Wochenimpuls "Wachsamkeit im Leben wächst aus der Stille" von Marcus M. Lübbering - 04.10. - 11.10.2026
Shownotes
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Folge 19 · Manchmal muss uns jemand wecken
Der Wochenimpuls mit Marcus M. Lübbering, Vorsitzender und Gründer der Academie Kloster Eberbach
Gastgeber: Sebastian Labonte
Aufnahme vom 2. Oktober 2026 · Länge 25:57 · Sprache: Deutsch
Was Sie in dieser Folge erwartet
Was braucht es, damit wir im richtigen Moment handeln? Marcus M. Lübbering steigt diese Woche mit einem Satz ein, den er in Augenzeugenberichten gefunden hat. Auf einem Flug von den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Israel war die Maschine im Sturzflug, der Angreifer im Cockpit überwältigt, und zwei Berufspiloten saßen als Passagiere an Bord — so gelähmt vom Schrecken, dass jemand sie erst schütteln musste. „Ich musste sie schütteln, damit sie nach vorne kamen und die Kontrolle übernahmen." Sie landeten das Flugzeug.
Daraus wird keine Heldengeschichte, sondern eine Reihenfolge. Erst die Achtsamkeit gegenüber dem, was in uns selbst passiert. Dann die Wachsamkeit im Leben, damit der Zeitpunkt zum Handeln nicht verpasst wird. Lübbering spannt den Bogen zurück zur letzten Folge über den Frieden: Der Friede wächst in der Stille, und die Stille lernen wir in der Meditation annehmen. Dass es dabei nicht bei einer schönen Betrachtung bleibt, liegt an einem Text, den er vorliest.
Laurence Freeman, der Leiter der Weltgemeinschaft für christliche Meditation, hat in seiner täglichen Kolumne über Frieden und Meditation geschrieben. Sein Befund ist unbequem: Eine friedliche oder gerechte Gesellschaft wird es nicht geben, solange wir keinen Frieden in unseren eigenen Herzen tragen. Und auf dem Weg dahin stehen zwei Hindernisse, die Freeman für jedes spirituelle Leben gelten lässt — die Bequemlichkeit und die Ungeduld. Darum, sagt er, brauchen wir Disziplin.
Sebastian Labonte nimmt den Faden auf, verbindet ihn mit der Folge über Meditationsforschung und schlägt etwas vor, was es in den ersten Folgen schon gab: eine Wochen-Challenge. Ab da wird das Gespräch sehr konkret. Es geht um die Frage, warum Menschen so überrascht sind, wenn ihnen ein Fremder hilft. Um zwei Mark, die nichts geholfen haben, und einen Nachmittag, der viel verändert hat. Und um die Grenze zwischen Helfen und Bevormunden, die Lübbering sehr genau zieht.
Dass eine solche Erfahrung auch schiefgehen kann, verschweigt er nicht — eine eigene Geschichte aus der Studentenzeit in Bonn geht nicht gut aus und hat ihn trotzdem nicht unglücklicher gemacht. Am Ende stehen zwei Termine im Kloster Eberbach und ein Satz über die längste Reise, die wir im Leben machen.
„Also der Friede, von dem wir gesprochen haben, ist keine Gefühlsduselei. Er stellt sich nicht von alleine ein. Er ist mit Arbeit und Disziplin verbunden." — Marcus M. Lübbering
„Die Achtsamkeit ist das Erste, was bei uns beginnen muss, und dann kommt die Wachsamkeit, die wir aufs Leben übertragen." — Marcus M. Lübbering
„Und diesen inneren Frieden im Herzen tragen und wachsam sein — und manchmal uns auch wecken lassen." — Sebastian Labonte
Kapitelmarken
00:00 — Begrüßung zum Wochenimpuls
00:29 — Eine intensive Woche: Vorstandssitzung und Kuratoriumssitzung
01:15 — Die Wiesbaden Stiftung — und die Frage, wie meditativ unsere Gesellschaft noch ist
02:41 — Mainz, ein Mentoring-Programm und sieben Oasentage für Kita-Teams
03:58 — Die Folge mit Dr. Ulrich Ott ist veröffentlicht
04:54 — Der Impuls: 25 Jahre 9/11 und ein Flug nach Israel
06:01 — Augenzeugenberichte: Cockpit, Sturzflug, zwei britische Piloten
07:02 — Das Zitat der Woche: „Ich musste sie schütteln"
07:47 — Wie tief die Maschine wirklich gefallen ist
08:27 — Der Bogen zur letzten Folge: Frieden wächst in der Stille
09:36 — Laurence Freeman in seiner Kolumne „Daily Wisdom"
11:06 — Bequemlichkeit und Ungeduld — die zwei Hindernisse
11:43 — Kein falscher Friede: wachsam sein im Leben
14:10 — Die These: geschult durch das Leben mit der Bedrohung
15:30 — Zurück zu Dr. Ott: das Tagtraumzentrum im Kopf
17:19 — Die Wochen-Challenge: einmal wachsam durch den Tag
19:53 — Zwei Mark, ein Zuhören und eine Geschichte, die verbindet
21:33 — Hilfe zur Selbsthilfe statt Bevormundung
22:28 — Zwei Termine: der 7. Oktober und das Seminar Kontemplation
25:13 — Die längste Reise: vom Verstand zum Herzen
Im Gespräch erwähnt
- Marcus M. Lübbering — Vorsitzender und Gründer der Academie Kloster Eberbach; er stiftet den Wochenimpuls und spricht diese Folge.
- Academie Kloster Eberbach — der Veranstalter des Podcasts; Vorstand und Kuratorium haben in dieser Woche getagt, und mehrere der genannten Kooperationen gehen darauf zurück.
- Kloster Eberbach — die ehemalige Zisterzienserabtei im Rheingau; dort sind die sieben Oasentage festgezurrt, und dorthin kann man fahren, statt nach Fernost zu reisen.
- Die Wiesbaden Stiftung — Gastgeberin des Gesprächs über den christlichen Zugang zur Meditation am 1. Oktober; dort fiel auch das Fazit, dass man für Meditation gar nicht weit weg gehen muss.
- Akademie des Bistums Mainz (Erbacher Hof) — die katholische Akademie in Mainz, mit der ein Mentoring-Programm zur Förderung von Schülerinnen und Schülern an katholischen Schulen besprochen wurde; der Erbacher Hof war einst Stadthof des Klosters Eberbach.
- Kindertagesstätten der katholischen Bonifatius-Gemeinde — sie haben für das nächste Jahr Oasentage mit Meditation für ihr Betreuungspersonal angefragt; sieben Termine sind vereinbart. Die Gemeinde wird in der Folge nicht näher verortet, deshalb verzichten wir hier auf einen Link.
- Dr. Ulrich Ott — Meditationsforscher am Bender Institute of Neuroimaging in Gießen und Gast der vorangegangenen längeren Folge, die inzwischen veröffentlicht ist; auf seine Befunde und seine Anleitung für fünf Atemzüge am Morgen kommt das Gespräch mehrfach zurück.
- flydubai-Flug 1073 am 30. September 2026 — der versuchte Angriff auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv, aus dem das Zitat der Woche stammt; Passagiere und Besatzung überwältigten den Angreifer; ein ebenfalls an Bord befindlicher britischer Pilot übernahm die Kontrolle und landete die Maschine.
- 11. September 2001 — die Katastrophe, an die Marcus M. Lübbering 25 Jahre danach erinnert und gegen die er das Verhalten der Passagiere stellt.
- Laurence Freeman OSB — Benediktiner und Leiter der Weltgemeinschaft für christliche Meditation; aus seiner täglichen Kolumne „Daily Wisdom" wird in dieser Folge ausführlich zitiert.
- Weltgemeinschaft für christliche Meditation (WCCM) — die Gemeinschaft, die Marcus M. Lübbering kurz „die Weltgemeinschaft" nennt und deren Leiter Laurence Freeman ist.
- Mirjam Rosenstein, NAFFO – Nahost Friedensforum e. V. — Referentin des Eberbacher Impulses am 7. Oktober. Lübbering nennt die Organisation im Gespräch „Nahostfriedensinitiative" und beschreibt sie als sehr auf Ausgleich bedacht.
- Eberbacher Impulse am 7. Oktober 2026: „Der 7. Oktober – drei Jahre danach… Wie steht es um den Nahen Osten?" — der Termin, zu dem Marcus M. Lübbering ausdrücklich einlädt, auch als Zeichen der Solidarität.
- Der Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 — das Ereignis, dessen dritter Jahrestag dem Eberbacher Impuls seinen Anlass gibt.
- Kurz-Seminar „Einführung in die Kontemplation" — das Seminar am Samstag, 10. Oktober, um den speziell christlichen Zugang zur Meditation; es findet im Bernhardsalon des Klosters Eberbach statt.
- Edgar Salzmann — er führt das Seminar gemeinsam mit Marcus M. Lübbering durch und bringt einen anderen Zugang mit. Zu ihm gibt es keine belastbare offizielle Seite, deshalb steht der Name hier ohne Link.
- Die Wüstenväter und -mütter — die frühen Mönche und Nonnen der ägyptischen Wüste, von denen die Praxis des immer wiederholten Gebetswortes herkommt; Lübbering verweist darauf, dass die Wissenschaft heute bestätigt, was sie vor 17 Jahrhunderten intuitiv wussten.
- Maranatha — das aramäische Gebetswort, mit dem Sebastian Labonte die Folge schließt und das in der christlichen Meditation als Mantra gebetet wird.
- Die Pfadfinderregel von der einen guten Tat am Tag — Lübbering zitiert sie als Bild dafür, dass Helfen auch den Helfenden verändert. Für die Formel selbst gibt es keine eindeutige Primärquelle, darum hier ohne Link.
Über die Academie Kloster Eberbach
Die Academie Kloster Eberbach steht auf christlichem Fundament und ist offen für alle, die gelebte Spiritualität im Alltag suchen. Sie verbindet Meditation und Achtsamkeit mit der Frage nach Werten in Wirtschaft und Gesellschaft — im Rheingau, im Umfeld der ehemaligen Zisterzienserabtei Kloster Eberbach.
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00:00:00: Herzlich willkommen, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer. Es ist wieder soweit. Eine neue Woche steht uns allen bevor und das heißt auch konkret, wir von der Academie Kloster Eberbach in Form von unserem werten Marcus M. Lübbering, unserem Vorsitzenden und auch Gründer der Academie Kloster Eberbach.
00:00:19: Wir geben hier wieder einen Impuls. Das heißt, lieber Marcus, in welche Richtung geht es denn? Aber zuvor, wie immer, jede Woche, wie war deine vergangene Woche?
00:00:30: Die Woche war sehr intensiv, auch gerade im Hinblick auf die Academie. Wir hatten eine intensive Vorstandssitzung, wir hatten eine Kuratoriumssitzung und das war beides, muss ich sagen, sehr ermutigend. Viele Initiativen. Wir müssen halt sehen, wie wir mit unseren ehrenamtlichen Kräften das alles zusammenbündeln können, dass wir unsere Kontur nicht verlieren, auch unsere innerliche Stabilität, dass wir uns nicht verzetteln.
00:00:54: Aber das ist bei gutem Willen alles möglich. Manchmal muss auch jemand ein bisschen zurückstehen und man muss sich ein bisschen hinten anstellen. Da kann ich nur immer alle, die uns auch helfen wollen, um Verständnis bitten. Aber es wird alles abgearbeitet und es wird alles geprüft. Also insofern sehr ermutigend und eher zu viel als zu wenig. Das ist ja ein gutes Zeichen erstmal.
00:01:15: Und dann haben wir zwei schöne Termine gehabt. Einen in der Wiesbaden Stiftung, jetzt am 1. Oktober. Da ging es um den christlichen Zugang zur Meditation. Interessanterweise nur Frauen anwesend. Es ist ja so ein Angebot immer am ersten Donnerstag im Monat.
00:01:34: Dieses Mal wollten die Frauen etwas zur Meditation wissen
00:01:38: und wir haben es in Gesprächsform gemacht.
00:01:41: Also die Frage, wie meditativ ist denn unsere Gesellschaft überhaupt noch?
00:01:46: So gut wie gar nicht.
00:01:48: Man muss ja nur mal in die Innenstadt laufen
00:01:50: und die Leute von Geschäft zu Geschäft gehen
00:01:53: und ihre Geldbeutel wieder füllen
00:01:56: beziehungsweise ihre Kreditkarten wegstecken für den nächsten Kauf.
00:02:01: Ja, und es ist da sehr viel darüber gesprochen worden,
00:02:05: dass auch unsere abendländisch-christliche Kultur eine Wurzel hat,
00:02:10: die letztlich auch aus der Besinnung auf sich selber und auf Gott natürlich resultiert
00:02:16: und dass da die Grundeigenschaft die Ruhe ist und die Stille
00:02:21: und dass wir über verschiedene Wege dort wieder hinkommen können,
00:02:26: unter anderem über die Meditation.
00:02:29: Das war ein sehr interessantes Gespräch, war sehr lebhaft und ich glaube, dass wir mit der Wiesbaden Stiftung noch zusammen weiter arbeiten werden, auch im neuen Jahr.
00:02:38: Da ist eine sehr große Offenheit.
00:02:41: Ja, und dann hatten wir noch ein Gespräch mit der Katholischen Akademie in Mainz, wo es um die Förderung von Schülern geht.
00:02:49: Dieses Mal an katholischen Schulen dann, wo man ein Mentoring-Programm aufmachen wird, wo auch Meditation eine Rolle spielen wird.
00:02:57: Das hat uns sehr erfreut, sehr große Offenheit.
00:03:01: Ach so, und dann habe ich fast noch vergessen, dass wir angefragt worden sind von den Kindertagesstätten der katholischen Bonifatius-Gemeinde.
00:03:13: Also das häuft sich an der Stelle an zwei Stellen katholisch, sonst sind wir ja bewusst ökumenisch.
00:03:18: Aber man hat uns gefragt, ob wir für die Kindergärtnerinnen, wie heißt das, die Betreuer, das Betreuungspersonal in den Kindertagesstätten,
00:03:26: im nächsten Jahr Oasentage
00:03:28: Meditation machen. Da haben wir jetzt mit dem
00:03:30: Kloster Eberbach festgezurrt,
00:03:32: sieben Termine wird es geben und das ist
00:03:34: natürlich schön, wenn das bei den jungen Menschen
00:03:36: anfängt und wenn die Begeisterung
00:03:38: für diese Idee da ist,
00:03:40: nehmen wir auf, das wird
00:03:42: stattfinden und insofern war das eine
00:03:44: sehr ermutigende Woche. Sehr schön, ja.
00:03:46: Und ich freue mich auch auf die
00:03:48: kommenden Jahre oder auf erst mehr
00:03:50: erst das nächste kommende Jahr, weil ich habe ja die
00:03:52: Woche da so ein bisschen lauschen dürfen, was alles
00:03:54: auf dem Programm steht. Ich freue mich
00:03:56: drauf. Und an der Stelle vielleicht
00:03:58: auch der Hinweis, weil du letzte Folge gefragt hast,
00:04:00: wann ist denn das Interview mit
00:04:02: Herrn Dr. Ott veröffentlicht? Das ist
00:04:04: mittlerweile veröffentlicht. Und da
00:04:06: geht es dann auch darum, was denn so
00:04:08: Meditation im Hirn
00:04:10: oder auch im Körper
00:04:11: so veranlasst,
00:04:14: was es mit einem machen kann
00:04:16: aus wissenschaftlicher Sicht, aber
00:04:18: auch aus praktizierender Sicht. War wirklich
00:04:20: spannend. Ich habe es, glaube ich, jetzt bestimmt
00:04:22: schon selber fünf, sechs Mal gehört, obwohl ich das
00:04:24: auch geschnitten habe. Aber ich nehme jedes Mal
00:04:26: wieder was mit. Das ist wirklich
00:04:27: tief und schön.
00:04:29: Ja, es ist interessant, wie die Wissenschaft bestätigt,
00:04:32: was die Wüstenväter und -mütter
00:04:34: intuitiv schon vor 1700
00:04:36: oder noch
00:04:38: längerer Zeit wussten.
00:04:39: 17 Jahrhunderten,
00:04:42: Entschuldigung. Man muss rechnen können.
00:04:44: Wir sind beide.
00:04:44: lieber Marcus, bevor wir
00:04:47: in die neue Woche, wir beide jetzt
00:04:50: hier konkret starten, mit was schickst
00:04:52: du uns denn in dieser Woche auf die Reise?
00:04:54: Wir haben einige Erlebnisse gehabt in den letzten Wochen, sage ich jetzt mal.
00:05:03: Wir haben 25 Jahre 9/11 begangen und dann haben wir ein Ereignis gehabt auf einem Flug
00:05:13: von den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Israel, wo auch ähnliche Gefahren im Raum
00:05:20: standen und durch die Tapferkeit der Menschen, die an Bord waren, das Schlimmste verhindert
00:05:25: werden konnte, beziehungsweise Menschen gerettet wurden.
00:05:28: Und da wollte ich einsteigen, weil es kann uns, glaube ich, sagen, dass wir wachsam sein
00:05:35: müssen.
00:05:35: Vielleicht davor die Stufe, erstmal müssen wir achtsam sein gegenüber uns selber, gegen
00:05:41: dem, was in unserem Inneren passiert.
00:05:43: Und dann sollten wir auch wachsam sein im Leben, damit der Zeitpunkt, wo wir handeln
00:05:49: müssen, damit er nicht verpasst wird. Und das ist eigentlich so ein bisschen die Quintessenz
00:05:54: dessen, was ich heute sagen möchte. Ich hatte in den Texten, die man dann im Internet gesehen
00:06:01: hat und den Augenzeugenberichten, eine Aussage von jemandem aus dem Flugzeug. Es war ja so,
00:06:08: dass diese Maschine im Absturz war und man hat dann im Cockpit den Entführer oder was
00:06:19: auch immer er vorhatte, den hat man dann überwältigt.
00:06:23: Und dann hat jemand, der im Fernsehen gesehen hatte,
00:06:28: wie man Flugzeuge fliegt, der hat das wohl sehr intensiv gesehen,
00:06:31: einen Film gesehen, dass man ein Flugzeug auch wieder,
00:06:34: wie man es wieder in den Steigflug bringt.
00:06:37: Man darf dann natürlich nicht überreißen.
00:06:39: Also das ist ihm gelungen, aber er konnte nicht fliegen.
00:06:42: Und dann hat man sich wohl darauf besonnen oder es ist rausgekommen,
00:06:47: dass dann zwei europäische, ich glaube britische Piloten an Bord waren,
00:06:53: die nachher das Flugzeug gelandet haben.
00:06:55: Aber die waren wohl so gelähmt von dem Schrecken,
00:06:57: dass jemand sie erst wachrütteln musste.
00:07:02: Und das Zitat diese Woche heißt von diesem Menschen,
00:07:06: ich musste sie schütteln, damit sie nach vorne kamen und die Kontrolle übernahmen.
00:07:09: Also erst mal wachrütteln.
00:07:10: Und da waren einige sehr wach und einige wurden wach gemacht.
00:07:17: Und das ist ja überhaupt kein Vorwurf. Ich weiß nicht, wie ich in so einer Situation gehandelt hätte. Wäre natürlich total in Panik verfallen wahrscheinlich und hätte gar nichts gemacht und hätte auf den Übergang in ein anderes Leben gewartet. Aber die haben gehandelt und sie haben sich wachrütteln lassen. Und so ist das Problem gelöst worden.
00:07:36: Damit wollte ich einsteigen mit diesem Zitat. Ich musste sie schütteln, damit sie die Kontrolle übernahmen. Und da ist Wachsamkeit und Achtsamkeit zuerst in der ersten Stufe ganz wichtig.
00:07:47: Was ich jetzt mitgenommen habe, was bei mir vor allem beeindruckend in Erinnerung geblieben ist und bleiben wird, die sind im Sturzflug 5000 Kilometer einfach abgestürzt.
00:08:00: 5.000 Meter, also 5 Kilometer, ja, also die waren wohl auf normaler Flughöhe und sind einfach in wenigen Sekunden, ich glaube in 17 Sekunden, sind die ein paar Tausend Meter abgestürzt, ja.
00:08:12: Also wer schon mal ein Luftloch da oben mitgemacht hat, weiß, wie sich wenige Meter schon anfühlen können, also dass man da geschüttelt werden muss, um wieder zu sich zu kommen, das verstehe ich.
00:08:21: Aber ja, ich bin gespannt, was du für Schlüsse daraus ziehst und was du uns mitgibst.
00:08:27: Ich habe im Grunde den Bogen spannen wollen zum Thema vom letzten Mal. Da ging es ja um Frieden. Und es ist ja da unten eine sehr unfriedliche Gegend. Wir haben in der letzten Woche über Frieden gesprochen.
00:08:42: Und wir müssen dem Frieden, etwas Natürliches, was den Menschen gemäß ist, glaube ich, Raum schaffen für die Stille.
00:08:54: Oder der Frieden kann eigentlich in der Stille erst richtig wachsen, wenn wir zu uns kommen.
00:09:00: Und weil es der tiefen Sehnsucht der Menschen entspricht, so ist es letztlich auch die Stille, die wir annehmen müssen,
00:09:09: damit wir natürlich werden, damit wir zu uns kommen.
00:09:12: Und dies lernen wir in der Meditation, die Stille annehmen.
00:09:17: Sie schenkt uns einen Frieden, der uns verändert.
00:09:20: Und dazu wollte ich erst tatsächlich zu diesem friedlichen Aspekt der Meditation,
00:09:25: also noch nicht der Aktion, die daraus folgt, wie wir es eben besprochen haben,
00:09:29: sondern zu dem Frieden, der aus der Meditation heraus wirkt, wollte ich etwas zitieren,
00:09:36: Weil Laurence Freeman, der Leiter der Weltgemeinschaft, hat letzte Woche einen wunderschönen Text genau zu diesem Thema zum Frieden beschrieben und Frieden und Meditation in seiner täglichen Kolumne Daily Wisdom, wie er das nennt.
00:09:52: also eine tägliche Weisheit, die nicht nur immer aus dem christlichen Kontext kommt,
00:09:57: sondern auch schon mal aus dem fernöstlichen, hinduistischen oder buddhistischen,
00:10:01: obwohl er natürlich als Benediktiner schon den Fokus auf die christliche Form der Meditation legt
00:10:09: oder den christlichen Zugang.
00:10:10: Ich will das einfach mal zitieren, weil es ganz gut hineinpasst in das, was wir besprochen haben,
00:10:15: Meditation und Frieden.
00:10:17: Er sagt Folgendes, die Erfahrung des Friedens verändert die Gesellschaft. Das haben wir letztes Mal auch gesagt, wenn ich das noch dazugeben kann, wenn ich selber friedlich bin, dann wird das auch ausstrahlen.
00:10:29: Also er sagt, es hat eine Wirkung, er bestätigt das, es verändert die Gesellschaft und er sagt weiter, eine friedliche oder gerechte Gesellschaft wird es nicht geben, wenn wir keinen Frieden in unseren eigenen Herzen tragen. Wir müssen den Frieden in unserem Herzen finden, ihn zuerst in unseren eigenen Herzen freisetzen.
00:10:50: Natürlich stoßen wir bei dieser Arbeit, wie er das sagt, die nötig ist, um unser Herz für den Frieden zu öffnen, auf Widerstand.
00:10:59: Vielleicht, so sagt er, werden wir ungeduldig oder sind einfach nur bequem oder wir geben eben auf.
00:11:06: Das sind die beiden Hindernisse, sagt er, für jedes spirituelle Leben.
00:11:11: Einerseits die Bequemlichkeit, wir leisten die Arbeit der Meditation eben einfach nicht.
00:11:18: Andererseits die Ungeduld, das heißt, wir geben auf, weil wir keine schnellen Erfolge haben, weil die sich nicht so schnell einstellen, wie wir es gerne hätten.
00:11:29: Deswegen brauchen wir Disziplin, sagt er.
00:11:32: Also der Friede, von dem wir gesprochen haben, ist keine Gefühlsduselei.
00:11:37: Er stellt sich nicht von alleine ein.
00:11:40: Er ist mit Arbeit und Disziplin verbunden.
00:11:43: Und wenn wir nicht an der Gefahr eines falschen Friedens erliegen möchten, dann müssen wir wachsam sein. Und da kommen wir jetzt zu diesem Thema, was wir eben besprochen haben. Wachsam sein im Leben, ob wir fliegen, ob wir gehen, ob wir fahren, ob wir andere Menschen wahrnehmen.
00:12:01: Die Achtsamkeit ist das Erste, was bei uns beginnen muss und dann kommt die Wachsamkeit, die wir aufs Leben übertragen. Also Wachsamkeit und Achtsamkeit gehen miteinander einher und die Achtsamkeit üben wir in der Meditation auch, damit wir in unseren täglichen Routinen eben wachsam bleiben.
00:12:21: Es scheint tatsächlich so, als hätte unsere Gesellschaft über die vergangenen Jahre viel von der Wachsamkeit verloren.
00:12:28: Das hat natürlich eben viele Auswirkungen auf Lebensbereiche.
00:12:32: Wir sind in vielen Dingen bequem geworden, wie wir es eben gehört haben.
00:12:35: Wir haben Dinge schleifen lassen. Wir haben gedacht, es geht immer so weiter.
00:12:38: Wir müssen uns eben nicht anstrengen.
00:12:40: Und deswegen sollten wir uns stärker auch wieder in der Achtsamkeit üben,
00:12:45: damit die Wachsamkeit, was wir tun müssen, zunehmend wieder.
00:12:50: oder einen höheren Grad bekommt.
00:12:53: Naja, und was Wachsamkeit dann eben bewirken kann,
00:12:56: das haben für mich die Ereignisse in der vergangenen Woche
00:13:01: mit dieser versuchten Flugzeugentführung gezeigt.
00:13:03: Es ging zwar nicht um den Frieden als solchen,
00:13:06: aber dann doch um nicht weniger als Leben und Tod.
00:13:11: Wir kennen das, man setzt sich ins Flugzeug,
00:13:13: gerade wenn man in Urlaub fliegt oder auch auf Geschäftsreisen,
00:13:15: dann sagt der Kapitän oder der Co-Pilot,
00:13:19: sit back and enjoy your flight, genießen Sie Ihren Flug und relaxen Sie ein bisschen hier an Bord.
00:13:25: Das hört man oft, wenn ein Flugzeug startet.
00:13:28: Und ich weiß jetzt nicht, ob dieser Flugkapitän aus Indien das in diesem flydubai Flugzeug am 30. September beim Abflug gesagt hat.
00:13:38: Aber sicher haben sich die Passagiere in diesem Sinne nach dem Start zurückgelehnt.
00:13:42: Ich glaube, es war ein Urlaubsflug sogar.
00:13:45: Und dennoch, als der Angriff auf den Flugkapitän dann begann, da waren genügend Menschen hellwach.
00:13:52: Die waren wachsam, die wussten, was zu tun ist, um eine Katastrophe wie möglicherweise am 11. September vor 25 Jahren zu verhindern.
00:14:02: Und meine These, das ist jetzt eine These, aber ich möchte gerne Widerspruch dann haben, wenn es nicht stimmt.
00:14:10: Meine These ist, dass die israelischen Passagiere, die so beherzt eingeschritten sind,
00:14:15: trainiert durch die Wachsamkeit gegenüber der ständigen Bedrohung durch Anschläge in ihrem Heimatland,
00:14:21: sofort begriffen haben, worum es ging.
00:14:23: Sie waren voll da und haben andere im wahrsten Sinne des Wortes wachgerüttelt oder geschüttelt,
00:14:33: wie sie das gesagt haben in ihrer Aussage.
00:14:37: Damit sie dann wiederum ihren Teil zur Rettung,
00:14:41: zur glücklichen Rettung beitragen konnten,
00:14:43: ist es ja Gott sei Dank gut gegangen,
00:14:44: was auch nicht selbstverständlich ist.
00:14:46: Also das Leben mit der Bedrohung hat sie geschult.
00:14:50: Und das sagt uns auch etwas für die Meditation, glaube ich.
00:14:53: Also wir tun gut daran,
00:14:55: auch unsere Achtsamkeit in der Stille zu üben.
00:14:58: Und so wird auch unsere Wachsamkeit
00:15:01: dann gegenüber Gefährdungen des Friedens und für Leib und Leben
00:15:05: auch für andere Menschen dann wachsen.
00:15:07: Das ist, glaube ich, so, dass Menschen, die achtsam sind,
00:15:12: wie gesagt, auch wachsam sind, für andere sich anders einsetzen,
00:15:17: für die Gesellschaft sich anders einsetzen.
00:15:19: Und davon brauchen wir mehr.
00:15:20: Und deswegen sollten wir öfter mal in die Stille gehen
00:15:24: und ganz bewusst Achtsamkeit üben.
00:15:27: Schön.
00:15:30: Ich werde anfangen, mir jetzt auch Bücher von Laurence Freeman durchzulesen und zu inhalieren,
00:15:38: weil es einfach so oft jetzt auch bei dir wieder hier vorkommt.
00:15:40: Und ich habe jetzt gerade, während du gesprochen hast, darüber nachgedacht,
00:15:44: wie kriege ich da jetzt den Bogen.
00:15:45: Aber wir können ihn ganz gut finden durch unseren, wieder auch den letzten Podcast-Gast,
00:15:50: Herrn Dr. Ott, können wir ja jetzt sagen, wir sind wissenschaftlich,
00:15:53: haben wir ein Attest bekommen, dass wir bei uns sind,
00:15:57: dass wir das Tagtraumzentrum des Hirns,
00:16:02: haben wir Meditierenden anscheinend laut wissenschaftlicher Bestätigung
00:16:06: besser im Griff.
00:16:07: Heißt, wir sind wahrscheinlich auch ein Stück weit achtsamer.
00:16:11: Das hat er, glaube ich, auch so relativ genau gesagt in dem Podcast.
00:16:14: Und somit würde ich all deine Thesen und auch die These unterstützen,
00:16:20: Und durch diese ewige Wachsamkeit, wenn man dort groß geworden ist und dieser Nationalität angehört, macht das was mit einem. Ich war selber in solchen Ländern, da weiß ich, es ist interessanterweise gar nicht mal nur negativ, sondern sie gehen auch leichter irgendwie durchs Leben, habe ich mitgenommen, weil es könnte ja jederzeit irgendwas passieren.
00:16:39: Also auch da ein Stück weit — nicht leichter, das ist das falsche Wording —, bewusster vielleicht durchs Leben, auch in der Situation besser.
00:16:47: Absolut.
00:16:49: Und wer das auch irgendwie praktiziert und auch durchhält,
00:16:55: und das ist die Disziplin, das ist das Einzige an Disziplin,
00:16:58: was man da eigentlich durchhalten muss und aufbringen muss,
00:17:00: sich irgendwie mal hinzusetzen.
00:17:01: Und auch da haben wir jetzt eine Anweisung bekommen von Herrn Dr. Ott,
00:17:05: wie man in fünf Atemzügen das auch morgens im Bett machen kann.
00:17:09: Also die Zeit kriegt jeder mit.
00:17:11: Das Einzige, die Wachsamkeit fängt bei mir jetzt noch nicht da,
00:17:15: oder fängt nicht erst da an, wenn jemand attackiert wird.
00:17:19: vielleicht, hatten wir schon lange nicht mehr,
00:17:21: kann man als Wochen-Challenge ja mal mitgeben, mal wieder.
00:17:23: Das hatten wir in den ersten Folgen.
00:17:25: Dass jeder einfach mal wachsam durchs Leben geht.
00:17:28: Und da würde ich dann auch mit dem Zitat,
00:17:30: was du hier reingebracht hast von Laurence Freeman,
00:17:32: arbeiten wollen,
00:17:33: lasst uns doch alle versuchen,
00:17:36: wirklich diesen Frieden im Herzen zu tragen.
00:17:38: Und dann wird man, glaube ich, automatisch wachsamer.
00:17:41: Und das kann ja auch eine ganz helfende Hand sein im Alltag.
00:17:45: Wo man einfach merkt, okay, da bin ich wachsam.
00:17:49: Da wird Hilfe benötigt. Es bricht mir keinen Zacken aus der Krone, wie man so schön sagt, wenn ich jetzt einfach nur kurz mal die Hand reiche und jemandem über die Straße helfe, beim Einkaufen Hand reiche. Ich weiß es nicht.
00:17:59: Ja, es ist wunderschön gesagt. Es ist genau das. Es macht uns wacher. Wir gehen mit offenen Augen, offenen Augen durch die Welt. Es ist natürlich auch eine Typsache. Ich meine, es gibt Leute, die haben einfach dieses Helfer, diese Helferart, die sehen einfach, wo Leute Bedarfe haben.
00:18:19: Aber ich glaube, man kann das auch ein bisschen schulen
00:18:22: und es ist am Ende ein zufriedeneres Leben.
00:18:26: Man sagt ja, die eine gute Tat, die Pfadfinderregel,
00:18:29: die verändert die Welt oder verändert meinen Tag auch als Helfender.
00:18:34: Und es macht einfach glücklich, wenn wir anderen Leuten helfen.
00:18:37: Nicht in dem Sinne, ich bevormunde dich bei der Hilfe,
00:18:40: sondern ich gebe ihm Hilfe zur Selbsthilfe.
00:18:42: Da müssen wir in unserem Sozialstaat auch noch sehr viel lernen, glaube ich.
00:18:45: Aber da geht es auch um Wachsamkeit und Klugheit am Ende.
00:18:48: Das hängt ja alles zusammen.
00:18:50: Nein, das ist sehr schön gesagt, überhaupt kein Widerspruch.
00:18:53: Und diesen inneren Frieden im Herzen tragen und wachsam sein,
00:18:58: weil wir den Frieden auch erhalten wollen und müssen für uns
00:19:01: und manchmal uns auch wecken lassen.
00:19:03: Also wie gesagt, wie du das richtig gesagt hast,
00:19:06: es müssen nicht solche Ereignisse sein,
00:19:08: aber die lassen natürlich die Wahrheit herauskulminieren.
00:19:11: Worauf kommt es an?
00:19:14: Und wir vergessen das im Alltag allzu leicht in unseren Routinen.
00:19:17: Aber da macht uns die Meditationszeit eben wieder wacher
00:19:21: und sie wird uns, glaube ich, helfen.
00:19:23: Auf jeden Fall und kein Widerspruch.
00:19:25: Was auch spannend ist, wenn man dann anfängt zu helfen,
00:19:29: egal in welcher Art, in welcher Größenordnung,
00:19:32: ich weiß gar nicht, was einen glücklich macht, das Helfen an sich.
00:19:35: Ich finde, wenn ich es bei mir jetzt beobachte,
00:19:36: ist es die Reaktion auf die helfende Hand.
00:19:40: Ja, doch, ich sage es jetzt, weil die meisten Leute sind extrem überrascht,
00:19:44: wenn sie geholfen bekommen von Fremden.
00:19:46: Ja, weil wir natürlich auch dann von gleich zu gleich auf einmal sprechen.
00:19:53: Also ich habe neulich mit jemandem gesprochen, da ging es auch um die Frage,
00:19:56: wie hilft man Obdachlosen?
00:19:58: Und dann hat mir jemand gesagt, naja, ich habe das als Student gemacht.
00:20:04: Ich habe mich um jemanden gekümmert.
00:20:05: Früher sind die immer vorbeigelaufen an den Menschen.
00:20:08: Ich habe gedacht, was mache ich?
00:20:09: ich kann dem nicht viel geben, ich habe dem hier mal zwei Mark damals noch gegeben
00:20:15: und das hat ihm auch nicht geholfen, aber ich habe mich zu ihm gesetzt,
00:20:19: ich habe mit ihm gesprochen, ich habe ihm zugehört, seine Geschichte
00:20:23: und dann habe ich auch eben, also er war Theologe, er hat dann gesagt,
00:20:28: ich habe auch in meiner Gemeinschaft dann darüber geredet
00:20:30: und die anderen wussten auf einmal, warum dieser Mann, der da vor dem Geschäft,
00:20:34: den alle gesehen haben, warum der in so eine Situation gekommen ist
00:20:38: Und sie haben ihn anders gesehen. Und das verbindet natürlich. Und das ist etwas, was uns fehlt. Diese Verbindung zu den Menschen, die wir helfen. Es ist einfach, Geld über die Mauer zu schmeißen in der Entwicklungshilfe oder Geld einfach in den Kasten zu werfen und sagen, naja, gut, dann kauft ihr eben Hamburger.
00:20:57: Weil nein, das wirkliche Helfen ist auf einer tieferen Ebene.
00:21:01: Und das ist etwas Wunderbares und das erfüllt uns auch.
00:21:05: Wir bekommen sicher mal Widersprüche.
00:21:08: Ich habe mich früher auch mal um Obdachlose gekümmert.
00:21:10: Und dann habe ich gemerkt, dass damals in der Studentenzeit in Bonn,
00:21:17: weil er mich mit dem gesehen hat, der hat mich gemieden.
00:21:21: Das gibt es auch.
00:21:22: Aber deswegen bin ich wirklich nicht unglücklicher geworden,
00:21:25: sondern das schärft auch die Gabe der Unterscheidung, mit wem kann man und mit wem kann man weniger.
00:21:30: Also es ist, glaube ich, eine ganz wichtige Ebene.
00:21:34: Und es ist auch eben wichtig, das will ich auch noch mal betonen,
00:21:37: dass wir den Menschen nicht so helfen, dass wir sie bevormunden,
00:21:42: sondern dass wir sie ganz ernst nehmen.
00:21:44: Es kann sich jeder auch ein Stück weit jedenfalls selber helfen.
00:21:48: Und das ist natürlich ein Teil von Freiheit.
00:21:52: Ich will sie nicht bevormunden, ich will ihnen nicht sagen, mach es so, du musst es so oder so machen,
00:21:57: sondern ich kann vielleicht sagen, versuche es so oder so.
00:22:00: Und dann geht man ein Stück, ein kleines Stück vielleicht, nur vielleicht im Gespräch ein paar Worte des Weges zusammen.
00:22:06: Und wir wissen, dass Gemeinschaft glücklich macht und dass wir alleine vereinsamen.
00:22:11: Kann man gegenangehen.
00:22:13: Wunderbarer Impuls. Ich werde ihn mit im Herzen tragen die Woche und werde dann noch mehr verstärkt darauf achten,
00:22:20: ob es denn so funktioniert, wie ich hier gerade kokettiert habe.
00:22:23: Mal schauen.
00:22:23: Ich nehme es auch so mit.
00:22:25: In die neue Woche.
00:22:26: Wir haben, kann man das noch sagen?
00:22:28: Wir haben ja dieses Jahr, diese Woche, am 7.10.
00:22:31: den Eberbacher Impuls mit Mirjam Rosenstein.
00:22:34: Das führt uns wieder in die Gegend, wo unten dieses Flugzeugereignis war.
00:22:38: Sie spricht über drei Jahre 7. Oktober,
00:22:42: also der Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023
00:22:48: und spricht über die Lage dort unten.
00:22:51: Sie ist ja von der Nahostfriedensinitiative,
00:22:54: also eine sehr auf Ausgleich bedachte Organisation.
00:22:58: Ich bin gespannt und kann nur einladen,
00:23:02: das auch als ein Zeichen der Solidarität mit den Menschen da unten anzunehmen.
00:23:07: Dieses Angebot würde mich riesig freuen, wenn viele da hinkommen.
00:23:10: Und nächste Woche, Samstag am 10. Oktober,
00:23:14: sollten wir vielleicht auch noch mal herausstellen,
00:23:17: haben wir ein Seminar Kontemplation, wo es um den speziell christlichen Zugang zur Meditation geht.
00:23:25: Das ist nicht ausschließlich christlich, aber wir sollten auch erklären,
00:23:30: dass wir in unserem abendländisch-christlichen Kulturkreis auch so einen Zugang haben,
00:23:38: den man leichter verstehen kann, vielleicht sogar als fernöstliche.
00:23:44: Das war jedenfalls in der Wiesbaden Stiftung bei dem Gespräch mit den Damen,
00:23:49: das, was ich eben erwähnt habe, das Fazit, dass sie gesagt haben,
00:23:53: es ist ja toll, dass wir sowas auch bei uns haben und gar nicht so weit weg gehen müssen,
00:23:57: weder in Gedanken noch irgendwo groß hinreisen müssen.
00:24:00: Ja, und das kann ich nur bestätigen, als jemand wie jeder Zuhörer,
00:24:04: der uns hier schon einmal gehört hat, weiß, dass ich auch Indien im Herzen mit mir rumtrage.
00:24:10: Aber du hast es jetzt so ein bisschen, hast dann fast untertrieben, wir sind da extrem offen.
00:24:16: Also wir geben Leitplanken vor, das finde ich von dir, das Wording, so schön.
00:24:21: Aber jeder kann da meditieren, wie er möchte, wie er es kennt, wie er es gewohnt ist.
00:24:27: Aber ich finde, es ist wirklich interessant, dir zuzuhören, weil du bist derjenige, der das am Samstag, am 10.10. gibt, dieses Seminar.
00:24:36: Und jemandem, der so viele Gedanken schon in die Meditation gebracht hat
00:24:41: und sich so viele Gedanken darüber gemacht hat
00:24:43: und auch schon mit so vielen Leuten darüber gesprochen hat.
00:24:44: Marcus, das ist wirklich eine Wonne, dir zuzuhören.
00:24:47: Und ich freue mich jedes Mal auf dieses Seminar,
00:24:50: auch wenn ich jetzt, ich glaube auch schon das vierte oder fünfte Mal dabei bin.
00:24:53: Und ich werde auch wieder dabei sein.
00:24:55: Und ich kenne auch noch ein paar andere Leute,
00:24:56: die sich auch wirklich schon herzlich darauf freuen.
00:24:58: Also vielen Dank.
00:25:00: Ich muss aber der Vollständigkeit halber sagen,
00:25:02: ich werde das ja wieder mit dem Edgar Salzmann durchführen.
00:25:05: und der hat ja auch einen anderen Zugang, also ich habe ja jetzt speziell diesen christlichen und ich glaube, das ist wichtig.
00:25:13: Man muss also nicht nach Fernost reisen, um zu meditieren, sondern man kann ins Kloster Eberbach fahren
00:25:19: und du weißt ja, dass die längste Reise, die wir im Leben machen, die kennst du, das ist die Reise vom Verstand zum Herzen
00:25:27: und da versuchen wir, die Leute
00:25:29: ein bisschen abzuholen. Nicht im
00:25:31: bequemen Sonderzug,
00:25:34: sondern durch harte Arbeit.
00:25:36: Und Disziplin,
00:25:37: die angenehme Art, weil das Ziel
00:25:39: ist ein schönes. lieber Marcus, das war
00:25:41: wie immer eine Wonne, dir zuzuhören und mit dir zu sprechen.
00:25:43: Wir sehen uns kommende Woche
00:25:45: zwischendurch, aber besonders
00:25:47: freue ich mich dann wieder auf unser
00:25:49: Gespräch hier.
00:25:50: Wunderbar, bis dahin, alles Gute.
00:25:53: Bis dahin, Maranatha und bis dann.
00:25:56: Gottes Segen.
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