gegenseitig beruflich gecoacht hat, über den Kirchgang ihrer Kindheit als erste Schule der Stille und über ihre Erinnerungen an ein Kloster Eberbach, das vor 40, 50 Jahren noch lange nicht so erstrahlte wie heute. Dazu kommen ein Abend mit Friedrich Merz und ein paar Blumen aus dem Garten, die in der Meditation um das Kreuz gelegt werden.

Im zweiten Teil geht es um ihre Arbeit auf LinkedIn: warum die Academie nur organisch wächst, was hinter der Artikelserie „Wertereise“ steckt, was Vertrauen für sie bedeutet und wie ihr „4 plus 1“-Programm aufgebaut ist. Zum Schluss verrät sie, welches Vorhaben aus dem Beitrag „Die Academie wird weiblicher“ entstanden ist.

„Die Academie ist gegründet worden, damit wir immer noch daran denken, dass das Kloster Eberbach mehr war und mehr sein soll als einfach schöne, tolle Mauern.“
— Christine Bösel, mit einem Wort von Marcus M. Lübbering

„Um jemandem zu vertrauen, spreng ich ja viele Grenzen, manchmal sogar die von Rationalität und Kontrolle.“
— Christine Bösel

„Für mich tatsächlich ist das Laufen ein Stück weit Meditation.“
— Christine Bösel

Kapitelmarken

00:00 — Begrüßung und Rückblick auf die Aufnahme mit Roland Koch
01:17 — Zu Gast in Martinsthal: Christine Bösel und ihre Arbeit im Vorstand
02:55 — Geboren in Mainz, aufgewachsen in Kostheim und Martinsthal
04:44 — Jugend im Rheingau und der Weg hinaus
06:52 — Was den Rheingau ausmacht
08:18 — Heimat, Werte und der Weg in die Academie
11:09 — Laufen als Meditation und eine Vierergruppe im Coaching
14:18 — Meditation, Kirchgang und das Verweilen in der Stille
17:18 — Erinnerungen an das Kloster Eberbach
19:05 — Friedrich Merz im Kloster und Blumen ums Kreuz
20:49 — Die Academie auf LinkedIn: Arbeit im Team
25:38 — Wie Werte und Social Media zusammenpassen
28:20 — Die Idee hinter der Wertereise
32:57 — Was Vertrauen bedeutet
34:33 — Vom Marketingstudium zu LinkedIn und Dirk Kreuter
38:23 — Das „4 plus 1“-Programm
40:03 — Die ideale Zukunft der Academie
43:25 — Ausblick: Die Academie wird weiblicher
45:24 — Offene Türen, offener Diskurs
47:18 — Eine Frage an die Zuhörer, Termine und Abschied

Im Gespräch erwähnt

Personen

  • Christine Bösel — unser Gast, Vorstandsmitglied der Academie Kloster Eberbach.
  • Marcus M. Lübbering — Vorsitzender der Academie; von ihm stammen die Wochenimpulse und der Satz von den „schönen, tollen Mauern“.
  • Edgar Salzmann — stellvertretender Vorsitzender der Academie; mit ihm hat Christine Bösel ein Einführungsseminar in die Meditation gegeben.
  • Roland Koch — ehemaliger hessischer Ministerpräsident und Gast der vorigen Aufnahme; unter ihm wurde das Kloster nach Christine Bösels Erinnerung aufwendig instand gesetzt.
  • Friedrich Merz — sprach 2018 im Kloster Eberbach über die transatlantische Wertegemeinschaft, lange vor seiner Zeit als Bundeskanzler.
  • Horst Seehofer — als Bundesgesundheitsminister verantwortlich für die Gesundheitsreform, die Christine Bösels ersten Arbeitgeber traf.
  • Dirk Kreuter — Verkaufstrainer, heute in Dubai; bei ihm hat Christine Bösel den Mut gefunden, die Academie ins Rampenlicht zu bringen.
  • Hildegard von Bingen — ihr soll im kommenden Jahr ein Seminar der Academie gewidmet sein.
  • Bernhard von Clairvaux — von ihm ging die Gründung des Klosters Eberbach aus, dessen Geist die Academie lebendig halten will.
  • Gerda Russler — bringt zur Meditation Blumen aus dem Garten mit und legt sie um das Kreuz (Schreibweise des Namens nicht geprüft).

Institutionen und Initiativen

Orte und Begriffe

  • Martinsthal — Ortsbezirk von Eltville am Rhein, Christine Bösels Heimat und Ort der Aufnahme.
  • AKK-Gebiete — Amöneburg, Kastel und Kostheim, früher Mainz, nach dem Krieg Wiesbaden zugeschlagen; in Kostheim ist Christine Bösel aufgewachsen.
  • Gesundheitsstrukturgesetz — die Reform, die 1993 viele Pharmaunternehmen zum Sparen zwang; im Gespräch „Gesundheitsreformgesetz“ genannt.
  • Maranatha und Gehmeditation — Formen der Meditation, die Sebastian Labonte anspricht.
  • Die Wertereise — Christine Bösels Artikelserie über Mission, Vision und Werte der Academie.
  • Vertrauen und Zuversicht — das Jahresthema der Academie in diesem und im kommenden Jahr.
  • Mainz, Wiesbaden, Frankfurt, Geisenheim und Dubai — weitere Orte, die im Gespräch vorkommen.

Über die Academie Kloster Eberbach

Die Academie Kloster Eberbach versteht sich als Raum für Denken, Glauben und persönliches Wachstum. Sie steht auf christlichem Fundament und ist offen für alle, die gelebte Spiritualität im Alltag suchen. Eberbacher Stimmen ist ihr Podcast.


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Fragen, Anregungen und Themenwünsche: info@kloster-academie.de
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Transkript anzeigen

00:00:00: Herzlich willkommen, liebe Zuhörer und Zuhörerinnen. Wir begrüßen euch mal wieder an einem ganz besonderen Ort.

00:00:06: Ich habe einen wunderbaren Blick in den schönen Rheingau, aber zunächst herzlich willkommen, lieber Lukas.

00:00:13: Herzlich willkommen.

00:00:14: Wie geht es dir? Wie hast du unsere letzte Aufzeichnung verkraftet?

00:00:19: Mir geht es wunderbar bei diesem sehr, sehr schönen Ausblick.

00:00:22: Und ja, die letzte Aufzeichnung war sehr beeindruckend.

00:00:26: Der letzte Podcast, den wir aufgenommen haben, hat mit Roland Koch stattgefunden.

00:00:30: Das heißt, wer die Folge noch nicht gesehen hat, sollte das unbedingt nachholen und vielleicht, um ein bisschen aus dem Nähkästchen zu plaudern, was mich am meisten begeistert hat, ist tatsächlich außerhalb der Aufnahme passiert, nämlich diese wahnsinnig persönliche Art von Roland Koch Menschen auf Augenhöhe zu behandeln, trotz so einem reputativ wertvollen Werdegang, das war wirklich sehr, sehr charakterlich, sehr, sehr beeindruckend.

00:00:58: Und ich finde es immer wieder beeindruckend, wie er einen dann persönlich, auf dieser persönlichen Note abholen kann.

00:01:02: Auch wenn wir hier jetzt öffentlich gesprochen haben, aber es war ja doch auch sehr persönlich teilweise.

00:01:07: Nun wollen wir den Zuhörern und Zuhörerinnen bitte verraten, wo wir uns heute befinden und wer hier vor uns sitzt und wer uns so köstlichst verköstigt.

00:01:17: Ja, wir sitzen hier im wunderschönen Rheingau. Darf man den Ort sagen?

00:01:22: Wir sind in Martinsthal mit wunderbaren Weinbergen vor uns und wir sitzen hier mit niemand Geringerem als unserer Social-Media-Expertin Christine Bösel.

00:01:33: Christine, schön, dass du hier bist.

00:01:35: Ja, vielen Dank für die Einladung und schön, dass wir das heute aufzeichnen können.

00:01:40: Herzlich willkommen auch von meiner Seite und du bist ja nicht nur für Social-Media zuständig, das ist so ein bisschen deiner Vita geschuldet, da kommen wir gleich zu,

00:01:47: Sondern du bist ja auch wirklich langjährigstes Vorstandsmitglied. Ich glaube, im Vorgespräch hast du gerade gesagt, seit 2006 bin ich Mitglied in der Academie Kloster Eberbach. Genau, richtig.

00:01:59: Und seit wann im Vorstand tätig und wie sieht deine Arbeit aus dort?

00:02:03: Also im Vorstand bin ich jetzt seit Ende 2024 und die Arbeit geht von der Vorbereitung der Eberbacher Impulse vor Ort im Kloster bis hin zu den Ankündigungen auf Social Media

00:02:25: und eben auch am Rande zu schauen, ob wir Förderungen rekrutieren können.

00:02:34: Und ja, von daher ist das Aufgabengebiet sehr, sehr vielfältig, sehr breit

00:02:41: und kommt meiner Hands-on-Mentalität sehr entgegen.

00:02:46: Also man macht eigentlich alles.

00:02:48: Absolut, die gute Seele, will ich fast sagen, weil auf jeder Veranstaltung bist du zugegen

00:02:52: und immer mit helfenden Händen unterstützend unterwegs.

00:02:55: Bevor wir da jetzt weiter auf die konkreten Aufgaben

00:02:58: und deine Tätigkeiten im und für die Akademie kommen,

00:03:01: würde ich ganz gern der Zuhörerschaft gerne dich persönlich vorstellen.

00:03:07: Du bist, glaube ich, wenn ich jetzt richtig informiert habe,

00:03:10: bin die Einzige in der Akademie Kloster Eberbach,

00:03:13: die mehr oder weniger, ein bisschen Zeitverzug gebürtig,

00:03:16: will ich fast sagen, hier aus dem schönen Rheingau kommt.

00:03:19: Das ist richtig.

00:03:21: Ich sage ja immer so mit einem Schmunzeln, ich habe einen Migrationshintergrund.

00:03:26: Also ich bin in Mainz geboren und die ersten acht Jahre in Kostheim aufgewachsen.

00:03:33: Das sind die berühmten AKK-Gebiete, die eigentlich früher zu Mainz gehört haben

00:03:40: und nach dem Krieg eben Wiesbaden zugeschrieben wurden.

00:03:45: Und bin dann mit acht Jahren hier nach Martinstal gekommen.

00:03:50: Und das ist dem geschuldet, dass mein Vater 1967, also ein Jahr nach meiner Geburt, hier Bürgermeister geworden ist.

00:04:00: Er war seinerzeit mit 27 der jüngste Bürgermeister überhaupt, zumindest in Hessen.

00:04:09: Und wir sind dann 1974 nachgezogen, weil bekanntermaßen natürlich die Bürgermeister immer gerne am Ort angesiedelt sind, um eben einfach auch viel mitzubekommen und zum Anfassen zu sein und einfach zur Dorfgemeinschaft oder Stadtgemeinschaft dazugehören.

00:04:31: Demnach bist du hier wirklich tief verwurzelt und so wie ich das jetzt hier verstehe, sind wir auch in deinem Elternhaus auf der Terrasse.

00:04:39: Wir entschuldigen uns jetzt schon für irgendwelche Vogelgezwitscher aus dem schönen Rheingau, aber genießen Sie es doch vielleicht einfach.

00:04:44: Das heißt, wie kann ich mir das vorstellen, als junge Dame, Papa ist Bürgermeister, ist hier aufzuwachsen in dieser Idylle, inmitten von grünen Weinbergen, dem schönen Wald, dieser Idylle des Rheines. Wie war das?

00:05:02: Also es war eine sehr schöne Zeit, insbesondere weil man als junger Mensch hier im Rheingau unheimlich viele Kontakte hat und einfach der Rheingau in sich sehr verbunden ist.

00:05:19: Also dadurch, dass ich in Geisenheim auf der Schule war, St. Ursula Schule und das Rheingau-Gymnasium neben dran lag, kannte man also so mindestens die drei Jahrgänge unter und überein.

00:05:33: Es waren ja damals dann schon 300 bis 600 Leute, die man an zwei Schulen kannte und von daher ist man als junger Mensch hier eigentlich gut aufgehoben, aber dadurch, dass mein Vater, meine Eltern beide relativ bekannt waren, ist natürlich auch jede kleine Episode, die die Eltern in einem gewissen Alter eben nicht unbedingt mitbekommen sollen,

00:06:00: Ist natürlich auch immer bei meinen Eltern gelandet. Von daher war das lange Zeit mit sehr gemischten Gefühlen. Auf der einen Seite liebe ich den Rheingau bis heute, aber eine Zeit lang war es mir dann nach hier auch einfach zu eng und um jetzt glücklich wiederkommen zu können, musste ich erst mal ein paar Jahre auch wieder raus hier aus der kleinen Gemeinde Martinsthal.

00:06:28: Ich habe dann lange in Mainz gewohnt, war in Frankfurt lange tätig, habe auch Auslandsjahre gemacht, sowohl im Studium als dann auch später beim Arbeiten und dann kann man gut zurückkommen und kann diese Nähe und diese Verbundenheit hier im Rheingau gut genießen, zumindest trifft das auf mich zu.

00:06:52: Das ist spannend, was du erzählst. Und wenn du jetzt die Unterschiede zwischen dem Rheingau und anderen Orten beobachtet hast, was würdest du denn sagen, zeichnet speziell den Rheingau aus?

00:07:03: Der Rheingau ist von den Menschen her sicherlich eine sehr aufgeweckte Region und was ich an den Menschen hier besonders schätze ist die Bodenständigkeit. Also gerade der Weinbau ist ja etwas, was unsere Region sehr prägt, aber auch über das Ansehen, also dadurch, dass wir hier Weinberge haben hinaus, ist halt auch die Arbeit damit verbunden,

00:07:32: Dass die Weinbauern, Winzer wirklich noch die eigene Knolle rumdrehen, um ihr Geld zu verdienen. Und das ist ein anderes Verhältnis zu Arbeit, Geld, Einkommen, Reichtum und Wohlstand als vielleicht in einer Finanzmetropole wie in Frankfurt.

00:07:54: Und das schätze ich sehr, dass auch die Menschen, soweit sie in unterschiedlichen Positionen, Ehrenamt oder auch politischen Funktionen weitergekommen sind, immer noch eine sehr starke Verbundenheit und eine sehr gute Bodenständigkeit bewahren.

00:08:13: Und das schätze ich wirklich sehr am Rheingau und seinen Menschen.

00:08:18: Wie weit hat dich das, was du jetzt gerade beschrieben hast, über diese Attribute deiner Heimat, möchte ich sagen,

00:08:24: das hat dich geprägt bis zum heutigen Tage, vielleicht auch, um da eine Brücke zu bauen, zum Kloster Eberbach, wie du dazugekommen bist?

00:08:31: Ich meine, du bist hier in der Gegend der deutschen Burgen und Kloster, Klöster auch.

00:08:39: Wie kam es dazu zum Kloster Eberbach? Du hattest die freie Wahl und wir sind eine Werteakademie, Kloster Eberbach.

00:08:46: Also die erste Frage hingehend, wie weit hast du hier Werte in deiner Jugend, in deiner Kindheit aufgesaugt, die dich heute noch prägen?

00:08:53: Also seitdem ich jetzt hier wieder im Elternhaus bin, ist mir das noch sehr viel bewusster geworden, wie stark meine Heimatliebe ist, die ich an sich mit meinem Vater so kennengelernt habe.

00:09:06: Als junger Mensch, als Kind konnte ich das noch gar nicht so verstehen. Heute kann ich ihn da sehr gut verstehen.

00:09:14: Und für mich dann die Entscheidung, in die Academie Kloster Eberbach zu gehen, war tatsächlich sowohl der beruflichen Vita meines Vaters als auch meiner eigenen geschuldet.

00:09:28: Ich selbst habe 1993 angefangen zu arbeiten in der Phase, als es ein Gesundheitsreformgesetz gab unter Horst Seehofer, das dazu geführt hat, dass viele Pharmaunternehmen und ich war in einem Pharmaunternehmen, enorme Einbußen hatten, BASF 30 Prozent.

00:09:53: Das ging wirklich reihum und in dem Unternehmen, in dem ich gearbeitet habe, ist also der gesamte Innendienst freigesetzt worden und ist einem größeren Unternehmen angegliedert worden.

00:10:09: Und die zwei Jahre, die dem vorausgingen und das war tatsächlich mein erster Arbeitsplatz, die waren im Unternehmen sehr, sehr anstrengend und natürlich da waren Familienväter dabei, die Sorge hatten, ihre Familie weiter durchzubringen und da wurde also wirklich auch mit harten Bandagen gekämpft.

00:10:33: Und das war dann letztendlich die Entscheidung damals, dass es sowas in unserer Gesellschaft braucht. Also einfach Werte in Wirtschaft und Gesellschaft, die über das bloße Geldverdienen hinausgehen und die unser Handeln und das Miteinander auch im beruflichen Kontext stärker prägen, als nur so eine Zweckgemeinschaft zu sein.

00:11:03: war dann der Eintritt in die Academie Kloster Eberbach.

00:11:09: Dann will ich nochmal auf die persönliche Note kommen.

00:11:14: Ich weiß persönlich, wer dich auch verfolgt und ein bisschen kennt,

00:11:17: dass du auch total sportlich aktiv bist.

00:11:19: Also du richtest deine Urlauber auch aus.

00:11:20: Wo kannst du am besten die längsten, schönsten Läufe ausrichten?

00:11:24: Wie bist du dazu gekommen?

00:11:26: Wenn ich mich hier umgucke, also hier Langlauf,

00:11:28: das stelle ich mir ziemlich anstrengend vor.

00:11:31: Genau. Also hier mache ich auch eher in der näheren Umgebung von dem Haus aus kürzere Strecken, weil hier immer viel Steigung mit im Spiel ist.

00:11:42: Aber wir haben ja den schönen Rhein und da hat man immer eine hervorragende Strecke. Das ist drei Kilometer von hier, also das geht.

00:11:50: Und für mich tatsächlich ist das Laufen ein Stück weit an Meditation.

00:11:59: Also gerade als ich beruflich noch viel stärker eingebunden war, als ich das heute bin,

00:12:06: waren die Sonntage ab 10 Uhr für mich immer geblockt.

00:12:11: Und da habe ich dann im Prinzip die letzte Woche die vergangenen Tätigkeiten im Prinzip Revue passieren lassen

00:12:22: und habe mich dann schon auf die nächste Woche vorbereitet.

00:12:26: Bin auch an ein paar Stellen sicherlich sehr kritisch mit mir zu Gericht gegangen und wir hatten auch eine Zeit lang eine Vierergruppe an Läufern, also drei Männer und ich aus verschiedenen Bereichen, die dann während des Laufens so ein gegenseitiges berufliches Coaching gemacht haben.

00:12:48: Also auch das zählt zu diesen Erfahrungen dazu, also sowohl dieses Alleinelaufen mit meditativen Charakter als auch diesen Coaching-Charakter und vor allen Dingen mit dem Austausch auch über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen.

00:13:05: Hast du da vielleicht eine Geschichte, über was ihr da so gesprochen habt, wenn ihr zu viert unterwegs wart?

00:13:12: Oh, da haben wir über sehr viele Bereiche gesprochen. Also einer unserer Mitkameraden war dann tatsächlich bei der Agentur für Arbeit, ein anderer war bei der Deutschen Bank im IT-Bereich tätig und alle Bereiche meiner eingeschlossen, ich war im Marketing oder bin im Marketing unterwegs, ist natürlich mit hohem Druck verbunden.

00:13:37: Und da ging der Austausch tatsächlich sehr, sehr oft darum, wie man mit diesem Druck gut umgehen kann und sich eben wieder erdet.

00:13:50: Und ein Teil unserer gemeinsamen Strategie war eben tatsächlich dieses Laufen, was manchmal auch schweigend stattfinden konnte, aber halt auch, wie eben erwähnt, im Diskurs, im gegenseitigen Austausch, um eben vielleicht sich auch bei den anderen was abzugucken oder vielleicht einfach den anderen auch mal einen Tipp zu geben, einen Rat zu geben. Also das war eine durchaus sehr prägende Erfahrung.

00:14:18: Nun hast du es gerade schon selber so ein bisschen angeteasert, dass das Sportliche bei dir auch, also gerade dieser Langlauf, dieses intensive Langlaufen, bei dir auch meditativen Charakter hat.

00:14:28: Nun wissen wir und unsere Zuhörer auch, dass das bei uns auch ein Thema ist, die Meditation, nicht zuletzt durch Marcus, unseren Vorsitzenden, der das als sein Thema mit in die Akademie reingebracht hat.

00:14:41: Entschuldigung, wie weit ist das, ich meine, du kannst meditieren, ich war jetzt vor ein paar Wochen in dem schönen Einführungsseminar,

00:14:50: was du mit Edgar Salzmann zusammengegeben hast, was wirklich schön war, was wirklich Genuss war.

00:14:57: Und da hast du es auch schon so ein bisschen angeteasert, wie lange du meditierst.

00:15:02: Ich glaube, du weißt, was du da gesagt hast.

00:15:04: Vielleicht würdest du uns das auch nochmal so erklären, weil ich will darauf hinaus,

00:15:07: Es gibt ja nicht nur die eine meditative Situation, dass man sich hinsetzt, im Schneidersitz und dann muss man die Augen zumachen.

00:15:13: Man sollte im Idealfall Maranatha sich hoch und runter sagen.

00:15:16: Das ist es ja nicht alleine. Es gibt ja noch ganz viele andere Arten.

00:15:20: Ich habe es selber erleben dürfen mit der Gehmeditation. Das geht dann so in die Richtung von dir mit dem Langlauf.

00:15:25: Ja, also wie ist das für dich vergleichbar? Ist das das Ähnliches oder liege ich komplett falsch?

00:15:32: Nee, du liegst komplett richtig. Und zwar dadurch, dass ich in einem katholischen geprägten Elternhaus groß geworden bin, sind wir eben regelmäßig von meinen Eltern nicht in den Gottesdienst geschickt worden, sondern wir sind alle immer in den Gottesdienst gegangen.

00:15:50: Meine Eltern noch sehr viel mehr als ich. Und das war für mich so die erste Erfahrung im Sinne einer Meditation. Das habe ich aber damals nicht erkannt, sondern eigentlich jetzt erst sehr spät rückwirkend, dass ich manchmal denke, der Kirchenbesuch würde auch Kindern wieder sehr viel mehr gut tun.

00:16:16: Und auch dieses Üben, mal stillzusetzen, sich auf was zu konzentrieren, also das haben wir damals gelernt und das hat auch immer mal wieder so eine Einkehr bewirkt.

00:16:31: Vielleicht hat man auch nicht immer unbedingt der Predigt jetzt so nur gelauscht, aber man ist doch immer sehr in sich gegangen und dann bin ich ja später im Marketing tätig gewesen und habe diese Spur also so ein ganzes Stück weit verlassen und bin jetzt über die Akademie wieder sehr viel stärker in diesen Meditationsbereich, in dieses Stillhalten, also nicht Aushalten,

00:17:00: sondern mal verweilen und sich einlassen auf die Stille gekommen.

00:17:04: Jetzt seit sehr intensiv, seit über zwei Jahren.

00:17:08: Und ja, das ist für mich ein Teil, der einfach nicht mehr wegzudenken ist

00:17:16: und der mir einfach sehr wichtig geworden ist.

00:17:18: Weil du jetzt schon so lange aktiv bist in der Akademie,

00:17:22: was ist denn so die schönste Erinnerung einmal ans Kloster an sich vielleicht,

00:17:27: also ans Kloster Eberbach, vielleicht auch aus der Kindheit?

00:17:30: Und was ist so die Veranstaltung gewesen, die dir in Erinnerung geblieben ist, an die du dich am liebsten erinnerst aus der Akademie?

00:17:38: Ja, also als Kind kann ich mich eben sehr gut noch erinnern, dass das Kloster heute in einem Glanz erstrahlt, das es vor 40, 50 Jahren eben einfach noch nicht hatte.

00:17:53: Ja stimmt, du kennst das ja noch als totale Ruine.

00:17:55: Ja, das war im Prinzip alles sehr einfach. Also dort, wo jetzt das Hotel ist, das war wirklich ein Schuppen mit so heruntergekommenen Türen und der ganze Weg, das war eigentlich mehr so Sandbauschutt.

00:18:12: Also nicht besonders, also schon gepflegt, sauber, aber jetzt kein Vergleich zu heute. Und dann wurde das Kloster ja in einem aufwendigen Vorgang damals, glaube ich, tatsächlich unter Roland Koch ja mit erheblichen Mitteln eben wieder instand gesetzt,

00:18:36: sodass wir, glaube ich, eine der schönsten Zisterzienser-Anlagen in ganz Europa hier im Rheingau unser eigen nennen dürfen oder Gemeinschaftsbesitz ist.

00:18:50: Also das ist die Erinnerung so an sich ans Kloster.

00:18:54: Also jedes Mal, wenn ich hinkomme, kann ich das so richtig genießen.

00:18:57: Also wirklich im positiven Sinne, wie toll das alles geworden ist.

00:19:05: Eine gute Erinnerung an Veranstaltungen, also das ist, ja, also einmal muss ich tatsächlich sagen, war ich bei einem Vortrag, da war der Friedrich Merz zum Transatlantischen Bündnis im Kloster Eberbach und hat für die Akademie gesprochen.

00:19:27: Das war also wirklich ein sehr herausragendes Ereignis, da eben zu lauschen und ihn auch mal persönlich zu erleben.

00:19:36: Das war also noch sehr lange vor seiner Zeit jetzt als Kanzler.

00:19:42: Und es gibt aber auch fernab von großen Namen auch immer wieder die Begegnungen in den Meditationen,

00:19:52: Wenn dann die Gerda Russler auch mal ein paar Blümchen aus dem Garten mitbringt und die ums Kreuz drum herum legt und das dann einfach dieses Kreuz nochmal anderes erstrahlen lässt.

00:20:04: Das ist genauso wichtig und schön wie der Besuch von namhaften Rednern. Also beides ist sehr, sehr herzerwärmend.

00:20:18: Wann war das mit Herrn Merz?

00:20:21: Das muss in der Zeit zwischen 2016 und 2019 gewesen sein. Ungefähr so 2018 schätze ich tatsächlich.

00:20:32: Das war mit Sicherheit auch ein spannender Vortrag, das glaube ich.

00:20:34: Das war Wahnsinn, ihn live zu erleben, einfach ohne Zettel, wie er da gesprochen hat.

00:20:42: Also das ist dann schon sehr beeindruckend, so eine Persönlichkeit eben mal live erleben zu dürfen.

00:20:51: Jetzt würde ich anfangen überzuleiten in dein berufliches Leben, aber ich habe, glaube ich, eine ganz gute Brücke, denn wer uns auf LinkedIn verfolgt und irgendwas über die Academie Kloster Eberbach wissen möchte, der ist dort am besten aufgehoben, neben der Homepage. Und das ist eigentlich komplett allein dein Verdienst.

00:21:14: Ja, da haben schon auch viele andere fleißig mitgewirkt. Also da bin ich wirklich froh, dass ich in der Akademie da so einen Funke habe überspringen lassen. Also der Marcus ist da total dabei und auch der Edgar und alle anderen halt in dem Rahmen, wo sie sich im Moment zutrauen.

00:21:35: Natürlich sind alle Dinge dann immer ausbaufähig, aber uns ist es ja auch wichtig, dass jeder das freiwillig in der Akademie übernimmt, was er gerne möchte und was zu ihm passt. Und es passt eben nicht jede Rolle zu jedem, von daher ist es optimal im Team gespielt, so wie es aktuell ist.

00:21:53: Ja, besser hätte ich es jetzt nicht formulieren können. Aber wer dort den Account liest und verfolgt, kennt deine Artikel der Wertereise. Und ich genieße die so sehr zu lesen, weil es eben nicht so dogmatisch christlich ist, sondern man liest eigentlich fast in jedem Wort, in jedem Satz erkennt man die Werte, die du darüber bringen möchtest, aber es ist einfach so schön bedacht gewählt.

00:22:20: Die Worte so schön bedacht gewählt. Wie passt das so zusammen? Das hilft mir, weil ich bin auch Social Media erfahren, ich habe auch Fernsehsender führen dürfen im kleinen Rahmen, aber ich kenne diese Medienbranche und da begegnet einem sehr, sehr selten ein Charakter, wie du ihn hier hast.

00:22:41: Ja, das ist sicherlich eine Prägung durch vielfältige Erfahrungen in meinem Leben, aber es ist auch die Verschmelzung zwischen, wir haben hier eine tolle Gemeinschaft, wir verfolgen große Ziele, also große Ziele auch im Kleinen.

00:23:05: Die müssen nicht immer so publik das ein, aber im Prinzip kennt die Akademie noch zu wenig Menschen und das treibt mich halt total an, dass wir Inhalte und Veranstaltungen mit so viel Tiefgang haben.

00:23:23: Jede einzelne Meditation mittwochs in Präsenz hat eine ganz hervorragende Tiefe. Und mein Antrieb ist einfach, diese Option mehr Menschen zugänglich zu machen, indem ich das eben bekannt mache.

00:23:43: Und dann verbinde ich eben noch gerne die Gedanken von Mission, Vision, Strategie, Zielen, die wir eben brauchen, um uns zu orientieren für unsere Zukunft, also diesen Zukunftsschritt zu wagen und auch die Zukunft des Vereins zu gestalten.

00:24:06: Wir könnten uns natürlich auch mit dem Status Quo zufrieden geben, aber das möchten wir ja alle nicht, sondern da wir eben bemerken, wie hoch der Bedarf nach Besinnung, nach Einkehr, nach innerer Haltung und Werten ist,

00:24:24: Möchten wir einfach dafür sorgen, dass mehr Menschen davon erfahren, ob in Meditation völlig ohne Verpflichtungen zu uns zu kommen oder dann auch irgendwann vielleicht Mitglied zu werden oder sich auch mal bei uns in einem Führungsseminar mit den eigenen Werten und der Haltung bei Führung auseinanderzusetzen.

00:24:50: Also diese ganze Bandbreite ist uns eben wichtig und auch eben den Zugang zu ermöglichen und das geht eben nur, indem wir die Akademie bekannt machen und weil ich weiß, dass wir da so ein tolles Fundament haben, fällt es mir eben total leicht eben auch auszugehen und die Ideen, die wir gemeinsam in der Akademie entwickeln, einfach mit nach außen zu tragen.

00:25:17: Und wie gesagt, wir machen das im Team. Jeder hat da seine Aufgabe und findet seinen Bereich. Und ja, wir beginnen uns auch gegenseitig da anzustecken und zu pushen. Also es ist alles genau so, wie es im besten Fall laufen sollte und bei uns tatsächlich auch läuft.

00:25:38: Vielleicht in dem Zusammenhang eine ganz praktische Frage. Ich kenne die Social Media Arbeit auch, aber eher aus dem politischen Bereich und wie passen Werte und Social Media zusammen? Wenn ich mir jetzt beispielsweise die politische Landschaft anschaue, dann ist ja ganz viel, wir wollen um jeden Preis viral gehen, wir brauchen Reichweite und es ist eigentlich egal, wie wir diese Reichweite erreichen, Hauptsache wir erreichen die Menschen.

00:26:01: Und wenn ich mir deine Social Media Arbeit anschaue oder die Social Media Arbeit der Akademie insgesamt, dann ist Werte ja nicht nur etwas, was wir mit unseren Seminaren und Workgroups vermitteln, sondern auch etwas, was sich in der Social Media Arbeit widerspiegelt. Was können denn Leute beachten, die sagen, ja wir wollen Social Media Arbeit machen, aber bitte auch wertebasiert?

00:26:22: Also ein ganz grundlegendes Prinzip ist bei mir, dass wir aktuell nur rein organisch arbeiten. Das heißt, wir sprechen unsere Zielgruppe persönlich an, wir gehen in den persönlichen Austausch, wir schauen, ob wir den Menschen, den wir gegenüber haben, mit unserer Botschaft zu erreichen.

00:26:45: Also nicht jeder Mensch passt auch dann zur Akademie, aber alle die, die Sinn suchen, sind, passen zu uns. Und ich betrachte das immer sehr wie so eine Businessparty, an der ich mich vernünftig vorstelle, auf Augenhöhe mit diesen Menschen kommuniziere.

00:27:05: Aber eben nicht jetzt mit lustigen Memes, um jetzt eine maximale Anzahl von Menschen irgendwie zu erreichen, die dann mal schnell klicken, sondern an sich eher durch meine Serien auch Leute mittel- und langfristig an uns binden.

00:27:25: Also die können uns erstmal kennenlernen, die lesen nach und nach den Post, aber es besteht auch immer die Möglichkeit, sich direkt mit uns auseinanderzusetzen.

00:27:37: Also da ist zum Beispiel die E-Mail angegeben oder man kann mir eine Direktnachricht schreiben, auf die ich reagiere, genauso wie ich umgekehrt Menschen auch anspreche, die irgendwas Besonderes verbreitet haben oder die wir gerne kennenlernen möchten.

00:27:58: Und damit habe ich einfach sehr gute Erfahrungen gemacht, dass wir sind mit Sicherheit nicht die Unternehmensseite und die Leute, die die höchsten Reichweiten haben. Aber ich bin mir sicher, dass die Reichweite, die wir haben, dass die Hand und Fuß hat und dass die eine gesunde Basis für unsere zukünftige Arbeit sein wird.

00:28:20: Da hast du, glaube ich, auch im Rahmen der Wertereise und der Artikel, die du da veröffentlicht, auch einen schönen Artikel geschrieben. Wachstum, nicht der Reichweite wegen, kläre mir nochmal den Kontext dazu. Und was steckt denn hinter, was ist denn die Idee hinter dieser Wertereise?

00:28:40: Also die Wertereise ist im Prinzip unser Ausblick in die Zukunft der Akademie. Auf der einen Seite möchte ich darin unsere Werte vermitteln, also die Grundlagen, die unserer Arbeit zugrunde liegen, aber auch einen Ausblick darüber geben, was wir erreichen wollen mit dem, was wir tun.

00:29:09: Und dabei eben nicht zu stark werbemäßig aufzutreten, sondern wirklich inhaltlich zu punkten bei den Menschen.

00:29:21: Und ja, und da eben die Menschen zu finden, wie ich bereits sagte, die eben gut zu uns passen.

00:29:32: Und Wachstum um jeden Preis möchte ich gar nicht, möchte keiner von uns, weil wir einfach auch immer sehr exklusive Runden haben mit Menschen, mit denen wir uns gerne austauschen, mit denen wir uns aber auch wohlfühlen.

00:29:52: Und da passen eben immer nur bestimmte Menschen dazu. Und die Wertereise soll im Prinzip den Menschen eine Reflexionsfläche geben. Passe ich zu dieser Akademie? Sind das auch meine Werte? Würde ich das genauso sehen?

00:30:12: Wir arbeiten da eben sehr direkt und sehr ehrlich und nicht mit irgendwelchen lustigen Bildern, sondern eben mit Tiefgang und wer mit uns resoniert, der ist herzlich willkommen und wird in der Gemeinschaft jederzeit mit offenem Herzen begrüßt.

00:30:36: Jetzt hast du da schon einige Artikel im Rahmen dieser Wertereise formuliert und auch geteilt.

00:30:42: Was sind denn so die einzelnen Bausteine dieser Wertereise?

00:30:48: Vielleicht kannst du uns da mal mit in die Themen mit rein.

00:30:50: Also als erstes geht es mir um die Mission und Vision, die wir eben für die Zukunft der Akademie haben

00:31:01: Und die uns antreiben, eben überhaupt diese Reichweite aufzubauen. Und an diesen Punkten baut sich im Prinzip die komplette Wertereise auf. Und ergänzt werden dann immer einzelne Aspekte in unterschiedlichen Bereichen.

00:31:19: Aber das Wichtigste ist eben zu zeigen in jedem Punkt, welche Haltung die Akademie insgesamt hat, aber auch zu zeigen, dass wir unterschiedliche Menschen in der Akademie sind.

00:31:38: Das geht dann zum Beispiel dahin auch, dass wir gegenseitig Beiträge kommentieren, zum Beispiel auch die Wochenimpulse von Markus und da auch nochmal andere Aspekte, andere Blickwinkel hinzufügen, um eben auch die Unterschiedlichkeit in der Akademie, aber auch das Willkommen jeden Einzelnen eben aufzuzeigen.

00:32:06: Und mit dieser Wertereise eben auch eine gewisse Entwicklung anzustoßen, die noch lange nicht endet. Also ich weiß noch nicht, welche Themen jetzt nächstes Jahr im Portfolio sein werden.

00:32:24: Also wir haben ja in diesem Jahr das Grundthema in der Akademie Vertrauen und ich weiß eben schon, dass es nächstes Jahr die Zuversicht sein wird und meine Vorstellung ist, nachdem ich eben jetzt in ungefähr 20 Grundartikeln zu Vision, Mission und unseren Zielen und Strategien gesprochen habe,

00:32:44: dass wir dann sicherlich auch dieses Jahresmotto mehr und mehr aufgreifen und auch da noch unterschiedliche Aspekte mit der Wertereise beleuchten.

00:32:57: Du hast gesagt, unser Jahresmotto ist Vertrauen. Was bedeutet denn Vertrauen für dich ganz persönlich?

00:33:05: Vertrauen ist für mich ein sehr hohes Gut und auch etwas, was sehr viel Feingefühl bei Menschen erfordert.

00:33:22: Vertrauen geben ist oftmals gar nicht so einfach und Vertrauen zurückgespielt zu bekommen ist eben ein großes Lob, eine Herzensangelegenheit.

00:33:41: Also um jemandem zu vertrauen, spreng ich ja viele Grenzen, manchmal sogar die von Rationalität und Kontrolle. Das heißt, wenn ich vertraue, gebe ich eben viele dieser Aspekte eben völlig auf.

00:33:59: Und ja, gebe mich im Prinzip blind einem Menschen oder auch einer Institution hin. Also ich weiß einfach, da gibt es eben Rahmenbedingungen, die wir ja beispielsweise in der Wertereise aufgreifen, die dort vorhanden sind und das erzeugt eben dieses Vertrauen.

00:34:28: Und das ist auch das, was wir jetzt mit der Akademie vermitteln möchten.

00:34:32: Vertrauen ist ein gutes Stichwort.

00:34:35: Ich habe mich persönlich schon an dich gewandt und darum gebeten,

00:34:38: dass ich mal in den Genuss einer kleinen Schulung bekomme.

00:34:40: Lukas, ich glaube, du bist da auch dabei, du nix.

00:34:42: Wenn jetzt Leute Interesse haben und gesagt haben,

00:34:48: ach, das hört sich alles gut an und das ist Fundament,

00:34:50: vielleicht auch bei LinkedIn einfach mal gecheckt haben,

00:34:53: was du da geleistet hast, erzähl doch nochmal,

00:34:55: wie bist du in diesen Bereich überhaupt reingerutscht?

00:34:58: Mal kurz skizzieren, das ist auch nicht ganz uninteressant,

00:35:02: auch wirklich interessant gerade für diese Gegend hier.

00:35:04: Und wie kann man Kontakt zu dir aufnehmen am besten?

00:35:07: Also tatsächlich gehöre ich ja, ich habe ja vorhin schon gespoilert,

00:35:12: ich bin 66er Jahrgang, also in meinem Marketingstudium,

00:35:15: da waren wir noch nicht im Online-Bereich unterwegs.

00:35:20: Das habe ich mir dann aber seit 2016 professionell ergänzt in meiner Vita und habe da unglaublich viel dazugelernt.

00:35:33: Auf LinkedIn selbst bin ich seit 2009 unterwegs und habe dann relativ schnell erkannt, dass mit meiner Haltung, mit meinen Werten LinkedIn das beste Medium für uns, also für mich persönlich ist, nicht für uns in der Akademie, weil da gibt es eben auf Instagram ganz tolle Initiativen, die der Lukas gestartet hat,

00:36:00: der also deutlich auch noch einen Altersunterschied zu mir hat und einfach für diese Plattform prädestiniert ist, die für uns genauso eine große Rolle spielt und die genauso erfolgreich in den letzten Jahren eben hochgezogen wurde.

00:36:15: Aber vom Ursprungspublikum sind wir eben eher auf LinkedIn zu Hause, werden jetzt nach und nach ergänzt. Und ja, da hat für mich einfach dieses Bild, dass man dort sehr mit offenem Visier unterwegs ist, dass das im Prinzip ein beruflicher Austausch ist.

00:36:41: Das hat mich in diesen Bann gezogen und ich habe da auch schon echt unglaublich viele Menschen kennengelernt, auch direkte Kontakte geknüpft, wo man normalerweise sagt, an die kommt man aber ganz schlecht ran.

00:36:59: Also angefangen zum Beispiel von Dirk Kreuter, ich komme ja aus dem Marketing, der mittlerweile in Dubai lebt und gar nicht mehr in Deutschland. Also er ist ab und zu hier, also der macht sehr große Vertriebsseminare, bringt den Leuten bei, wie sie eben vertrieblich aufsteigen können in einem sehr starken Marketing- und Vertriebskontext.

00:37:28: Das wäre mir persönlich schon too much.

00:37:32: Aber all das hat trotzdem seine Berechtigung.

00:37:34: Und ich habe in den Gesprächen mit ihm und in den Schulungen, die er für uns gegeben hat, eben schon unheimlich viel gelernt.

00:37:43: Und möchte eben auch die Akademie, die bisher immer so ein bisschen Hidden Champion war, da auch mehr ins Rampenlicht reinbringen.

00:37:53: Also diesen Mut habe ich unter anderem bei ihm kennengelernt und traue mich da auch ein bisschen mehr raus an der Stelle.

00:38:03: Liebe Grüße an der Stelle an ihn. Das ist wirklich ein Power-Buddy.

00:38:08: Ja, der ist tatsächlich richtig gut unterwegs. Er hat dann auch in der Zeit, als ich stärker noch im Marketingclub eingebunden war, ehrenamtlich, hat er da auch für uns ein Seminar gehalten.

00:38:23: Und ich selbst habe eben aus diesen Erfahrungen, die ich auf LinkedIn sammeln durfte seit 2009, ein, ich nenne es 4 plus 1 Programm gemacht.

00:38:36: Das heißt, in einer ersten Session dürfen sich die Teilnehmer mit mir beschnuppern, ob wir zusammenpassen. Das hat dann überhaupt kein Risiko, wer dann nach den ersten 60 Minuten sagt, ach nee, so habe ich mir das jetzt nicht vorgestellt oder es passt nicht so zu mir.

00:39:01: Das ist völlig in Ordnung, dafür mache ich das und führe dann im Prinzip in den folgenden vier Modulen die Menschen in gesunden Kontaktaufbau.

00:39:17: Dann geht es darum, wie man Beiträge schreibt in einer nächsten Station, wie man eine Unternehmensseite aufbaut und wie man schlussletztendlich auch Newsletter verfasst.

00:39:30: oder Artikel schreibt, um damit eben besser als im schnellen Feed

00:39:38: sich auf LinkedIn zu verankern.

00:39:41: Also ich freue mich total auf den Veranstaltungen.

00:39:43: Ich wollte gerade sagen, das können wir, glaube ich, gut gebrauchen.

00:39:46: Vielleicht sollten wir auch einfach mal in dem Kreise darüber nachdenken,

00:39:49: ob wir selber mal irgendwas für die Akademie anbieten.

00:39:52: Ich meine, wir sind eine Akademie, vielleicht sollte man einfach mal darüber nachdenken,

00:39:55: sowas selbst auch den Zuhörern Interessierten anzubieten.

00:39:59: Wenn ihr da Interesse dran habt, dann schreibt es uns auf jeden Fall in die Kommentare.

00:40:02: Das würde uns freuen.

00:40:02: Sehr, sehr gerne.

00:40:03: Christine, wie sieht denn die ideale Zukunft der Akademie für dich persönlich aus?

00:40:10: Auch vielleicht mit dem Hinblick darauf, dass du auch eine absolute krasse Powerfrau bist.

00:40:17: Und dass auch in jedem Meeting wirklich, ich will schon sagen, wie eine Löwenmama kämpfst um die Themen.

00:40:24: Gerade auch in einem, ich möchte jetzt nicht sagen gereiften Verein, aber die Strukturen sind eben so, wie es auch im Kloster auch vorgibt, nicht vorgibt, aber wie es halt so ist. Wir sind auch stark am Verjüngen, nicht zuletzt durch dich auch Lukas, aber wie sieht da für dich, auch im Hinblick auf Hildegardes, das Kloster, das Frauenkloster, wie sieht da für dich die ideale Wunsch-Zukunft aus?

00:40:51: Also da möchte ich gerne nochmal den Markus Lübbring, also nicht nochmal, sondern den Markus Lübbring an der Stelle erwähnen, der immer sagt, die Akademie ist gegründet worden, damit wir immer noch daran denken, dass das Kloster Eberbach mehr war und mehr sein soll als einfach schöne, tolle Mauern.

00:41:11: Und das ist für mich auch ein Riesenantrieb. Und neben der Notwendigkeit, dass natürlich im Kloster auch Geld verdient werden muss, weil so ein Objekt natürlich immer wieder renoviert werden muss, das ist sehr anfällig, möchten wir nicht nur unsere christliche Kultur ein Stück weit bewahren, sondern auch diesen Geist im Kloster.

00:41:38: das ja von Bernhard von Clairvaux gegründet wurde, eben erhalten und diesen Geist einfach immer wieder beleben in dem, was wir dort tun.

00:41:51: Und dennoch widerspricht es in diesem Kontext nicht, dass wir mehr Führungsseminare machen,

00:42:01: weil ich nach wie vor der Überzeugung bin, dass unsere Wirtschaft mehr Haltung, mehr Werte eben ganz, ganz dringend benötigt, gerade weil wir jetzt auch in eine Phase kommen, in der wir nicht mehr im Wirtschaftswunder sind, also sind wir schon länger nicht mehr, aber wo es jetzt auch darum geht, den Wohlstand in unserem Land zu erhalten.

00:42:29: Und das kann man meiner Meinung nach nicht durch Schnellschüsse oder hohle Parolen, sondern das können wir nur, indem wir alle eine Haltung entwickeln, die was Dienstleisterisches auch hat und jeder sich irgendwie im Sinne der Gemeinschaft zu Diensten stellt, zu Diensten einfindet.

00:42:56: Und das ist eben eine Sache, die wir im Kloster, in der Klosterakademie eben sehr stark leben, die mir persönlich sehr wichtig ist und ja, die einfach auch der Region, dem Rheingau entspricht, weil wir hier ein wunderbarer Fleck auf der Erde sind mit viel Bodenständigkeit und Hands-on-Mentalitäten.

00:43:26: Was erwartet uns denn noch aus deinem Bereich vielleicht im kommenden Jahr? Ich weiß persönlich, wir arbeiten im Hintergrund an einigen Projekten. Was kannst du denn da schon an kleinen Überraschungen vielleicht aus dem Sack lassen?

00:43:39: Also wir haben ja tatsächlich so ein bisschen als Idee, das ein oder andere Seminar mehr zu geben, vielleicht auch im Bereich Social Media. Das ist eben so ein Gedanke, aber wir möchten auch anderen diese Plattform anbieten und ich habe einmal einen sehr erfolgreichen Beitrag im Namen der Akademie verbreitet.

00:44:05: Der hieß da, die Akademie wird weiblicher und das ist auf so viel Zuspruch gestoßen, dass wir nächstes Jahr ein Hildegartes Seminar veranstalten wollen.

00:44:24: Wir sind im Moment noch eine lockere Gruppe von vier Frauen, die sich eben diesem Thema widmen wollen. Wir würden halt gerne die Abtei einbeziehen, also in Eibingen und würden gerne mit denen eine Kooperation machen.

00:44:45: Da sind wir erst mal so dabei, uns selbst zu sortieren. Aber das ist auf jeden Fall ein Ausblick, den wir geben wollen, weil das ist ein bisschen den Gründern der Akademie geschuldet, dass wir immer ein paar mehr Männer waren als Frauen, obwohl wir super zusammenarbeiten.

00:45:03: Also es ist irgendwie nicht, dass wir da eben hinten anstehen, aber wir möchten noch mehr Frauen auch für unsere Gemeinschaft gewinnen, um eben viele weibliche Aspekte und Gedanken eben in diese ganze Historie und in die Zukunft der Akademie eben reinzubauen.

00:45:24: Ja, ich glaube, perfekter Plan. Das hört sich super an und ich glaube, das braucht man jetzt gar nicht mehr so groß erwähnen, bei uns ist wirklich jeder willkommen und bis zur Pari-Situation, da brauchen wir noch ein paar weibliche Geschöpfe, die auch gerne zur Unterstützung eingeladen sind und daran, also wir haben genug Aufgaben, ob das Flyer verteilt sind für die ganzen Veranstaltungen, ob das auch einfach mal mit einem Ratschlag oder als Brainstorm-Partner.

00:45:51: Auch hier wieder die herzliche Einladung an alle Zuhörenden, einfach mal vorbeikommen, so haben wir Lukas auch reingefunden, ich nehme an, du auch Christine, einfach mal hingegangen und dann war ich wirklich zumindest von der ersten Veranstaltung total geflasht, aufgrund der offenen Worte, aufgrund des Niveaus auch, ohne dass ich da jetzt mich irgendwie verstecken müsste, im Gegenteil, es wird einfach jeder abgeholt.

00:46:15: Das Einzige, was du vorhin so angeteasert hattest, die Werte sollten zumindest grundlegend übereinstimmen.

00:46:21: Wir diskutieren, also wir suchen auch den offenen Diskurs.

00:46:28: Also es ist nicht so gemeint, dass wir ein übersteigertes Harmoniebedürfnis hätten oder so.

00:46:35: Also es gibt auch durchaus Themen, wo wir unterschiedlicher Meinung sind.

00:46:39: Das ist für uns wichtig, dass jeder trotz anderer Meinungen willkommen ist.

00:46:45: Entscheidend ist da eben auch wieder die Haltung, das Arbeiten auf Augenhöhe und das respektvolle Kommunizieren.

00:46:53: Und dann darf man auch ruhig andere Meinungen vertreten und das ist völlig in Ordnung.

00:47:00: Der absolut respektvolle Umgang miteinander, das habe ich auch schon öfter erleben dürfen,

00:47:04: auch wenn die Meinungen kontrovers gegeneinander miteinander spielen.

00:47:08: Einer, eine ist immer dabei, die dann sagt, Leute, wir sind hier in der Werther-Akademie.

00:47:12: Und das genieße ich in vollen Zügen, was dann auch die Arbeit hier mit dir und auch mit dir, Lukas, mir persönlich sehr viel Spaß macht.

00:47:18: Lukas, hast du noch eine Frage an Christine?

00:47:22: Wenn du unsere Zuhörer jetzt alle dazu auffordern könntest, über eine Frage nachzudenken, über welche Frage sollten unsere Zuhörer nachdenken?

00:47:32: Ganz spontan, Sie sollten darüber nachdenken, wann Sie das erste Mal Kontakt zur Akademie aufnehmen und uns bei einer der kommenden Veranstaltungen besuchen möchten.

00:47:44: Und da haben wir ein paar in petto. Wir haben, Dr. Hardy Ostry, hast du die Daten im Kopf?

00:47:52: Ansonsten stehen Sie, liebe Zuhörer, alle natürlich wie gewohnt in den Shownotes. Da sind wir auch verlinkt.

00:47:59: Also wir haben jeden Mittwoch eine Live-Meditation im Kloster.

00:48:04: Wer uns da mal kennenlernen möchte, jetzt sind die Ferien auch wieder rum.

00:48:06: Das heißt, da sind wahrscheinlich auch wieder mehr von uns mit dabei.

00:48:10: Donnerstags haben wir in Wiesbaden auch noch eine Meditation, die wir anbieten.

00:48:14: Also es lohnt sich immer ein Blick bei Instagram, bei dir, liebe Christina.

00:48:18: Es lohnt sich immer ein Blick bei dir, Lukas, auf Instagram.

00:48:22: Bei dir ist es linked. Entschuldigung, Christina, jetzt habe ich es komplett durcheinander gebracht.

00:48:25: Bei dir ist es Instagram.

00:48:28: Und ansonsten gerne auf allen möglichen Podcast-Plattformen findet ihr uns auch.

00:48:32: Und nicht zuletzt auf unserer altbewährten Homepage im Kalenderbereich findet ihr alles, was uns an Events noch bevorsteht.

00:48:40: Liebe Christine, vielen, vielen, vielen lieben Dank für dieses offene Gespräch und diese köstliche Verköstigung.

00:48:47: Ich danke euch, dass ihr hier vorbeigekommen seid.

00:48:51: Ja, wir können da gern ein Dauer-Event draus machen und eignet sich ja hervorragend hier auf der Terrasse und ich freue mich immer, wenn ihr da seid.

00:49:01: Also, dann bis morgen.

00:49:03: Dankeschön.

00:49:03: Bis dann. Tschüss.

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