Prof. Dr. Susanne Schröter (Ethnologin) über die Gefahren von LINKEN & RECHTEN für unsere Demokratie
Shownotes
Folge 15 · Susanne Schröter: Vom Bergdorf auf Flores zu den Feinden der Demokratie
Zu Gast: Prof. Dr. Susanne Schröter, Ethnologin, vergleichende Kulturwissenschaftlerin und Publizistin
Im Gespräch mit: Sebastian Labonte und Lukas Prandzioch, gemeinsam mit Marcus M. Lübbering, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Academie Kloster Eberbach
Aufnahme: September 2026 · Dauer: 1:11:37 · Sprache: Deutsch
Was Sie in dieser Folge erwartet
Was lernt man über das eigene Land, wenn man mit seinen Kindern in einem indonesischen Dorf lebt, in dem es weder Strom noch Wasser gibt?
Susanne Schröter wuchs im ländlichen Niedersachsen auf, fand ihr Leben dort „ein bisschen langweilig“ und las mit der Taschenlampe unter der Bettdecke. Der Großvater, der zur See gefahren war, erzählte von Shanghai, zu Hause wurde Karl May gelesen. Früh beschäftigte sie sich mit dem Koran, mit Buddhismus und Hinduismus.
Als Ethnologin ging sie mit Sack und Pack und mit ihren Kindern nach Flores. Sie erzählt von Briefen an die Großmutter, die einen Monat unterwegs waren, von Gastgebern, die kein Deutsch mehr hören wollten, von Hunger in der Regenzeit und von einer Dorfgemeinschaft, die ihr Forschungsthema kurzerhand austauschte. Und davon, warum eine Woche mit den Kindern in einer indonesischen Behörde am Ende das Visum brachte.
Im zweiten Teil geht es um die Fragen, mit denen sie sich heute auseinandersetzt: Warum sich Teile der Linken für Islamisten starkmachen, warum der Vergleich der AfD mit der NSDAP ihrer Meinung nach nicht trägt und woran der Kampf gegen rechts in seiner jetzigen Form scheitert. Marcus M. Lübbering fragt, ob auch die Kirchen den Einzelnen aus dem Blick verloren haben, und gemeinsam geht es um die Mystik als das Verbindende zwischen den Religionen.
Zum Schluss stellen Susanne Schröter und Marcus M. Lübbering das Institut für Demokratie und Islam (INDEMIS) vor, das sie mit weiteren Mitstreitern gegründet haben.
„Ich habe selten so viele glückliche Menschen gesehen.“
— Susanne Schröter über das Leben im Dorf auf Flores„Religion ist immer das, was man daraus macht.“
— Susanne Schröter„Der Mensch braucht noch mehr als Rechte. Der Mensch braucht auch ein soziales Umfeld, in dem er aufgehoben ist.“
— Susanne Schröter
Kapitelmarken
00:00 — Begrüßung und Vorstellung von Prof. Dr. Susanne Schröter
01:35 — Kindheit, der Großvater auf See und Karl May
02:48 — Koran, Buddhismus, Hinduismus: die frühe Neugier auf Religion
06:01 — Drei Kinder, Promotion und ein Kraftakt
07:26 — Mit Sack und Pack nach Indonesien
09:29 — Sprache, Gemeinschaftshaus und maximale Integration
11:52 — Glückliche Menschen, Hunger und ein neues Forschungsthema
14:59 — Gesundheit, Magie und die rote Betelpampe
19:54 — Alltag im Dorf, Rituale und die Steyler Missionare
22:06 — Feldforschung, Habilitation und eine Woche in der Visumsbehörde
26:13 — Rückkehr nach Deutschland und die anstrengendste Zeit des Lebens
29:11 — Eine linke Jugend und der Gegenwind an der Universität
34:01 — Die Bücher „Der neue Kulturkampf“ und „Links, rechts, islamistisch“
37:03 — Das Versagen der bürgerlichen Mitte
41:47 — Ceuta und die Idee der Eroberung
44:43 — Religion als Vehikel der Macht?
49:24 — Debattenkultur, Dialogformate und Einsamkeit
53:38 — Mystik als das Verbindende zwischen den Religionen
59:04 — Erlebnisse in Libyen, Antisemitismus und Extremismen
68:21 — INDEMIS: das neue Institut für Demokratie und Islam
Im Gespräch erwähnt
Personen
- Susanne Schröter — unser Gast, Ethnologin, vergleichende Kulturwissenschaftlerin und Publizistin.
- Marcus M. Lübbering — Gründer und Vorstandsvorsitzender der Academie Kloster Eberbach, Mitgründer von INDEMIS.
- Karl May — seine Bücher las Susanne Schröter als Kind, ebenso wie ihr Bruder und ihr Vater.
- Mouhanad Khorchide — ihr „Lieblingstheologe muslimischerseits“, der den Islam als Religion der Barmherzigkeit versteht.
- Ruhollah Chomeini — von ihm waren iranische Linke nach dem Sturz des Schahs zunächst begeistert.
- Antonio Gramsci — marxistischer Theoretiker, dessen Ideen Lukas als Vorbild linker Kulturpolitik nennt.
- Alain de Benoist — Autor von „Kulturrevolution von rechts“, im Gespräch als rechtes Gegenstück zu Gramsci genannt.
- Donald Trump — Lukas fragt nach der Unterstützung evangelikaler Kreise für ihn und die MAGA-Bewegung.
- Maximilian Krah — AfD-Politiker, der laut Susanne Schröter um Erdoğan-Anhänger geworben hat.
- Recep Tayyip Erdoğan — türkischer Präsident, den Krah gelobt hat.
- Hans-Thomas Tillschneider — AfD-Politiker, von Susanne Schröter als Fan von Wladimir Putin genannt.
- Wladimir Putin — Beispiel für die Begeisterung extremer Ränder für autoritäre Charaktere.
- Uwe Becker — Antisemitismusbeauftragter des Landes Hessen, unterstützt INDEMIS.
Bücher
- Susanne Schröter: Der neue Kulturkampf. Wie eine woke Linke Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft bedroht — Herder, 272 Seiten; das zweite Buch des „Dreierbogens“.
- Susanne Schröter: Links, rechts, islamistisch. Die wahren Feinde der Demokratie — Herder, 240 Seiten; ihr neues Buch, um das es im zweiten Teil geht.
- Alain de Benoist: Kulturrevolution von rechts — von Lukas als Beispiel rechter Kulturstrategie angeführt.
Institutionen und Initiativen
- INDEMIS – Institut für Demokratie und Islam — das neue Institut, das Susanne Schröter und Marcus M. Lübbering mit weiteren Mitstreitern gegründet haben.
- Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam — das an der Goethe-Universität abgewickelte Zentrum, auf das INDEMIS folgt.
- Goethe-Universität Frankfurt — hier war Susanne Schröter ab 2008 Professorin für Ethnologie kolonialer und postkolonialer Ordnungen.
- Johannes Gutenberg-Universität Mainz — hier hat sie Ethnologie studiert.
- Yale University, University of Chicago und Universität Passau — weitere Stationen ihrer Lehrtätigkeit.
- Deutsche Forschungsgemeinschaft — bei ihr beantragte sie die Mittel für die Feldforschung auf Flores.
- Steyler Missionare — missionierten auf Flores; ihre ethnografischen Arbeiten und Wörterbücher waren eine wichtige Quelle.
- Dialogforum Islam Hessen — das Dialogformat, in dem Susanne Schröter mitwirkt.
- Hessisches Ministerium der Justiz — der hessische Justizminister hat bei INDEMIS die Schirmherrschaft übernommen.
- Hamas — im Gespräch über die Parole „Queers for Palestine“.
- Auswärtiges Amt — Marcus M. Lübbering fragt, ob ein Weg in den diplomatischen Dienst je eine Option war.
- Ein Forschungsprojekt zu politisierter Religion in Chicago — aufgelegt in den 90er Jahren; es zeigte Gemeinsamkeiten politisierter Religionen über alle Weltreligionen hinweg.
- Kloster Eberbach — hier hat Susanne Schröter bereits gesprochen; hier wurde, so Marcus M. Lübbering, schon einmal vor dem Kreuz in Stille meditiert.
Orte und Begriffe
- Nienburg und Worms — Stationen ihrer Kindheit und Jugend.
- Flores — die indonesische Insel, auf der sie mit ihren Kindern in einem Dorf lebte und forschte.
- Ceuta — die spanische Stadt in Nordafrika, über die Susanne Schröter einen Artikel gelesen hatte.
- MAGA-Bewegung — Beispiel für religiös unterfütterte Politik in den USA.
- Sufismus — die mystische Strömung im Islam, in der ebenfalls meditiert wird.
- Jakarta, Singapur, Tripolis, Mossul, Iran und Afghanistan — weitere Orte, die im Gespräch vorkommen.
Über die Academie Kloster Eberbach
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Transkript anzeigen
00:00:00: Herzlich willkommen liebe Zuhörerinnen und Zuhörer.
00:00:03: Wir sind nicht beim Impuls diese Woche, sondern wir haben wieder ein ausführliches Gespräch und ich möchte auch gar nicht lange um den heißen Prei herumreden und sie direkt vorstellen.
00:00:13: Unser Gast ist Professor Dr.
00:00:15: Susanne Schröter, Ethnologin, vergleichende Kulturwissenschaftlerin und Publizistin.
00:00:21: Aufgewachsen in Worms hat sie in Mainz Technologie studiert, fünfzehn Jahre lang in Südostasien geforscht Vierzehn Monate davon gemeinsam mit ihren Kindern in einem Bergdorf auf der indonesischen Insel Floresz.
00:00:34: Sie lehrte in Chicago, Yale und Passau, war ab zwei tausend acht Professoren für Ethnologie, Kolonialer- und Postkoloniala Ordnungen an der Güteuniversität in Frankfurt und ihr Weg führt von der feministischen Geschlechterforschung zu einer der meist diskutierten Stimmen im deutschen Islamdebatte.
00:00:57: Herzlich willkommen!
00:00:57: Frau Prof.
00:00:58: Dr.
00:00:58: Susanne Schröder!
00:01:00: Ja, ich freue mich dass sich hier heute mit Ihnen sprechen kann.
00:01:03: Es ist uns eine Ehre und wir sind wie gewohnt nicht alleine.
00:01:05: Wir haben wieder Lukas an meiner Seite Hallo schön dabei zu sein Und auch Markus Lübering den wir alle kennen und schätzen Gründer und Vorstandsvorsitzender unserer Akademie Klos-Debebach.
00:01:16: Hallo,
00:01:16: Markus Ich freu mich ja
00:01:17: auch So.
00:01:19: wo steigt man mit einer solchen Persönlichkeit?
00:01:22: am besten in einen Wertpodcast ein?
00:01:25: und wir haben es uns zur Gewohnheit gemacht, dass wir mir erst die Person ein wenig vorstellen wollen um dann eventuell auch die anschließenden Themen besser verstehen zu können.
00:01:37: Wie sie sind aufgewachsen in Nieburg?
00:01:41: Haben als junges Mädchen die Liebe zu Bibliothek in Worms kennengelernt und haben da schon gerne in den Büchern, die Bücher gewälzt von fernen Ländern und fernen Kulturen.
00:01:55: War das schon so ein erstes Anzeichen wo die Reise hingeht?
00:01:59: Das kann gut sein aber vielleicht noch zuvor.
00:02:03: mein Großvater ist zur See gefahren Und es bis nach Shanghai gekommen und hat immer Geschichten erzählt.
00:02:11: Abenteuerliches Seemannsgarn damals Aber da war für mich irgendwie schon die Faszination für die Fremde.
00:02:19: Und dazu kam, dass ich Kalmay gelesen habe.
00:02:22: Wie übrigens auch mein Bruder und mein Vater.
00:02:23: Wir haben uns abends über das, was wir gelesen haben unterhalten.
00:02:28: Das war lange bevor ich dann in die Bibliotheken gegangen bin.
00:02:32: Da hab' ich auch gedacht, ja meins, es gibt noch etwas ganz anderes als das, das ich jeden Tag
00:02:37: sehe.".
00:02:38: Nicht ganz ungewöhnlich für die Generation.
00:02:39: Sie sind fünftiger Jahrgang, wenn ich das so verraten darf.
00:02:41: Das ist siebenfünfzig.
00:02:44: Und Sie haben auch demnächst in wenigen Tagen Geburtstag?
00:02:47: Genau!
00:02:50: Nichtsdestotrotz hat sie dann auch schon in jungen Jahren der Koran zumindest so interessiert dass sie sich diesen auch schon als junges Mädchen durchgelesen haben.
00:03:03: und da auch vielleicht die Frage mit welcher Vorstellung damals an dieses Werk angekommen oder angegangen.
00:03:11: und wie hat sich diese Meinung im Laufe der Jahre entwickelt?
00:03:16: Naja, ich habe mich nicht nur mit dem Koran beschäftigt.
00:03:18: Also ich hab mich überhaupt mit Religion beschäftigt.
00:03:21: also das hat mich umgetrieben.
00:03:23: Religion... Ich bin protestantisch erzogen.
00:03:30: In dem Moment, in dem ich in den Konferentenunterricht gegangen bin, habe ich mich auch mit anderen Religionen beschäftigt.
00:03:36: Ich wollte wissen was ist denn das andere?
00:03:39: Und da war es eben nicht nur der Koran, sondern ich hab mich mit dem Buddhismus und dem Hinduismus auseinandergesetzt und fand das alles super spannend!
00:03:49: Auch den Koran auf den Islam fand ich super spannend – finde ich übrigens bis heute noch.
00:03:54: Darf ich fragen, was Sie daran so spannend
00:03:57: fanden?!
00:03:58: einfach eine andere Welt zu entdecken.
00:03:59: Also ich glaube, das ist schon etwas was mich immer begleitet hat die... Ich wollte so viel wie möglich in meinem Leben sehen und ich wollte das entdeken was noch nicht entdeckt ist und ich will auch immer wieder wissen wo bin ich denn da eigentlich?
00:04:18: Spielt es für mein Leben, Denken für meinen Handeln eigentlich eine Rolle?
00:04:23: und also dieses über den Tellerrand, dieser modische Begriff über den tellerrand schauen.
00:04:29: Das war glaube ich schon immer der Antrieb meines Lebens sind.
00:04:32: das bedeutete nicht nur in die ferne gucken sondern Ich habe mich auch mit der eigenen gesellschaft auseinandergesetzt.
00:04:38: Also das würde ich bis auf den heutigen tag sagen ich lass ich bin leicht man kann mich leicht faszinieren.
00:04:45: Woher kam diese Neugier?
00:04:47: Sie haben es gerade erzählt, ihr Vater ...
00:04:49: Großvater.
00:04:49: Großvaterschulden,
00:04:50: Großväter war bereist oder hat die Welt bereist.
00:04:54: Woher kann sie sich das erklären?
00:04:57: War die von Anfang an da?
00:04:59: Sagen wir mal so, ich fand das Leben, dass ich als Kind gelebt habe im ländlichen Niedersachsen, fand ich ein bisschen langweilig.
00:05:12: um das mal sozusagen.
00:05:14: Und dachte immer, es muss doch noch mehr geben.
00:05:17: und dann nimmt man natürlich alles auf als junger Mensch was sich einem bietet.
00:05:22: und damals war es erklärterweise natürlich die Literatur.
00:05:26: also es gab ja nichts anderes.
00:05:28: im Fernsehen lief nichts was mich sonderlich interessiert hätte und es gab keine sozialen Medien oder irgendwelche etwas, was meinen Wissenssturz jetzt befriedigt hätte.
00:05:42: Aber die Bücher waren es ja!
00:05:43: Die Bücher und ich war eine furchtbare Leseratte.
00:05:46: Ich gehöre zu den Menschen, die mit der Taschenlampe unter der Bettdecke gelesen haben, was mir vermutlich auch meine Sehschwäche eingebracht hat.
00:05:55: Ein
00:05:56: Führ-und-Wieder, so vieles im Leben... Sie haben drei Kinder, haben wir gerade schon gesagt.
00:06:05: Finde ich bemerkenswert.
00:06:06: sie haben drei kinder und als das jüngste vier neunzig geboren wurde Haben sie gleichzeitig auch noch promoviert.
00:06:14: Das ist ja auch nicht eine ganz normale wieter.
00:06:16: wie hat das in diesem leben auch mit dem themen oder zu dem thema zu dem sie provivieren promovierten.
00:06:22: Wie passt das alles in die zeit rein?
00:06:24: Wir haben es geschafft
00:06:26: sehr gut.
00:06:27: Es war natürlich ein Kraftakt, kann man gar nicht anders sagen.
00:06:30: Eine wissenschaftliche Karriere auch noch als Ethnologin, was bedeutet das man sich unglaublich häufig ins Ausland begibt und sogar für längere Zeit?
00:06:40: Und dass mit Kindern ... Das ist jetzt nicht immer Zuckerschlecken gewesen aber ich hab da nicht wahnsinnig drüber nachgedacht.
00:06:48: Für mich war klar, ich wollte Kinder.
00:06:50: Ich wollte berufstätig sein beides und ich wollte auch meinem Traum nachgehen, die Welt zu entdecken mit den Kindern dann eben.
00:07:01: Und ... Dann schaut man ... Man lebt sozusagen von einem Tag auf den anderen und guckt wie man pragmatisch alles unter den Hut bringt.
00:07:08: Als ich dann auch wirklich längere Zeit in Indonesien war, in einem Dorf, in dem es weder Strom noch Wasser gab, geschweige denn eine Schule, die man Schule nennen könnte, hab ich das gemacht was man heute Homeschooling nennt.
00:07:24: Das wäre auch ein Teil unserer Frage jetzt gewesen.
00:07:26: Sie waren, wie ist es dazu gekommen?
00:07:28: Dass man einfach mit Sack und Pack, mit drei Kindern oder damals noch zwei Kinder das dritte kam ja dann noch auswandert und in eine Gegend die so fern ab zu dieser Zeit war als heute noch vorstellbar war.
00:07:41: Heute ist Indonesien kann man hinfliegen, kann Urlaub machen.
00:07:44: Man weiß aufgrund der Probleme und der schönen Seiten aber das war hier in den letzten Jahren.
00:07:50: Ja, definitiv war es ein anderes.
00:07:52: Das muss man schon sagen und wenn man erst mal dort war auch an Kontakt zur Außenwelt gar nicht so einfach.
00:08:00: also gab ja wie sollte man das bewerkstelligen?
00:08:05: ich als sich ankam dort und als wir hatten den Hausstand aufgelöst.
00:08:10: Wir sind wirklich mit Sack & Pack nach Indonesien gegangen.
00:08:13: da musste Ich mir in der Kreisstadt von einem Schreiner einen Briefkasten zimmern lassen damit ich Post bekommen konnte.
00:08:21: Ein Weg dauerte ein Monat, das heißt wenn ich und ich habe insbesondere mit meiner Großmutter geschrieben wir haben regelmäßig kommuniziert das heißt Ich hab einen monat lang gewartet auf Ihren Brief und sie hat dann wieder einen Monat gewartet Auf meine Antwort.
00:08:37: Und es waren zum Teil so alltags praktische Dinge.
00:08:41: Wir haben im Dorf beispielsweise Läuse gehabt.
00:08:45: Wir haben Läuse gehabt, ungeziefer jeglicher Art und die Oma auf dem Dorf groß gewachsen und groß geworden.
00:08:52: Und ja sehr pragmatisch ... Da hab ich dann gesagt hier Oma was sollen wir denn machen?
00:08:57: Ja, wir haben Läusen und dann hat sie da Tipps gegeben!
00:09:02: Aber wie gesagt sind zwei Monate ins Land gegangen.
00:09:05: Wollt grad sagen bis die Tipps ankam war die Laus wahrscheinlich schon ausgerottet und hoffentlich nicht mehr am Leben und am Krauchen und Lauchen.
00:09:11: Naja ausgerotted war da gar nix.
00:09:13: Also, wenn man in einem abgelegenen Dorf lebt, dann wird man ungeziefer niemals los.
00:09:20: Aber wir können hervorragend lausen, meine Tochter und ich ... Und wir finden alles jede Nisse!
00:09:27: Das haben wir dort gelernt.
00:09:29: Sehr schön.
00:09:30: Was sind denn sonst so die Herausforderungen gewesen?
00:09:32: Ich denke an Sprachbarrieren.
00:09:34: Ich weiß von Ihnen, Sie haben die Sprache beherrscht aber auch die Kinder... Wie kam die ganze Familie mit dieser Umstellung dir?
00:09:42: wirklich?
00:09:43: Enorm war, stets?
00:09:44: du stellst mir vor.
00:09:45: Die Kinder lernen Schnellsprachen.
00:09:47: Für die ist es ein viel geringeres Problem als für Erwachsene.
00:09:50: Erwachssene machen Sprachkurse und dann müssen sie irgendwann die Praxis auch noch mal lernen.
00:09:55: Kinder lernen das im Alltag ganz schnell.
00:09:58: Das haben meine Kinder gemacht.
00:10:00: Mein ältester Sohn hat sogar nicht nur Indonesisch gelernt sondern auch die einheimische Lokalsprache.
00:10:07: Er war der Einzige, der da wirklich perfekt drin war.
00:10:10: Ich musste das immer übersetzen ins Indonesische, aber er hat es einfach sehr prima hingekriegt.
00:10:16: Klar, es war am Anfang eine Umstellung ganz klar auch für die Leute im Dorf.
00:10:22: Die fanden das erst mal gar nicht gut.
00:10:24: also einige da gab es auch ziemliche Aggressionen gegen die Kinder vor allem gegen mich gar nicht, aber gegen die.
00:10:32: Und als wir dann aber wirklich dort waren, waren die sehr schnell integriert.
00:10:36: Wir hatten auch gar keine andere Chance, wenn wir uns heute mal die Migrationsdebatte anschauen.
00:10:41: Wir haben in einem großen Gemeinschaftshaus gewohnt.
00:10:45: Da hatten wir zwei kleine Zimmer ein Schlafzimmer und ein Zimmer wo ein Tischchen stand, wo ich meine Kinder unterrichtet habe mit zwei Stühlen und einen Schrank für unsere Sachen.
00:10:56: Ansonsten war das nicht getrennt von den anderen.
00:11:01: Und unsere Gastgeber, die haben nach ganz kurzer Zeit wenigen Tagen gesagt.
00:11:09: Also sie möchten nicht dass wir weiter untereinander Deutsch sprechen.
00:11:14: Sie würden gerne alles hören was wir sagen.
00:11:17: Was ja eigentlich verständlich ist?
00:11:18: Völlig verständlicher.
00:11:20: und denken Sie an unsere Debatte hier in Deutschland.
00:11:23: Dass man selbst im Schulhof schon sich fragt, ob das nicht vielleicht diskriminierend sei dass man dort sprechen muss.
00:11:30: Also für uns war das völlig klar.
00:11:32: War kein Weg etwas anderes zu machen und wir waren ja auch gekommen.
00:11:36: also ich zumindest weil ich etwas über diese Kultur erfahren wollte und das heißt maximale Integration Und es hat uns sehr sehr genutzt.
00:11:44: Ja also die Leute waren freundlich und haben das honoriert Dass wir ihre Sprache gesprochen haben und dann waren wir drin.
00:11:52: Das finde ich sehr spannend, was mich daran interessieren würde.
00:11:55: Wie hat sich denn Ihr Weltbild oder Ihr Sicht auf das Leben durch den Aufenthalt verändert?
00:12:01: Weil ich kann mir vorstellen, wenn ich höre Promotion ... Das klingt eher nach einem gesettelten vielleicht bürgerlichen Leben aber nicht nach den Zuständen die in den Zeiten in Indonesien geherrscht haben.
00:12:15: Ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe selten so viele glückliche Menschen gesehen.
00:12:19: Ja, das ist ein sehr einfaches Leben gewesen und am Ende der ... Am Ende der Regenzeit oder mitten in der Regenszeit wenn die Vorräte aufgebraucht waren dann herrschte Hunger.
00:12:33: Ich habe selber sehr viel abgenommen.
00:12:35: also wir hatten irgendwann auch wenig zu essen muss man ganz ehrlich sagen.
00:12:39: aber umso schöner war es wenn die ersten Pflanzen da waren.
00:12:43: und ja es waren auch so witzige Dinge.
00:12:46: Es gibt eine bestimmte Zeit da kommen Libellenartige Tiere aus dem Boden.
00:12:51: Das fängt mit dem Regen an und das ist dann schon so eine Zeit, wo die Leute eigentlich nichts Vernünftiges mehr zu essen haben.
00:12:58: D.h.,
00:12:58: diese Tiere werden alle gefangen und die Erwachsenen braten sie und die Kinder stopfen sich lebendig in den Mund.
00:13:05: Und meine kleinen Kinder, meine Tochter nicht, die war schon zu alt um das zu machen Die hat sie gebraten.
00:13:10: aber die Jungs bei denen habe ich gesehen wie diese Flügel aus dem Mund schlugen.
00:13:17: Das ist für uns erst mal unvorstellbar, aber dort ist es normal.
00:13:21: Man ist froh, dass es was zu Essen gibt, das Eiweißhaltig ist und dann wieder auch wie schön sich die Leute auch das Leben machen.
00:13:35: Natürlich nicht konfliktfrei.
00:13:37: Es gibt viele Konflikte genau wie bei uns ja.
00:13:39: also warum sollen sie am Ende der Welt anders sein?
00:13:43: Aber wenn der Mond schien, dann haben die Kinder auf dem Dorfplatz gesungen.
00:13:49: Die ganze Nacht und haben Fangen gespielt.
00:13:54: Das könnte sich natürlich ändern, sobald soziale Medien oder Fernsehen kommt, vereinzelt man.
00:14:00: aber da war das eine lebendige Dorfgemeinschaft.
00:14:03: Leute hatten sehr klare Vorstellungen auch von dem was ich tue im Übrigen.
00:14:07: Die haben mir gleich mal meinen ... Forschungsthema zerschlagen und haben mir eines gegeben, was sie für wichtig hielten.
00:14:14: War eine gute Entscheidung!
00:14:16: Ja also ich wollte eigentlich ... das ist ne matriarchalische Gesellschaft... Ich wollte eigentlich genau darüber schreiben da haben Sie ja das Küchenkram.
00:14:22: Das ist auch kein Thema für Ne Wissenschaftlerin.
00:14:25: Sollte mich mal mit Religionen beschäftigen.
00:14:29: Jetzt hört sich das alles so romantisch an und auch spaßig und hätte ich ja fast gerade Lust auch auszuwandern.
00:14:36: Was sind denn aber so die wirklichen Steine, die in Weg gelegt worden sind?
00:14:40: Also jetzt ... Die Arbeit den Titel zu ändern.
00:14:43: Die Aufgabe zu ändern einfach auch mal spontan.
00:14:45: Ich nehme auch an da wollt man sich auch darauf vorbereitet haben und dann vor Ort zu erfahren, nee mach noch was ganz anderes!
00:14:52: Aber was sind denn wirkliche Steine woraus Sie denn vielleicht auch Empfehlungen oder auch einfach ein persönliches Learning mit nach Hause nehmen konnten viele Jahre später?
00:15:01: Ja also Ich hab das entschieden, meine Kinder mussten mit.
00:15:07: Das ist natürlich eine Zumutung auch letztendlich ... wenn man die Familie in ein völlig andere Welt hineinschleppt.
00:15:15: Also das war sicherlich auch ne Härte für meine Kinder muss ich sagen.
00:15:20: Gleichzeitig haben sie da viel gelernt und hat ihren Geist offen gemacht.
00:15:26: Eine große Herausforderung war immer die Gesundheit.
00:15:30: Ich hatte zwar eine gute Apotheke dabei Auch ein kleines Handbuch.
00:15:35: Wenn es ganz schlimm war, bin ich in die Kreisstadt gefahren zu einer Ärztin und hab gesagt, welche Medikation soll ich geben?
00:15:42: Mhm.
00:15:44: Aber es gab auch viele Erkrankungen von denen wusste keiner, was sie eigentlich sind.
00:15:48: Da behaupteten selbst die Ärzte in der Stadt ... Das gibt's nur hier!
00:15:53: Okay... Und das war dann der ganze Bereich des Magischen.
00:15:56: Also da gab es dann so magische und Dinge, da würde man noch den Kopf schütteln.
00:16:03: Ja.
00:16:04: Also ich hatte beispielsweise mal so einen Ausschlag am ganzen Körper mit hohem Fieber und der wanderte vom Kopf bis zu den Füßen, da war irgendwie in meinem Medizinkoffer nichts zu machen.
00:16:15: Und dann sagte mir eine Frau, meine Mutter ist im Besitz solcher Krankheiten, geh mal hin, dass sie dir die wieder wegnimmt!
00:16:24: Dann hat diese Frau, die auch Hebamme war ... Kein Wort indonesischsprach.
00:16:29: im Übrigen... Er hat gesagt, ich müsste Betel.
00:16:33: Die Leute kauen dort Betelnüsse und mit Betelfeffer ... Und das ist so eine rote Pumpe.
00:16:42: Und die hat sie mir dann auf den ganzen Körper und das Gesicht geschmiert.
00:16:45: Dann hat er gesagt, das müsste ich jetzt drei Tage drauflassen.
00:16:48: Dann würde das verschwinden.
00:16:50: Schön!
00:16:50: Na ja, ich sah entsprechend aus.
00:16:54: Als ich mit dieser Pumppe im Gesicht ganz rot natürlich mal ... auf einen Markt gegangen bin, da freuten sich alle und sagten jetzt bist du wirklich eine von uns.
00:17:05: Aber klar es war nicht nur Spaß.
00:17:07: ich meine Tochter hat zweimal Blutvergiftung gehabt.
00:17:10: mein jüngster Sohn hat zwei Marmalaria gehabt trotz Prophylax.
00:17:16: also dann kommt man natürlich schon ein bisschen an seine Grenze aber ist alles gut gegangen?
00:17:24: Ich habe nur mal eine persönliche Frage jetzt dazu.
00:17:27: Man kann ja das ganze aufwremde Länder und Kulturen auch im Luxuspark haben, dann geht man zum Auswärtigen Amt und lässt sich von einem Land ins nächste schicken.
00:17:36: Das spielte nie eine Rolle?
00:17:38: Das war nie in deinem Kopf dass du sowas machen wolltest?
00:17:42: Ja das Auswärtige Amt war weit weg.
00:17:44: also ich meine Jakarta das waren mehrere Tagesreisen überhaupt nicht dran zu denken.
00:17:52: Klar, wenn ich gemerkt hätte, das wäre kritisch.
00:17:55: Ich hätte von der Stadt aus einen Notruf nach Deutschland schicken können und in Hoffnung, dass da ein Hubschrauber geschickt wird oder so ... Aber vor Ort ist jetzt nichts gewesen!
00:18:08: Und selber reingehen Sie ins Auswärtige Amt sich dann vom Land zum anderen schicken lassen?
00:18:12: Das war nie eine Überlegung.
00:18:15: Ich wollte ja authentisches Leben erfahren.
00:18:19: Das war auf jeden Fall mein Ziel, ich wollte wissen wie die Menschen ticken?
00:18:22: Was machen sie denn eigentlich?
00:18:23: Wie verbringen die erleben?
00:18:24: ist es da langweilig?
00:18:28: Was tun die dann?
00:18:29: und da waren meine Kinder natürlich toll auch weil Sie die Kinderwelten entdeckt haben
00:18:34: Und wahrscheinlich auch zu Integration vor Ort dienen die Kinder wahrscheinlich auch eher dazu.
00:18:39: man hat Schule Kontakt zu Familien
00:18:44: Ja.
00:18:45: Richtig, aber man hat trotzdem eher durch die Kinder, so stelle ich es mir vor, einfacher Kontakt zu anderen Familien, die vor Ort.
00:18:52: oder ist das
00:18:52: ... Ich war normal.
00:18:55: Das ist ja oft, dass Äthnologen wenn sie dann in solche ländlichen Gebiete gehen in anderen Teilen der Welt, die gelten ja als nicht normal.
00:19:05: Erstens kommen sie vom Auslandsehen anders aus und haben sich nichts was man für normal hält.
00:19:10: Dass ich Kinder hatte, das machte mich normal.
00:19:13: Es gab andere Sachen, die haben mich so ein bisschen rausgehoben.
00:19:17: Ich habe ein Auto gehabt zumindest bei dem langen Aufenthalt zum Jeep und ich war glaube ich der einzige Frau auf der gesamten Insel, die Autofuhr.
00:19:26: ansonsten fuhren keine Autos.
00:19:27: erstens gab es eh wenige und wenn sie nur Männer gefahren Und das war immer ein Aufreger, wenn ich mit dem Auto irgendwo lang fuhr.
00:19:35: Meistens beladen mit all meinen Dorfleuten die hierhin und dort hingefahren werden wollten.
00:19:40: Die haben sich immer sehr amüsiert darüber dass alle gesagt haben wie eine Frau fährt Auto.
00:19:46: Dann haben wir immer gesagt ja sie fährt besser als ihr.
00:19:51: Das war so bisschen der Stolz auf die eigene Ethnologin.
00:19:55: Wie sah denn konkrete Alltag aus?
00:19:57: Wie kann mich mir das vorstellen?
00:20:00: Wir sind aufgestanden und haben geschaut, dass sie irgendwas zu essen kriegen.
00:20:05: Das war nicht ganz gewiss.
00:20:07: Mein kleinster Sohn ist mit seiner Milchflasche meistens über den Dorfplatz, das waren zwanzig Meter zur Nachbarin gegangen, bei der sich die kleinen Kinder getroffen haben.
00:20:20: Die saßen dann den Morgen bei ihr und haben Kaffee gekriegt.
00:20:25: Bei Kaffe gab es keine Altersgrenze nach unten.
00:20:29: Auch spaßig für den einen oder anderen, der Kinder schon hat.
00:20:32: Ja und kalten Reis vom Vortag oder sowas haben die da bekommen und dann haben sie gespielt.
00:20:39: Und ich habe Schule gemacht mit den älteren Kindern und dann hab' ich geschrieben Oder ich bin irgendwo hingegangen, habe Interviews gemacht, habe vor allem bei Ritualen teilgenommen.
00:20:53: Das war ein großes Thema wenn man sich mit Religion beschäftigt in einer Gesellschaft Die lebt, die einen Synkretismus, ein Parallelismus müsste man sagen.
00:21:06: Lebt zwischen dem katholischen Glauben.
00:21:09: Steile Missionare haben missioniert und alles Katholiken.
00:21:13: Und auf der anderen Seite ungebrochen ihre alte Religion weiterleben.
00:21:18: Das war sehr spannend für mich.
00:21:20: also bin ich viel zu Ritualen gegangen Gesänge aufgenommen, Habreden aufgenommen und ja habe aber auch mit gerade mit den deutschen Priestern die noch da waren in den Alten gesprochen.
00:21:37: Eine ganz faszinierende Leute die selber versucht haben eine Verbindung, auch eine religiöse Verbindung herzustellen.
00:21:49: wie das so ist bei den Katholiken machen sie anders als die Protestanten Wo das Tanten zerschlagen erst mal alles.
00:21:55: Die Katholiken sind viel integrierter in Gesellschaften, auf jeden Fall meistens.
00:22:00: Also in Floris sind sie es?
00:22:04: Ja würde ich dann einfach nur so glauben... Wie war denn die Zeit?
00:22:10: oder wie stellst du mir vor Sie waren jetzt vierzehn Jahre dort vor Ort wenn ich es richtig recherchiert habe, waren permanent auch mit Partner oder den Kindern vor Ort, da waren sie vorher schon dort.
00:22:21: Gab es eine Vorbereitungszeit die Sie dann wirklich hat entschließen lassen?
00:22:25: Was ist das?
00:22:26: will ich machen?
00:22:27: Also ich hatte mir... Ich habe meine Promotion über eine Literaturarbeit gemacht und dann hat mein Kurz vor dem Ende der Promotion Alterprofessor aus Gesundheitsgründen zurückgetreten.
00:22:49: Und der neue Professor legte mir eine Landkarte hin und sagte, Frau Schröter, wo wollen Sie Feldforschung machen?
00:22:56: Wunderfeldforschungen brauchen sie ja gar nicht weiter zu
00:22:58: machen.".
00:22:59: Dann habe ich geguckt und mich informiert.
00:23:05: Letztendlich hab' ich dann eine Exkursione damals auch schon mit den Kindern nach Indonesien gemacht auf verschiedene Außeninseln Und bin dann auf Loris gelandet, hab geschaut.
00:23:17: Ist das möglich da in einem Dorf zu leben?
00:23:19: Was sagen die Leute dazu und haben gesagt, das wollen wir gerne machen.
00:23:22: Dann haben wir uns das vorgenommen, dass ich dahin gehe.
00:23:26: Das war dann die Arbeit, die ich darüber geschrieben habe bei meiner Habilitation.
00:23:30: Ich hab es während der Promotion angefangen aber mit den Ergebnissen bin ich dann in die Habilitation hineingegangen.
00:23:40: Ja ... So bereitet man sich dann ein bisschen vor.
00:23:45: Man lernt die Sprache, man liest alles was man dazu in die Finger kriegen kann.
00:23:50: so furchtbar viel war es nicht.
00:23:52: Es waren viele Werke der alten steile Missionare.
00:23:54: weil sie selber ethnografische Arbeiten verfasst haben und zwar nicht wenige und so konnte ich dann später auch vergleichen hat sich da eigentlich etwas verändert im Laufe der Jahrzehnte?
00:24:06: also das war für mich schon sehr spannend.
00:24:07: Sie haben auch Sprachbücher als Börterbüchern verpasst und das war für mich auch eine ganz gute Quelle.
00:24:15: Dann habe ich einen Antrag gestellt bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft auf Forschungsgelder, uns zittern wir natürlich wenn man sie nicht kriegt dann ist es vorbei.
00:24:28: Und dann gab's irgendwann das okay und dann fing der ganze Trouble mit einem Visum an.
00:24:33: Das war wirklich nicht einfach.
00:24:36: Wiesum kam nicht.
00:24:38: Wir sind sogar ausgereist ohne letztendliches Wiese, mussten eine Woche in Jakarta verbringen und dann wieder ausreisen nach Singapur und wieder einreisen.
00:24:49: Das alles mit den Kindern und die indonesische Bürokratie ist kein Zuckerschlecken.
00:24:57: Da bewegt sich einfach nichts.
00:24:59: Man muss schon vor Ort sitzen ... Und wir saßen dann tatsächlich in der entsprechenden Behörde eine Woche lang mit den Kindern.
00:25:07: Ich hab gesagt, Kinder, ihr könnt machen was ihr wollt!
00:25:10: Packt alles aus, macht die Schubladen auf, krabbelt den Leuten auf die Tische und so zur großen Begeisterung all dieser Leute, die da arbeiten, dass sie endlich mal was anderes tun konnten... Aber ich glaube nach irgendeiner Zeit war es ihnen doch zu viel und dann haben Sie sich mühe gegeben, endlich unseren Antrag zu bearbeiten.
00:25:27: Ich glaub das wäre ohne die Kinder gar nicht gegangen.
00:25:30: Und dann fängt man eben an.
00:25:32: Man muss quasi von Jakarta sich dann bis auf so eine Außeninsel durcharbeiten, also immer wieder zu irgendwelchen bürokratischen Einrichtungen, wo dann die Polizei wieder Stempel auf das Papier setzt und so weiter und sofort – und immer das Gleiche.
00:25:49: alle große Begeisterung.
00:25:51: wenig Lust eigentlich, das zu verfolgen weil es Arbeit ist.
00:25:54: Aber gern gespielt mit den Kindern, Papierflieger gebastelt und sonst was.
00:25:59: aber schließlich sind wir irgendwie angekommen.
00:26:01: Schön kann ich.
00:26:02: aus eigenem Leben in Tripolis am Flughafen hatte ich den Eindruck dass schon auch mit Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen.
00:26:09: Absolut die Bürokratie ist wirklich sehr ausufernd in Indonesien und ja
00:26:15: jetzt würde ich ganz gerne Zeit noch ein bisschen vorspulen.
00:26:17: sie sind dann irgendwann wieder zurück nach Deutschland gekommen.
00:26:20: Wie haben Sie sich dann nach all den Beschriebenen, wie Sie gerade Ihr Leben dort vor Ort beschrieben haben auch mit den Kindern und Familie?
00:26:28: Wie haben sie sich wieder hier zurechtgefunden in Deutschland.
00:26:31: Auch das ist eigentlich kein Problem!
00:26:34: Ich bin selbst ein Umzugskind.
00:26:36: Mein Vater hat Karriere gemacht als Bergmann angefangen, dann auf der Abendschule Abitur gemacht, studiert und eine Karrierei gemacht.
00:26:47: Dafür musste er häufig den Ort wechseln und wir mussten immer hinterherziehen.
00:26:52: Das heißt, immer wenn ich Freundin hatte dann habe ich sie schon kurze Zeit später wieder verloren.
00:26:56: das wollte ich meinen Kindern ersparen und hab gedacht Wir haben hier ein Lebensmittelpunkt der ist hier wo ich wohne Und da haben Sie ihre sozial Kontakte und die sollen auch erhalten bleiben.
00:27:06: also von daher war die Integration Die Rückintegration nicht so schwierig.
00:27:12: Wie haben sie dann hier wieder ins Leben zurückgefunden?
00:27:14: Nicht mein berufliche Orientierung.
00:27:16: Sie haben relativ spät erst eine angestellte Professur bekommen, also das heißt die haben sich auch da mit der Kinder immer an Gastprofessoren aber auch wider weltweit durchgeschlagen.
00:27:27: Sie hatten ja auch mit Yale und Chicago auch unterrichten dürfen.
00:27:31: wie ging es da weiter?
00:27:32: in relativ kurzen, knackigen Sätzen.
00:27:36: Weil ich würde zu gerne einfach auf ihr neuestes
00:27:38: Buch
00:27:39: langsam
00:27:39: zugreifen
00:27:40: kommen um da auch ein bisschen politisch vielleicht aus dem Gespräch
00:27:43: etwas ausziehen zu
00:27:44: dürfen.".
00:27:44: Also es war eine sehr stressige Phase.
00:27:46: man schreibt und versucht sich in dem Konkurrenzbetrieb Wissenschaft durchzusetzen.
00:27:51: Man hat unglaublich viele Herausforderungen zu bestehen das mit Familie.
00:27:55: Ich muss sagen das war die anstrengendste Zeit meines Lebens Und man weiß nie ob's gut ausgeht.
00:28:02: Also ohne eine Drittmittel-Karriere immer wieder Geld eingeworben, immer wieder woanders.
00:28:09: Und wir waren ehrlich gesagt auch ziemlich bettelarm.
00:28:13: also Geld war bei uns echt niemals da und man kriegt halbe Stellen als Wissenschaftlerin oder es wird nicht ordentlich vergütet wenn man irgendwo leert.
00:28:24: im Gegenteil man muss das noch mitbringen.
00:28:27: Das ist kein Zuckerschlecken und ich kann auch verstehen dass viele junge Leute keine Wissenschaftskarriere machen.
00:28:34: Jetzt ist es ein bisschen besser geworden, aber zur damaligen Zeit war's eine Katastrophe und niemand hatte überhaupt im Blick das Mütter-Karrieremachen
00:28:42: wollen.".
00:28:44: Hat sie diese Zeit auch irgendwie resilienter werden lassen?
00:28:47: Auch für all das was dann später noch kamen?
00:28:50: Das ist bestimmt so.
00:28:54: Ich hab eine Eigenschaft die mir erleichtert hat, so ne Art Augen zu und durch Prinzip Dass ich denke, nützt nichts.
00:29:03: Wir müssen durch.
00:29:06: Egal ob das schief geht oder nicht ... Aber wir machen es erst mal und das hat geholfen!
00:29:12: Was ich gerade ansprach, möchte gar nicht zu tief darauf eingehen auf die Stiftung was dann alles passiert ist weil dazu haben sie schon so ausführlich und so frisch und frei und so schön ehrlich bei uns in Kloster Iberbach sprechen dürfen.
00:29:28: an dieser Stelle einfach drauf verweisen, jeder der sich dafür interessiert wie man als gestandene Frau bei allem wieder durch so Phasen auch durchschreiten kann.
00:29:37: Und dann auch das Ganze ein bisschen so kam es mir vor autobiografisch verarbeiten zu können.
00:29:43: ich spreche das zweite Buch am dieses Dreierbogens wo Rohrind ist um diese ganze Bognes ging.
00:29:50: und mit Verlaub jetzt lässt sich's natürlich einfacher sagen wenn man dritten Buchtitel kennt.
00:29:57: Da sind sie in eine Ecke gerückt worden, die komplett, wer sich nur ansatzweise mit ihnen beschäftigt in ihrer Biografie und sie nicht in ihre rechte Ecke stecken kann.
00:30:05: Ist auch absurd!
00:30:06: Es ist völlig absurd ja?
00:30:08: Also ich habe eigentlich eine ganz linke Jugend – nicht jugend also spätejugend Adolescents, junge Erwachsenenphase gehabt war begeistert von Frauenrechtsbewegung, Bürgerrechts- bewegungen.
00:30:26: Umweltbewegungen und so was – das war alles wirklich das, wofür mein Herz auch gebrannt hat.
00:30:32: Aber ich habe mir nie ... Ich glaube, ich hab mich niemals in eine ideologisch verburte Ecke gestellt, dass sich die Wirklichkeit nicht mehr wahrgenommen haben.
00:30:45: Das ist dann letztendlich in der Universität ein bisschen auf die Füße gefallen.
00:30:51: diejenigen, die immer Gerechtigkeit im Munde führen und sich für die Rechte von anderen einsetzen.
00:30:57: Die drehen sich plötzlich um hundertdachzig Grad wenn es zum Beispiel Islamisten geht.
00:31:06: Da ist dann keine Kritik mehr da interessiert man sich nicht mehr für die Frauen die unterdrückt werden.
00:31:11: Und selbst Gewalt im Namen der Ehre ist plötzlich kein Thema mehr.
00:31:15: und da habe ich gedacht na also das geht jetzt aber nicht mich dann auch sehr kritisch damit auseinandergesetzt und festgestellt, dass das in der Universität überhaupt nicht gut ankommt.
00:31:29: Was ist die Motivation dahinter?
00:31:32: Wenn jetzt beispielsweise die Autoritäre oder die Linke ... Welche Worte man auch immer dafür verwendet, dass sie gegenüber einer Ideologie in Anführungszeichen so blind sind, die sich fundamental gegen die eigenen Lebensentwürfe und Werteverstellung
00:31:52: Absolut, das ist auch erklärungsbedürftig und man kann es nur erklären damit mit einer absoluten ideologischen Verblendung.
00:31:59: Die Vorstellung die Welt ist in Opfer-und-Täter geteilt und die die Opfer sind immer im sogenannten globalen Süden oder bei den Migranten und diesen Sacrosancti darf man bitte schön nicht kritisieren weil hier sind die eigenen Allianzpartner gegen den Westen gegen den Kapitalismus und gegen all das gegen dass man sich so wendet Und da vergisst man seine eigenen Prinzipien vollständig.
00:32:22: Beziehungsweise schraubt sich ein Bild von Wirklichkeit zurecht, das mit der Realität überhaupt nichts mehr zu tun hat.
00:32:30: Denken Sie nur an diese Parole Queers vor Palestine.
00:32:33: Das sind homosexuelle, transsexuelle Menschen die als sexuelle Minderheiten als Glück haben in unserer freien Gesellschaft zu leben, einer der übelsten islamistischen Diktaturen stark machen, nämlich die Diktatur der Hamas.
00:32:50: Und da muss man sagen das ist sowas von absurd dass einem nahezu die Worte fehlen.
00:32:58: aber in diesem geschlossenen Weltbild das auch ja gegen jegliche Kritik und Entfragestellung sich immun gemacht hat.
00:33:06: Da ist ja keine Kritik mehr möglich.
00:33:08: dann wird er nur noch mit Aggression beantwortet wer irgend etwas infrage stellt so dass sie in ihrem eigenen, in ihrer eigenen Bubble vor sich hin kochen und völlig inseitig geworden sind.
00:33:21: Die Wahrheit ist Sie würden selber dort nicht ein paar Tage überleben.
00:33:24: das muss man ja sehen.
00:33:25: es wird einfach weggedrückt.
00:33:26: Ach
00:33:26: absolut!
00:33:28: Aber dabei könnte man schon lernen.
00:33:30: Man könnte ja beispielsweise aus dem Iran lernen.
00:33:34: Da war ja die Linke auch ganz stark dabei, mit den Schaar zu stürzen.
00:33:39: Die waren erst begeistert von Homeni weil sie auch dachten naja der ist Anti-Imperialist und mit dem können wir jetzt zusammen in einer neue Gesellschaft aufbauen.
00:33:47: dann sind alle Reihenweise in den Gefängnissen gelandet sind ermordet worden und die Eltern haben sich dann ins Ausland geschickt.
00:33:55: das sind die Iraner die heute bei uns sind und sagen ihr könnt doch nicht tatsächlich so naiv sein gegenüber dem Islamismus.
00:34:02: Und haben wir gerade über das zweite Buch gesprochen, da war der Titel Der neue Kulturkampf wie ein voke linke Wissenschaft Kulturgesellschaft bedroht.
00:34:12: Erschien im Herderverlag, zweihneinzebzig Seiten.
00:34:14: Jetzt habe ich es grad schon in der Einführung gesagt man hätte damit rechnen können dass man sich die Linke nicht unbedingt zum Freund macht bei dem Titel.
00:34:25: Das ist dann auch geschehen und ich glaube Das war schon ein paar Jahre vorher.
00:34:29: Sie mussten mit der Familie unter Polizeischutz stehen wegen anderen Geschichten, aber sie kannten diese ganzen herangehensweise die Denkweise – die Denkmuster in denen vielleicht auch andere denken – bis dann dieses Jahr das neue Buch erschienen.
00:34:42: Links rechts islamistisch Die Warenfeinde der Demokratie.
00:34:47: Wieder erschien im Herder Verlag diesmal zweihundertvierzig Seiten.
00:34:51: Wie ist es dazu gekommen und wie schnell kam es zu der Entscheidung dieses Buch so zu benennen, aber allgemein erst mal dass es ein neues, ein drittes Buch geben würde.
00:35:02: Ja, ich hab mich in meinen Publikationen mit dem Islamismus auseinandergesetzt.
00:35:05: Ich habe mich mit der Woken Linken auseinandersetzt und da war das irgendwie naheliegend, mich auch mit einem extremen Rechten auseinerzusetzen.
00:35:14: Weil sie natürlich einen absoluten Höhenflug damals schon erlebt hat, konnte noch nicht abschätzen dass es wirklich so durch die Decke geht wie im Moment.
00:35:23: aber mir war schon klar, dass ein linker Kulturkampf von einem rechten Kulturkampf irgendwann beantwortet wird In der Weise, in der Linke und auch dann grüne SPD etc.
00:35:35: aufgetreten sind in der Öffentlichkeit immer autoritärer werdend – auch letztendlich mit einem Weltbild das Realitätsfern ist.
00:35:45: dass man aber versucht mit autoritären Mitteln durchzusetzen also eine autoritäre Linke versucht ein Weltbild durchzusetzten, Deindustrialisierung Energiepolitik, die die Bevölkerung extrem belastet aber auch Migrationspolitik.
00:36:05: Die überhaupt nicht bis zu Ende gedacht ist sondern extreme Folgen hat, die man alle unter den Teppich kehren will.
00:36:11: und da war es für mich klar das wird in einer Demokratie beantwortet werden und zwar mit einer Gegenbewegung.
00:36:18: ja nur in der Diktatur kann man das so durchziehen und wir leben ja Gott sei Dank eine Demokratie Und deshalb haben wir auch eine rechte Gegenbewegung.
00:36:27: Dann habe ich mich damit auseinandergesetzt, was ist denn diese neue Rechte eigentlich?
00:36:31: Was ist der Unterschied zu alten Rechten?
00:36:34: und warum ist die Vorstellung, die AfD sei ne Neue NSDAP falsch?
00:36:40: Sie isst es nämlich nicht!
00:36:41: Das ist völliger Quark.
00:36:43: A verharmlost man damit den Nationalsozialismus und B hat man überhaupt kein Argument mehr zur Hand weil diese Analogien einfach schief sind.
00:36:54: Mein Appell war ja und ist bis heute, man muss sich inhaltlich auseinandersetzen.
00:36:59: Und nicht einfach plakativ mit irgendwelchen Spruchblasen.
00:37:05: Ohne dem Buch da zu viel vorwegzunehmen.
00:37:08: aber welche Lösungen sehen Sie?
00:37:10: Weil wenn wir uns damit beschäftigen also die Linke bedient sich ja viel kramschi dann hat irgendwann der Lorde Benoit geschrieben Kulturrevolution von rechts.
00:37:19: und als liberale Demokraten Ich möchte eigentlich keine Kulturpolitik machen.
00:37:26: Das möchte ich der Gesellschaft überlassen, die Aushandlungsprozesse bewegen uns nach links und rechts in einem geregten Rahmen natürlich.
00:37:33: Aber welche Antwortmöglichkeiten sehen Sie?
00:37:38: Gehen wir mal zu dem Akteur, der bitterlich versagt hat – das ist die bürgerliche Mitte.
00:37:43: Die bürgernische Mitte hätte diese Prozesse sowohl von links als auch von rechts oder islamistischer Seite abstoppen müssen.
00:37:52: Das muss ich ganz einfach sagen.
00:37:56: Wir wissen das alle, warum das so ist, dass man plötzlich einen Linksrupp gehabt hat bis in die Union hinein.
00:38:04: Das waren machtpolitische Erwägungen der Kanzlerin und das hat ja auch erst mal machtpolitisch funktioniert aber hat dann letztendlich die bürgerliche Mitte extrem geschwächt.
00:38:18: Der Islamismus ist bis heute kein echtes Thema, muss ich sagen.
00:38:21: Da ist man intellektuell überhaupt nicht in der Lage das zu verstehen, sondern tut immer noch so als ob Muslime doch irgendwie in ihrer gesamten Mehrheit arme beklagenswerte Opfer sind, denen man erst mal die Hand reichen muss, die man in Dialogformaten bekuren muss ohne Unterscheidung... Mit wem spricht man?
00:38:45: Spricht man mit säkularen Muslimen, liberalen Muslimen oder Hardlinern.
00:38:50: Keinelei Unterscheidung, das halte ich für ein Fehler.
00:38:53: und jetzt dieser Kampf gegen Rechtswehr geführt wird ist ja zur Erfolglosigkeit verdammt.
00:39:00: Das habe ich auch schon vor zwei Jahren geschrieben, dass der Kampf gegen rechts gescheitert ist so wie er geführt werden.
00:39:07: Und das liegt eben auch daran, tatsächlich mal ins Auge zu fassen, mit wem hat man es denn da zu tun eigentlich.
00:39:15: Und was möchte man dem dann tatsächlich entgegensetzen und sich verlässt?
00:39:20: Wiedermal auf linke Argetatoren die einem Spruchbänder liefern aber keine intellektuelle Vorlage für eine echte Kritik.
00:39:30: Ja
00:39:31: mir kommt's zumindest so vor.
00:39:32: also ich bin vier in achtziger Jahrgang und spätestens zwei tausend eins nine eleven hat sich gerade gejährt.
00:39:38: war Islamismus als ich bin damit aufgewachsen Ganz klar.
00:39:43: Jetzt in den letzten Jahren gab es tatsächlich die Verschiebung, zunehmend ist zwar dass man das ein bisschen aus dem Augen verloren hat und sich eher der rechten Bubble will ich es mal beruhigern nennen widmet und sich diese Probleme anahmen ohne dass man da bis heute irgend auch dafür keine
00:39:58: Lösung gefunden hat.
00:39:59: richtig
00:40:02: was würden sie denn sagen?
00:40:05: wer ist denn?
00:40:07: von welcher Seite ausgeht die stärkere Gefahr.
00:40:09: Ich möchte da dann später noch ein bisschen auf die These eingehen, dass man auch die Sieder um Buch ein bisschen beschreiben oder näher beschreiben.
00:40:16: Dass es linke und rechte Szenen mit dem Islamisten zusammenarbeiten sich gegenseitig auch – ich will jetzt nicht sagen Coaching aber das geht schon fast in die Richtung so habe ich das rausgelesen können.
00:40:28: Ja also wir haben eine ganz lebendige Allianz zwischen Islamisten und einem großen Teil der Linken.
00:40:34: gerade der Bokenlink Das
00:40:35: kriegt man mit wenn man Nachrichten sieht?
00:40:37: Das ist völlig klar.
00:40:39: viele, die Angst vor dem Islamismus haben machen wahrscheinlich erkreuzt bei der AfD.
00:40:44: Ungeachtet dessen und das weiß man eigentlich nicht in der Öffentlichkeit dass ein Teil der Rechten auch der AfD durchaus große Sympathien für den Islamismus hat und da glaubt gemeinsame Werte zu entdecken.
00:40:57: also da könnten manche noch mal bös erwachen.
00:41:02: letztendlich aber gut die AfD ist ja kein geschlossene Klub, sondern da gibt es unterschiedliche Flügel die sich auch bekämpfen.
00:41:10: Aber einer davon ist natürlich Islamismus-Afin.
00:41:14: das muss man ganz ehrlich sagen.
00:41:16: Bei der AfD würde ich jetzt gleich noch mal gesondert drauf eingehen Auch mit einer eigenen kleinen Geschichte, die ich erleben durfte.
00:41:20: im Leben.
00:41:21: bei den linken Szene ist es so... in dem Jahrgang, in dem ich groß geworden bin In dieser linken Bubble groß geworden.
00:41:28: Das ist ja auch immer so ein Stück weit vorgeschobene liegsten Liebe dass man Mitleid haben soll mit den Kindern, die da leiden und hungen.
00:41:38: Ich will nicht sagen das böse Wort Verblendung aber man hat schon ein bisschen die Augen die Scheuklappen aufgesetzt.
00:41:43: Dass man einfach da das Lot vielleicht verloren hat ist richtig?
00:41:47: Ja absolut!
00:41:48: Und auch sich weigert wirklich Probleme wahrzunehmen.
00:41:51: also jetzt heute habe ich gelesen in einem Artikel der sich mit Ceuta beschäftigt hat ja Da sind ja nun viele, die hier bei uns immer als Kinder- und minderjährige Schutzbedürftige gelten.
00:42:04: Und viele von diesen sogenannten Schutzbedüftigen sind straffällig geworden.
00:42:09: in ihren Heimatländern waren damals schon oder sind dort auch schon keine Mitglieder der Gesellschaft gewesen auf die beispielsweise der Staat Marokko Wert legen würde, sondern die haben die möglicherweise sehenden Augens exportiert.
00:42:25: Heute in Ceuta ist eine ganze Reihe von diesen Menschen, von diesen Männern als Influencer tätig.
00:42:32: und da der Artikel verwies mal darauf was die eigentlich posten.
00:42:37: Sie posten dass sie nach Ceuta gekommen sind um Ceuta von den Ungläubigen zu befreien wie sie auch Europa von den Ungläubigen befreie werden ja?
00:42:46: Und sie sagen ganz klar wir haben Ceuta erobert.
00:42:50: Ich kann mich erinnern, als noch vor kurzer Zeit da hieß es immer ja das eine rechte Narrative.
00:42:57: Dass das der Oberer sind, dass dann alles klagenswerte Opfer die keine Perspektive haben in ihren Ländern.
00:43:04: Die muss man aufnehmen und die muss man auch verteilen.
00:43:06: Die Linken wollten gleich welche nach Berlin holen und so.
00:43:10: Aber jetzt schauen wir, dass ein Teil von denen völlig andere Ideen hat und dass die Idee der Eroberung Europas von denen im Internet gerade popularisiert wird.
00:43:24: Und alles untermalt mit islamistischen Parolen, mit dem Glaubensbekenntnis was man auch sagt zumindest dann öffentlich wenn man sich gegenseitig bestärken will das man mit Gott im Rücken auf den richtigen Weg ist der Welt dem Islam unterwirft.
00:43:47: So etwas kann für Linke nicht gehen, ja?
00:43:54: Sie sind einfach unfähig, dass sie auch diese Komplexität der Situation bedenken.
00:44:01: Selbstverständlich sind das Menschen, die in ihren Heimatländern vermutlich schlechte Chancen haben.
00:44:07: Die haben keine Qualifikation oder Schulbildung und sind kriminell geworden.
00:44:13: Sie sind auch zumindest zum Teil Akteure, die eine sehr radikale Ideologie als eigene sich angeeignet haben und mit dieser Ideologie sehr viel Schaden anrichten können.
00:44:26: Jetzt hat man gerade auch wieder einen Anhänger des ES in Ceuta verhaftet.
00:44:31: also ich glaube da muss man sich einfach mal ehrlich machen.
00:44:36: Ich muss sagen nicht jeder der hier zu uns kommt Möchte das, weil die Demokratie so toll ist?
00:44:44: Die Frage, die ich mir da schon sehr lange stelle.
00:44:48: Wir besprechen jetzt das Problem am Beispiel Islamismus wenn wir uns mal anschauen was gerade in der Magerbewegung passiert dann sehen wir auch gerade aus evangelikalen Kreisen sehr starke Unterstützung für Trump.
00:45:02: Und man kann es bestimmt auch mit der Ostkirche in Russland, die Verzweigung zwischen Kremel und orthodoxerkirche festmachen.
00:45:11: Aber ist das nicht viel mehr so, dass Religion oder eine Ideologie als Vehikel genutzt wird um die eigenen machtpolitischen Interessen durchzusetzen?
00:45:20: Oder kann man sagen, es ist wirklich ein Problem im Konzept bestimmter Religionen selbst?
00:45:26: Na ja, Religion ist immer das was man daraus macht.
00:45:29: Sagt ich jetzt als Wissenschaftler.
00:45:31: Das Gläubiger sieht man das vielleicht manchmal anders aber Religion kann zu unterschiedlichen Zwecken genutzt werden.
00:45:38: Man kann religiöse Quellen unterschiedlich deuten und alles muss gedeutet werden.
00:45:44: der Text an sich spricht er erst mal nicht sondern es spricht nur durch diejenigen die ihn auch dann verkünden oder interpretieren die bestimmte Teile rausnehmen, andere nicht.
00:46:00: Und vor Ende der neunziger Jahre ist in den USA ein sehr großes Projekt aufgelegt worden an der Academy of Religion, an der Universität von Chicago und da hat man sich mit vergleichend Kulturvergleichen auch im historischen Kontext mit politisierter Religion beschäftigt.
00:46:23: Da hat man alle Weltreligionen quasi in den Blick genommen und hat festgestellt, wenn Religion politisiert wird, dann gibt es Gemeinsamkeiten über alle Religionen hinweg, dass sie nämlich gerade für Autoritäre Machthaber nutzbar gemacht werden oder auch für autoritäre Akteure oder sogar totalitäre oder sogar terroristische Akteur.
00:46:47: Und das fand ich damals ganz spannend, weil ich mich damit damit auseinandergesetzt habe.
00:46:52: Dass das wirklich auch im Buddhismus, den wir immer hier nur verfriedlich halten – selbst da kann man eine politisierte Variante erkennen.
00:47:01: und jetzt muss man natürlich schauen, welche haben davon welche Relevanz?
00:47:07: Selbstverständlich wenn Sie die Magerbewegung ansprechen, da gibt es in Ihrem gefangillikalen Bereich Schon auch abenteuerliche Positionen, abenteurliche Personen.
00:47:20: Aber wenn wir Weltmaßstab mal aufmachen dann muss man ganz einfach sagen dass der Islamismus die virulenteste Version einer politisierten Religion ist und auch in der Masse überhaupt nicht vergleichbar mit anderen Religionen.
00:47:37: Religion ist immer das, was man daraus macht, fordert mich natürlich auch als glaubenden Menschen heraus.
00:47:44: Danke!
00:47:45: Haben wir als gläubige Christen, sage ich jetzt mal hier in einer vom christlichen Glaubengeprägten Gesellschaft genug aus unserem Glauben in Seem Sinne gemacht, dass wir ihn den kollektiven Gedanken anderer Religionen gegenübergestellt haben.
00:48:03: Christendom ist eine sehr individuelle individualistische Religion und wir haben glaube ich auch in den Kirchen übernommen alle als Opfergruppen zu sehen, Gruppen zu helfen und nicht mehr den Einzelnen.
00:48:16: und Aufgabe von Christen ist es eigentlich das eigene Seelenhalt zu finden aber Nachbarn den Nächsten zu retten, unter die Arme zu greifen und zu helfen.
00:48:29: Wie wir heute sagen – zu enablen oder zu fördern.
00:48:35: Und das sind ja im Grunde Dinge, die der Einzelne tun muss und wo ich auf den Einzelnen zugehen muss.
00:48:40: Also nochmal die Frage!
00:48:42: Haben vielleicht auch Christen in unserem Land auch die Kirchen versagt indem sie den Individualismus verloren haben?
00:48:49: und dem Kollektivismus zu sehr nachgegangen sind, weil sie alles auch nur noch in Opfergruppen sehen.
00:48:55: Und es ist ja leicht mit Medien heute zu sagen das ist eine Opfer-Gruppe, da sind die Zuwanderer welche?
00:49:01: Die Frauen welche den wir weiß werden und dann behandle ich eben nicht mehr die Gruppen oder nicht mehr den einzelnen von Gott geliebten Menschen.
00:49:08: kann da was dran sein?
00:49:09: Ja selbstverständlich kann da etwas dran sein.
00:49:11: also Das ist vielleicht eine linke Politisierung des Christentums.
00:49:17: Wir reden jetzt immer Überrechte Politisierung, das gibt es natürlich.
00:49:21: Aber es gibt auch eine linke Politisierung und die wird dann natürlich auch nicht richtiger.
00:49:26: was kann man denn dagegen sagen ohne dass man jetzt zu platt wird?
00:49:32: aber wo sind in den mittel?
00:49:33: weil ich meine letzten Jahre haben da jetzt nicht viel erfolge gebracht wenn ich mir die jüngsten Wahlergebnisse anschaue jetzt auch in Richtung linke
00:49:39: bubble.
00:49:40: einer der ursachen meiner meinung nach weshalb ist überhaupt soweit gekommen ist ist dass wir nicht mehr auf Debatten gesetzt haben, auf Debattenkultur.
00:49:51: Das ist eigentlich die Grundlage der freien Welt.
00:49:54: Die Meinungsfreiheit, Wissenschaftsfreiheit und Pressefreiheit sind das, wo sich Menschen auch kontrovers austauschen können, Argumente gegeneinander stellen können mit allem Respekt.
00:50:08: Also ich argumentiere jetzt nicht für einen hasserfüllten Schlagabtausch sondern für respektvolle Auseinandersetzung.
00:50:17: Und da mag man es genau vom Einzelnen zum Einzelne, den einzelnen wirklich ernst zu nehmen in seinen Argumenten aber auch zu sagen wenn Positionen ... Wenn man die nicht akzeptiert und zwar gar nicht akzentiert das dann muss ich sagen im interreligiösen Dialog über selber sehr lange In einem Dialogformat bin es immer noch in Hessen im Dialogforum Islam.
00:50:42: Da muss ich sagen, haben die Dialog-Formate ziemlich versagt weil man diese offene Auseinandersetzung nicht gepflegt hat sondern weil man so herangegangen ist gerade an Muslime, auf dem die man sich ja immer besonders gekümmert hat als ob sie Schutzbedürftige sein den man die Wirklichkeit nicht zumuten kann.
00:51:01: und Das ist meiner Meinung nach schon einer der Gründe des Übels, dass man nicht mehr wirklich debattiert und dadurch viele Menschen in ihre eigenen Bubbles vertreibt.
00:51:16: In diesen Bubbles bestätigt man sich nur, kloppt sich gegenseitig auf die Schulter und ist im allgemeinen Diskurs gar nicht mehr zugänglich.
00:51:31: Gründe, weshalb es meiner Meinung nach so weit gekommen ist.
00:51:36: Eine andere Sache über die ich in letzter Zeit viel nachdenke welche Angebote machen denn die radikalen Akteure dem Einzelnen?
00:51:47: Sie machen alle kommunitäre Angebote sie bieten alle Gemeinschaft.
00:51:54: und jetzt ist es ja völlig richtig dass die Liberale Demokratie die Rechte des Einzelnen stärkt, den einzelnen Blick hat.
00:52:03: Allerdings, wenn ich mir anschaue das Einsamkeit in unseren Gesellschaften ein Problem darstellt, dass in Frankfurt beispielsweise mehr als die Hälfte aller Haushalte Single-Haushalte sind und nicht alle davon sicherlich freiwillig Singlehaushalten, sondern dass Menschen sich sehr schwer tun Kontakt zu haben, Scheitern, dass man weiß ist das junge Menschen gerne Kinder haben wollen aber viele kriegen dann keine.
00:52:35: Also da liegt auf der Ebene des Sozialen auch einiges im Argen und da ist vielleicht auch die Frage für die Kirche ob sie da nicht noch mal nachlegen kann im Sinne auch der Stiftung von Gemeinschaft, nicht im Sinne von tribalen Einheiten sag ich mal.
00:52:54: Also wie die Muslime, die Frauen, die irgendwas äußere Merkmale zu nehmen um eine konstruierte Gruppe zu gründen sondern tatsächlich zu sagen Der Mensch hat Rechte und das ist gut so und die Rechte als einzelner.
00:53:12: aber der Mensch braucht noch mehr als Rechte.
00:53:15: Der Mensch braucht auch ein soziales Umfeld, in dem er aufgehoben ist.
00:53:20: Ein intaktes Um Feld eine Gemeinschaft die wir wenn man gerade den Wehrblock einschieben dürfen natürlich beim Rahmen der Akademie Kloster Eberbach gerne spenden.
00:53:28: so haben wir auch zueinander gefunden.
00:53:30: also einfach auf den Homepage mal vorbeischauen.
00:53:32: Wir sind ein solcher Rahmen auch für alles und jeden offen sofern sie sich im Rahmen waren.
00:53:38: Ja es ist ja auch die Frage was dann wir verbinden das anzubieten haben.
00:53:44: Das war eben eine Frage, die kam mir.
00:53:47: Die stelle ich jetzt vielleicht.
00:53:50: Was ist denn verbindendes zwischen den Religionen da?
00:53:52: Und dann würde ich gerne mal die Antwort auf die Frage haben.
00:53:55: Die Mystik hat ja über Jahre, Jahrhunderte Religionen auch verbunden.
00:54:00: Da haben auch die Religionen voneinander gelernt in den Dogmen.
00:54:03: Haben sie gegeneinander gekämpft, haben es anders definiert aber in der Mystik war vieles was verbindend war.
00:54:11: Auch Mohamed hat ja angeblich in einer christlichen Sekte meditiert, ob es richtig oder falsch
00:54:16: war.
00:54:17: Das darf man den Muslim aber nicht erzählen!
00:54:18: Ja, ich kann
00:54:19: sagen... Du umsteh' erster Shitstopp.
00:54:21: Also
00:54:22: gut neulich habe ich sogar mal im muslimischen Umfeld gesagt, Christi Kein Widerspruch die war wahrscheinlich nicht so ausgebildet.
00:54:29: Aber egal, es gab Verbindendes und es gibt ja auch bei den Sufis Leute die Meditieren.
00:54:36: Und wir haben auch schon im Kloster Eberbach schon mal sogar vor dem Kreuz in Stille gesessen und meditiert.
00:54:42: nachher ging's natürlich darüber ... Die Diskussion darüber los wie das mit der Dreifaltigkeit sei ob dass drei Götter sind usw.
00:54:51: Es fand auch in einer anderen Atmosphäre statt als wenn man sich einfach nur die Definitionen um den Kopf wirft vielleicht vom Geiste beeinflusste, aber von Menschen gemachte Konstruktionen die wir von Gott haben und unsere Erkenntnis wird ja nie reichen um ihn zu ergründen.
00:55:10: Aber in der Mystik hat man was Verbindendes gehabt.
00:55:14: müssten wir das vielleicht wieder stärker betonen so etwas dass wir auch gemeinsam erst mal bei uns es anbieten als Größten, als Moslemer, als Juden.
00:55:24: Die haben es ja auch auf die anderen Religionen.
00:55:27: aber das wird vielleicht auch da wieder Gemeinschaft drin finden in der Stille und dann in der gemeinsamen Erkenntnis suchen.
00:55:35: Die Mystik verbindet ganz sicherlich und wenn ich mir anschaue auch die islamische Geistesgeschichte, die großen Geister, die wir heute noch zitieren können und sollen waren allesamt Mystiker.
00:55:48: Und sie haben alle samt keine Grenzen auch gehabt.
00:55:52: Sie haben von anderen Religionen etwas aufgenommen, so ähnlich wie Mohanad Qashid, mein Lieblingsteologe muslimischerseits immer sagt Gott kennt keine Unterschiede.
00:56:05: Gott ist das völlig egal zu welcher Religion ich mich bekenne sondern wir sind alle geschöpft für Gottes und Er sieht den Islam als Religion der Barmherzigkeit.
00:56:18: Und das ist ein klassisch mystischer Strang in der Religion und dafür wird er natürlich auch angefeindet, wissen wir alle.
00:56:28: aber ich glaube wenn wir da auch in einer multireligüsen und multikulturellen Gesellschaft einen Zukunft haben sollen dann wäre das vielleicht ein Weg, auch die Mystik noch mal stärker zu betonen.
00:56:41: Im Übrigen selbst zäkulare Menschen oder religionsferne Menschen sind ja oft sehr spirituell.
00:56:49: Selbst da könnte man ja auch nochmal einen Angebot machen dass auch diese Menschen wieder mit integriert.
00:56:56: Ich glaube wir uns wär schon sehr geholfen wenn wir erstmal anfangen verbindende Elemente.
00:57:01: Ich glaube, das kann man jetzt so als kleines Fazit an der Frage bringen wieder mehr in den Vordergrund stellt und als jemand, der als Journalist im diesen Ländern viel unterwegs war hat auch genau diese Seite extrem Schätzen gelernt.
00:57:15: also diese Gastfreundlichkeit dieser Nächstenliebe die habe ich hierzulande in der Intensität noch nie spielen dürfen.
00:57:22: zumindest im Kloster Eberbach geht es schon sehr in die Richtung muss ich ehrlich sagen weil da ist mal füreinander da lebt man die Werte, das spür ich dort und deswegen sind wir auch alle dort.
00:57:31: Aber in der Verrohung unserer Gesellschaft ist es fast schon kein Vergleich.
00:57:36: also in der Familie die Wärte, das brauche ich Ihnen jetzt glaube ich alles nicht sagen Das ist schon um einiges irgendwie gefühlt dass was ich erlebt habe, was ich gesehen hab, was Ich gespürt habe, Was ich vermittelt bekommen habe Doch um einigens wertvoller Rodiamant auf dem man mehr aufpasst Würden sie damit gehen?
00:57:55: Definitiv, weil sie Familie angesprochen haben.
00:58:01: Ich kritisiere ja auch viel die Schattenseiten der Migrationsgesellschaft oder der Migrationspolitik aber wir können auch viel lernen von den anderen und wir können Auch Vieles Lernen im Bezug auf ein soziales Miteinander das bei uns schon oft nicht mehr existent ist.
00:58:18: also da muss ich sagen Ein Teil meiner Familie ist selber durch Partnerwahl, migrantisch mittlerweile.
00:58:26: Und das finde ich ganz großartig.
00:58:28: also wir können von den anderen auch viel lernen.
00:58:31: Das ist nicht so dass wir immer nur vorgeben was zu sein hat sondern ich glaube ein lebendiger Austausch der lernt basiert darauf dass man voneinander lernt natürlich Dinge anspricht, die nicht kompatibel sind.
00:58:49: Das ist völlig klar.
00:58:51: Aber wir können das eben in zwei Seiten denken.
00:58:55: Wir können eben auch versuchen... ...die Gemeinsamkeit als Menschen zu finden und auch in Bezug darauf was braucht der Mensch eigentlich?
00:59:05: Danke!
00:59:06: Nichtsdestotrotz habe ich auch auf den ganzen Reisen hinten so absurde Sachen erlebt.
00:59:14: Ich bin angekommen wie ich war mit einer Delegation.
00:59:15: dort bin ich hingereist, das war damals noch Libyen und auf einmal sitzt man in einer Staatskurusse mit einem Wimpel vorne wehend was in Deutschland schon Gott sei Dank lange verboten ist.
00:59:26: Wir sind ins Auto gestiegen und dann hört man deutschisch Marschmusik.
00:59:31: Was dazu führt dass ich sowas in meinem Leben bis dato nicht mal ansatzweise erleben musste muss ich sagen.
00:59:38: Wir sind dann ausgestiegen, das hat noch ein paar Minuten gedauert bis der Fahrrad dann verstanden hat.
00:59:42: Was denn unser Problem sei?
00:59:43: Weil wir sein doch Deutsche und man hätte doch so eine hervorragende gemeinsame Historie.
00:59:48: Und da DMT ist mir langsam, worauf ich jetzt auch hinaus möchte.
00:59:52: Natürlich ist die Historie antisemitisch dort wie auch hier.
00:59:56: Wir haben sie besser verarbeitet, möchte ich jetzt mal einfach so Salopp sagen.
00:59:59: Wobei man da auch wieder kritischer denken muss ob wir es wirklich so gut verarbeitete in Durchschulsysteme hierzulande oder.
01:00:07: ich möchte aber klar Punkt hinaus.
01:00:09: Es gibt bei all dieser nächsten, die ich gerade beschrieben hatte auch ganz hardcore rechte Menschen, die in uns fast schon so ein bisschen Leitbild sehen wie wir damals, wie Hitler damals mit Juden und der Kultur oder anders denkenden umgegangen ist.
01:00:27: also da ist schon große Faszination und diese Faszination hat mich eigentlich durch die gesamte Reiserei jetzt in Mosul war und damit Leuten gesprochen habe drei Professoren des Imam
01:00:40: über
01:00:41: eine Masterthesis verteidigen, von deutschen Studenten.
01:00:46: Ich will jetzt nicht sagen das böse Wort aber das Rechtsverständnis und Rechtsurteile wie dort gesprochen werden?
01:00:51: Ja da haben Sie völlig recht.
01:00:52: ja.
01:00:53: also ich meine mein Kampf wird überall frei verkauft in allen möglichen Sprachen und egal wo sie hingehen als Deutscher werden sie überall beglückwünscht zu Hitler.
01:01:04: Naja, nicht überall.
01:01:05: Aber es ist
01:01:05: auch vorgekommen.
01:01:06: Es gibt kein Land in dem es... Also sicherlich... Das ist leute Bibel!
01:01:09: Keine Amerika kann ich jetzt nicht sagen aber Asien.
01:01:13: Arabische Welt überall und der Antisemitismus war das Verbindende damals.
01:01:20: also Deutschland hat über Radiosender, über bestimmte Verbindung den Nationalsozialismus populär gemacht.
01:01:27: er ist auf fruchtbaren Boden gefallen das muss man eben auch sagen.
01:01:30: Und es gab diese Aufarbeitung nicht.
01:01:36: Es hat immer auf der einen Seite was, wir sind fasziniert vom anderen.
01:01:40: Wir versuchen das gemeinsam zu finden.
01:01:41: aber es geht auch um Werte und es geht darum auch nochmal deutlich zu sagen also zumindest im eigenen Land können wir das machen.
01:01:49: Wir können sicherlich nicht andere Länder von unseren Werten bekehren.
01:01:53: Also da war Afghanistan glaube ich ein deutliches Beispiel wo unsere Grenzen sind.
01:01:57: Aber im eigenen Land können wir und müssen wir das auch machen.
01:02:01: Und da müssen wir ganz klar sagen, was nicht geht.
01:02:03: Da gehört der Antisemitismus Nummer eins dazu.
01:02:06: Absolut!
01:02:08: Deswegen ist es groß, aber wenn ich sie jetzt richtig verstehe... Sie sagen, die Islamisten sind im Wachsen.
01:02:15: Das ist eine gefährliche Stetich am stärksten wachsende Betrohung unserer Demokratie.
01:02:21: Wenn ich das verbinde, dort eine Jahrzehnte ausgelebte Antisemitism Vergötzung von alten historischen Figuren aus unserem Lande.
01:02:32: Wenn die sich jetzt verbinden mit den deutschen Rechten, das geht in meinem Kopf noch gar nicht zusammen wenn ich ganz ehrlich bin weil dann würde ich die Personen, die ich jetzt auch alle gar nicht benennen möchte von der Deutschen AfD auf einmal low-preisend auf irgendwelche Giadisten nachher im total fantastischen Weltlobreisen darum laufen sehen.
01:02:53: Wie passt das zusammen?
01:02:54: Helfen Sie mir.
01:02:55: Ich kann erahnen, dass da wirklich eine große Gefahr besteht.
01:02:59: Aber wie passt es dann hier in die deutsche Demokratie rein?
01:03:03: Das würde natürlich gar nicht mehr passen.
01:03:05: Ich sehe jetzt noch nicht, dass die Diatisten irgendwie loben ... Nein, weiß ich.
01:03:10: So weit geht das auch nicht.
01:03:11: aber Maximilian Krar hat sich beispielsweise schon bei der letzten Bundestagswahl sehr bemüht um die Erdogan-Anhänger unter der türkischen Bevölkerung und hat da auch nicht gespart, Erdogans zu loben.
01:03:23: Also von daher sollte das ein No-Go sein eigentlich genau wie Tilschneider, der ganz offensichtlich ein Fan von Herrn Putin ist.
01:03:34: Diese Begeisterung für autoritäre Charaktere, das ist hoffentlich ... wird hoffentlich nicht ausgebaut.
01:03:45: Haben wir übrigens auch auf der Linke nicht wahr?
01:03:47: Das muss man natürlich auch sagen, hat man immer an den Rändern.
01:03:51: also letztendlich sind Extremismen in gewisser Weise auch Strömungen die vieles gemeinsam haben wenn gleich man das erst mal nichts sieht.
01:04:02: aber die Begeisterung für autoritäres Gedankengut für Unterdrückungsapparate gegen Freiheitsrechte, das vereinigt sie eigentlich.
01:04:16: Von linker überrechter bis zu islamistischer Seite und das könnte auch bei anderen politisisierten Religionen der Fall sein.
01:04:24: Also von daher für mich bedeutet dann eben wehrhafte Demokratie – und mir ist froh, dass wir eine wehr hafte Demokraties haben – sich sehr klar gegen jede Form des Extremismus zu stellen Und nicht nur gegen eine.
01:04:39: Die einen sind nur gegen rechts, die anderen nur gegen links.
01:04:42: Die Dritten sind nur für den Islamismus.
01:04:45: Man muss wirklich alle in den Blick nehmen und gucken was verbindet ihr denn eigentlich?
01:04:49: Wo befeuern sie sich auch gegenseitig?
01:04:52: Klar ist das Sie alle Feinde der liberalen Demokratie sind!
01:04:55: Dazu muss ich jetzt auch noch mal sagen... Das war ein Anlass meines Buches zu erzählen wie unglaublich mühsam es war der Weg bis wir diesen liberalen Rechtsstaat hatten, bis wir diese Demokratie hatten.
01:05:13: Es ist meiner Meinung nach ein einzigartiges Experiment der Menschheit und es ist nicht gesichert dass das die nächsten hundert Jahre überlebt.
01:05:23: Und das wäre sehr schade wenn das nicht gelingen könnte.
01:05:26: Das
01:05:26: ist und bleibt Arbeit!
01:05:28: Jetzt haben sie aber auch zwischendurch immer wieder was Positivstimmendes gesagt, dass alles in Wellen kommt.
01:05:33: D.h.,
01:05:34: eine bringt auch wieder das andere Licht, Schatten schatten bringt Licht.
01:05:37: Wie ist denn da der Übergang aus wissenschaftlicher Sicht?
01:05:41: Wie gestaltet sich so was.
01:05:43: Wir haben Pendelbewegungen, natürlich wenn es ins eine extrem geht dann könnte es möglich sein dass es wieder ins andere geht.
01:05:51: wir müssen aber auch die geopolitischen Bedingungen mit berücksichtigen.
01:05:55: wir sind ja nicht auf einer Insel in Deutschland oder auch in Europa sondern wir befinden uns Machtgefüge, das sich sehr schnell verändert.
01:06:10: Der Westen ist nicht mehr so stark wie er es mal war.
01:06:12: die USA haben sich von bestimmten Dingen verabschiedet.
01:06:16: mittlerweile China wird sicherlich noch einmal eine ganz andere Rolle spielen und zwar in China dass ich nicht demokratisiert.
01:06:25: also die Frage ist natürlich bleiben wir eine Insel der Demokratie?
01:06:29: Wie kann eine Insell bestehen?
01:06:31: aber das sind alles Herausforderungen auf die Ich glaube, niemand weiß bis jetzt eine echte Antwort.
01:06:36: Aber das ist der erste Weg mal zu einer Lösung.
01:06:40: Wir sollten uns bewusst sein, dass Demokratie fragil ist und wir sie schützen müssen.
01:06:47: Und zwar nicht plakativ schützen, sondern mit dem Herz schützen wissen was wir haben.
01:06:53: Und wir müssen unsere Politik, sowohl die Innenpolitik als auch die Außenpolitik darauf ausrichten, dass unsere Demokratie überlebt.
01:07:03: Ja, und ich glaube es ist eine Aufgabe für uns alle eben objektiv die Alternativen aufzuzeigen nach allen Richtungen.
01:07:09: Und ich glaube das ist ein ganz wichtiger Punkt den wir eben gehört haben dass es nicht nur die eine Seite gegen die andere macht und die andere gegen die eine sondern dass es auch Stellen gibt die es versuchen objektive zu machen in beide Richtungen damit man glaubwürdig bleibt.
01:07:25: Und darf ich vielleicht den Blick nach vorne werfen weil das ist mir ja doch noch ein Anliegen.
01:07:30: Weißt was kommt?
01:07:32: Aber das war jetzt so ein schönes Schlusswort.
01:07:33: Und ich möchte mich, bevor wir zu diesem Werbeteil kommen der wirklich auch noch mal interessant ist und auch zu einer Zusammenarbeit vielleicht noch lockt in dieser Runde, mich ganz persönlich bei Ihnen bedanken.
01:07:43: Es war wirklich schön!
01:07:45: Ich hoffe dass es da noch einige Male dazu kommt, dass wir in der Runde hier zusammenfinden...
01:07:48: Ja sehr gerne!
01:07:49: ...und ich möchte allen Zuhörerinnen vor allem aber auch den Zuhöhrern einfach mal die persönliche Bitte stellen nehmen euch nehmen sie sich ein Beispiel an unserem heutigen Gast, denn es war alles andere als immer einfach und nicht so.
01:08:03: trotz stehen Sie sitzen Sie heute vor uns und können so schöne Weisheiten von sich geben.
01:08:08: Und nun lieber Markus kannst du gerne darüber dahin leiten was ihr beide denn als neues fast schon Baby geboren habt und was dann damit einhergeht und was dir Ziel der ganzen
01:08:20: Veranstaltung ist?
01:08:22: Ja, man muss ja in die Zukunft gucken und man muss was machen.
01:08:25: Und wir haben hier auch einen Gast der unglaublich zupackend ist und Ideen hat.
01:08:29: wenn ich alleine sehe bei den Kirchen soll es nicht bei Subsidiarität und Solidarität stehen bleiben sondern praktische Beispiele der Solidaritätsdie sind gefragt.
01:08:39: Wir haben's eben auch noch im zweiten.
01:08:40: das will ich jetzt nicht wiederholen.
01:08:42: Das sind praktische Sachen.
01:08:43: und ja man sollte das sagen wir haben ein Institut gegründet.
01:08:47: Ich war mehr bei dem formalen Teil dabei Aber Susanne Schulter war natürlich die inhaltliche Fahrer bei der ganzen Sache.
01:08:56: Ein Institut für Demokratie und Islam, indem es heißt ist – das gibt auch schon eine Homepage – und vielleicht sagst du noch mal kurz was die Idee dahinter ist?
01:09:08: Und dass wir offen sind für diese Diskussion, die wir eben angesprochen haben aber auch für neue Ideen und für Menschen, die uns helfen wollen!
01:09:17: Ja, dass wir dieses Institut gründen ist eigentlich eine Folge das ein anderes Institut an der Universität Frankfurt abgewickelt wurde.
01:09:27: Nämlich das Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam.
01:09:31: und Wir haben uns gedacht Markus Lübering noch ein paar andere Mitschreiter und ich Dass das jetzt nicht der Weißatletzer Schluss ist da einfach klein beizugeben und zu sagen auch gut er ist es eben so.
01:09:44: Sondern wir waren der Meinung Da ist den Lücke entstanden die dringend gefüllt werden muss.
01:09:49: Die Auseinandersetzung mit dem Islamismus, mit dem Islam aber auch die Stärkung der demokratischen Muslime.
01:09:57: Das ist uns ein wirkliches Anliegen.
01:09:59: das haben wir früher schon gemacht.
01:10:00: Wir haben denen eine Stimme gegeben und sie eingeladen Und so haben wir uns dann auf den etwas mühevollen Weg gemacht.
01:10:07: Ich habe das ein bisschen unterschätzt wie mühe voll das Bürokratische ist und haben einen Verein gegründet der auch gemeinnützig ist.
01:10:14: jetzt Und jetzt beginnen wir.
01:10:16: Beginnen sogar mit einer großen Veranstaltung zu Israel, dem Norstkonflikt und der neuen Welle des Antisemitismus – das wird ein großes Thema sein in unserem Institut!
01:10:34: Wir haben mich sehr gefreut, dass unser hessischer Justizminister die Schirmherrschaft übernommen hat.
01:10:40: Unser Antisemitismbeauftragte Uwe Becker ist an Bord.
01:10:44: Ja, es läuft gut an und die zweite Veranstaltung wird mit einer bekannten iranischen Frauenrechtlerin sein.
01:10:51: Also wir werden genau das tun worüber wir gesprochen haben!
01:10:54: Wir stärken die Guten und zeigen den Bösen dass es so nicht weiter geht.
01:10:59: Und wenn wir mit unserer Plattform mit all seiner Kreativität und Reichweite helfen können gerne kontaktieren, wir freuen uns darauf.
01:11:06: Meine lieben ich danke in die Runde lieber Markus Lieber Lukas und auch an Sie, ich freue mich auf den kommenden Gespräch.
01:11:13: Ich habe siebenzehnte Seiten Vorbereitung.
01:11:15: Ich hab so viele schöne Fragen noch.
01:11:17: wie woran erkennt man in Schulen?
01:11:19: Wie können Direktoren die Gefahren von konservativen Schönen gelebten Islam leben oder aber auch dem Gefahren unterscheiden?
01:11:27: also bitte bitte lassen wir uns nochmal treffen und bis dahin verbleiben wir mit schönen Grüßen und bis bald!
01:11:34: Bis bald!
01:11:35: Tschüss.
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