Wochenimpuls "Wie schaffe ich es zur Ruhe zu kommen" von Marcus M. Lübbering 19.10.-25.10.

Shownotes

Der Kompass des Geistes ist zu unstet — dieser Satz eines walisischen Lyrikers steht am Anfang des neuen Wochenimpulses. Marcus M. Lübbering, Vorsitzender und Gründer der Academie Kloster Eberbach, hat ihn in einem Buch gefunden, das gerade erst auf Deutsch erschienen ist, und spricht mit Sebastian Labonte darüber, was man mit einem Geist macht, der nicht stillhalten will.

Die Antwort des Augustiners Martin Laird ist überraschend praktisch: Gib dem Geist etwas zu tun. Ein kurzes Wort, im Stillen wiederholt, immer wieder. Lübbering erzählt dann sehr genau, wie seine eigene Meditation aussieht — der Gong, die zwanzig Minuten, der Atem, auf den er das Wort aufsetzt. Und er beginnt diese Auskunft mit einem Satz, den man von jemandem nach Jahrzehnten Übung nicht erwartet.

Sebastian Labonte bringt dazu ein eigenes Bild mit. Es stammt aus dem Himalaya, hat mit Affen zu tun und wird zum roten Faden dieser Folge — bis hin zu einer Geschichte aus Rom, in der eine laute Hotelküche im Laufe einer Woche von allein leise wurde. Am Schluss stehen vier Termine im November.

Zu hören überall, wo es Podcasts gibt, und auf academie-Kloster Eberbach.podigee.io.

Transkript anzeigen

00:00:00: Herzlich willkommen zurück zu einer neuen Ausgabe des Wochenimpulses der Academie Kloster Eberbach.

00:00:06: Mit dir gemeinsam begrüße ich unsere Zuhörerinnen und Zuhörer, lieber Marcus M. Lübbering.

00:00:11: Ja, herzlich willkommen allen.

00:00:13: Wie geht es dir, wie war deine vergangene Woche, wie wachsam war deine vergangene Woche?

00:00:19: Ich hoffe, sie war wachsam genug.

00:00:24: Wir haben letztes Mal davon gesprochen, dass man manches übersieht im Leben und dass ich nicht immer der Wachsamste bin, wenn es darum geht, Menschen zu helfen und Nöte zu sehen.

00:00:33: Ich habe aber ein paar gute Gespräche geführt, wo ich ja auch sagte, wo meine Stärke eher ist.

00:00:38: Ich war auf der Priesterweihe eines Freundes, den kennen viele hier, nicht der Priesterweihe, sondern das Jubiläum der Priesterweihe, 40-jähriges Jubiläum von Pater Klaus Mertes, den Jesuiten, der ein Schulfreund von mir ist.

00:00:54: Er war eine Klasse über mir und die Freundschaft hat gehalten über all die Jahre.

00:00:57: Das war ein bewegendes Erlebnis.

00:01:00: Naja, und dazu kommt noch der Geburtstag meiner Frau, der Runde, den wir gefeiert haben oder begangen haben.

00:01:07: Also insofern, es war einiges los und da musste man schon wachsam sein,

00:01:12: ganz aus der Notwendigkeit einer Feier heraus, wenn man Gäste hat oder Ähnliches

00:01:18: oder Leute einfach nur begrüßt zu Hause.

00:01:20: Dann will man ja auf sie eingehen und will auch, dass sie sich wohlfühlen.

00:01:24: Schön, dann ist es dir gelungen, das freut mich.

00:01:27: Ja, mit welchem Impuls, in welche Richtung geht es denn in die neue Woche?

00:01:33: Ich wollte starten mit dem Zitat von Ronald Thomas,

00:01:40: einem walisischen Lyriker, der zwischen 1913 und 2000 gelebt hat.

00:01:46: Er ist ein anglikanischer Geistlicher, er kommt aus Wales, wie gesagt,

00:01:52: Und er hat diesen schönen Satz geprägt, der Kompass des Geistes ist zu unstet.

00:01:58: Dieses Zitat sagt ja aus, dass unser Geist uns immer irgendwie entführen will aus dem Hier und Jetzt in die Vergangenheit oder in die Zukunft mit guten, manchmal auch schlechten Gedanken.

00:02:13: Und wir müssen halt uns daran erinnern, was Ulrich Ott gesagt hat,

00:02:19: dass es um eine unglaubliche Breite geht.

00:02:21: Es geht weit zurück, es geht weit in die Zukunft.

00:02:24: Manchmal träumen wir auch, aber wir müssen das eindampfen aufs Hier und Jetzt.

00:02:29: Und wenn wir uns auf den Geist alleine verlassen, dann werden wir wirr.

00:02:32: Es ist halt wichtig, dass wir den Geist erden.

00:02:37: Und dass wir den Geist erden, das passiert meistens durch bestimmte Arten von Stille,

00:02:45: zur Ruhe kommen und eben auch Meditation.

00:02:48: Ich habe den Ausspruch gefunden in einem Buch,

00:02:52: „Ins stille Land" heißt es von Martin Laird, das ist ein Augustiner.

00:02:57: Das Buch ist schon einige Jahre alt.

00:03:00: Es ist jetzt im Vier-Türme-Verlag gerade erst übersetzt worden.

00:03:05: Und ich habe da auch gelesen einiges zu dieser Auseinandersetzung zwischen Geist und Intuition,

00:03:17: wie es ja auch Albert Einstein gesagt hat, dass wir eben beides brauchen und in Balance bringen muss.

00:03:24: Und dann kam ich eben auf diesen Lyriker Ronald Stuart Thomas.

00:03:32: Witzigerweise hat der in Holyhead gewohnt, er ist da aufgewachsen und ich erinnere mich selber daran, dass ich in Holyhead, das ist ja ganz im westlichen Outpost der Zivilisation auf dieser Halbinsel, da fahren die Fähren nach Irland.

00:03:47: Und ich bin früher öfter von dort aus mit der Fähre rübergefahren, mit dem Mailboat, wie es hieß, also dem Postschiff, in einen Hafen, der Dublin etwas vorgelagert ist, Dún Laoghaire.

00:04:00: Ich erinnere mich noch daran, dass ich damals das Meer das erste Mal gesehen habe, als kleiner Junge, als Fünfjähriger.

00:04:08: Ich fand das unheimlich, die Wogen, die da aufgewühlt wurden. Es war dunkel, das Meer ist ja nicht blau und hell, sondern dunkel.

00:04:16: Und „roaring", wie man sagt, also es ist laut und tosend und da kann man sich ganz gut vorstellen, wie er da den Geist verglichen hat mit dem Meer, was Dinge hin und her wirft, was ungeordnet erscheint und zu einem zerstreuten Geist führt, wenn man es eben einfach so laufen lässt.

00:04:39: Möglicherweise hatte er solche Bilder im Kopf, als er diesen Satz geschrieben hat.

00:04:42: Aber wie gesagt, der Geist, den wir haben, das ist ja auch oft so,

00:04:46: dass in den tosenden Fluten der eigenen Gedanken kaum zur Ruhe gebracht werden kann.

00:04:52: Und das tun wir in der Meditation.

00:04:54: Martin Laird schreibt, der Geist hat unzählige Gesichter.

00:04:59: Wir gehen damit oft gar nicht um, weil wir weglaufen und den Gedanken nachgehen.

00:05:04: Wir müssen uns schon fragen, wollen wir das zähmen?

00:05:06: Wollen wir damit bewusst umgehen oder wollen wir es laufen lassen? Und auf dem Weg in das stille Land, wie es da so schön heißt, in dem Buchtitel von Martin Laird dem Augustiner, da kommt es laut diesem Autor, der Professor für frühchristliche Theologie und Spiritualität in Pennsylvania ist, da kommt es darauf an, dass wir den Geist zur Ruhe bringen, indem wir ihm etwas zu tun geben.

00:05:31: Also nicht laufen lassen, sondern gib ihm etwas zu tun, damit er beschäftigt ist. Und er sagt, ich zitiere, wenn der Geist nicht still sein kann, dann gib ihm einen kurzen Satz oder ein Wort, das er im Stillen wiederholen soll.

00:05:49: Das kennen wir irgendwie von der Meditation und er bezieht sich dabei explizit auch auf die Tradition der Wüstenväter und er hat dann auch einen Rat, wie wir mit den Gedanken umgehen sollen, die so sicher wie das Amen in der Kirche beim Meditieren ja immer wieder auftauchen werden.

00:06:05: Und wer ein bisschen Übung hat, der weiß, wir können nicht nichts denken,

00:06:10: wir können uns fokussieren auf das Wort, auf das Mantra,

00:06:13: aber Gedanken werden immer wieder auftauchen.

00:06:16: Und dazu meint er dann, zitiere,

00:06:19: wir werden feststellen, dass wir ständig abgelenkt werden.

00:06:22: Sobald wir uns bewusst sind, dass unsere Aufmerksamkeit

00:06:25: von einem Gedanken entführt wurde, schöne Formulierung,

00:06:29: also der Gedanke entführt uns in die Vergangenheit oder in die Zukunft.

00:06:32: Und wenn das passiert, sagt er, dann bringen wir uns sanft zum Gebetswort zurück.

00:06:37: Ja, dann ist es eben so, dass die ständige Rückkehr zum Mantra uns übt, einübt für längere Phasen ohne Gedanken.

00:06:47: Das muss man auch eben auch erstmal aushalten.

00:06:49: Und dieses als wohltuend zu empfinden ist gut, aber das sind ja fast schon wieder Gedanken.

00:06:56: Also einfach mal mit dem Nichts zufrieden sein, mit der Leere, die dann auch anders ausgefüllt wird.

00:07:02: Naja gut, um in die Stille einzutauchen und um die Gedanken in Schach zu halten,

00:07:08: ist das Mantra eine wirksame Hilfe.

00:07:11: Das wissen wir, das lehren wir ja auch so in der Academie,

00:07:15: gemeinsam mit der Weltgemeinschaft für christliche Meditation.

00:07:18: Und zwar ist das so in der Meditation, da halten wir unsere Gedanken in Schach,

00:07:25: aber wir haben es letztes Mal schon angedeutet, durchaus auch darüber hinaus.

00:07:29: Also man soll durchaus auch, wenn man in dem Alltag ist

00:07:33: und keine direkten Ansprüche sind an unseren Verstand,

00:07:40: dann sollen wir durchaus auch das Mantra sagen.

00:07:45: Oder wir können es sagen.

00:07:46: Es wird uns wieder vielleicht zurückführen in unseren ruhigeren Zustand.

00:07:50: Martin Laird schreibt, und dann will ich den nochmal zitieren,

00:07:54: wir widmen dem Gebetswort, also das Mantra ist es,

00:07:59: wir sprechen ja immer von Mantra, wir widmen dem Mantra unsere ganze Aufmerksamkeit

00:08:03: während der Zeit, die wir für die Meditation reserviert haben.

00:08:08: Und auch immer dann, wenn wir das Denkvermögen des Verstandes gerade nicht brauchen.

00:08:12: Also es ist ein Rat, auch mal im Alltag runterzukommen und dieses Wort zu wiederholen.

00:08:17: Wir denken nicht über die Bedeutung des Gebetswortes nach, sagt er, wir wiederholen es einfach.

00:08:23: Und da muss ich auch sagen, ja, wie viel Streit und Auseinandersetzung könnte vermieden,

00:08:29: Also unnötiger Streit. Wir brauchen auch Streit mal und diskutieren, aber es gibt auch viel persönlichen Streit, der unnötig ist. Und wie viel davon könnte vermieden werden und wie viel Empathie könnte wachsen, wenn wir unser Mantra so auch im Alltag einsetzen würden, weil wir uns ganz wieder erden würden.

00:08:48: Wenn wir regelmäßige Gebetspraxis haben und zu dem Wort auch im Alltag zurückkommen, ist das wieder präsent.

00:08:54: Also wir dürfen auf Menschen und Situationen und vor allem auch auf Probleme durchaus mal mit dem Mantra zugehen.

00:09:03: Dann werden wir anders darauf eingehen und damit umgehen.

00:09:07: Und wir werden eben nicht in Routineautomatismen verfallen, dass wir eben sagen, ach der schon wieder, das regt mich noch mehr auf.

00:09:14: oder wir werden jedenfalls nicht in unüberlegte, hektische Betriebsamkeit so leicht verfallen.

00:09:20: Also die Bitte und Aufforderung ist, nehmen wir die Empfehlungen von Martin Laird uns zu Herzen.

00:09:29: Meditation mag für viele von uns beim Einstieg oder für viele, die es jetzt hören

00:09:35: und es mal versuchen wollen, etwas fremd sein.

00:09:38: Aber wir machen uns auf den Weg und auf einen Weg, der sicher viel Segen für uns und für andere bringen kann.

00:09:47: Und dann hören wir dazu nochmal auf die Erfahrung des Autors dieses Buches von Martin Laird.

00:09:54: Er sagt, am Anfang mag dies uns etwas künstlich und mühsam erscheinen.

00:10:00: Also das Mantra zu sagen und immer wieder zu wiederholen.

00:10:03: Aber mit der Zeit wird es uns zur zweiten Natur.

00:10:06: Wir finden darin ein Zuhause und eine Zuflucht. Bei all dem bleibt die grundlegende Praxis die gleiche. Wann immer wir feststellen, dass ein Gedanke unsere Aufmerksamkeit entführt hat, und von diesen Gedanken gibt es zahlreiche und zudem oft sehr subtile, lenken wir unsere Aufmerksamkeit sanft zurück auf die stille Wiederholung des Gebetswortes.

00:10:31: Das ist sein Rat. Ich glaube, es wird uns helfen, auch manchmal sogar auch bedrohliche oder als schwierig empfundene Situationen im Leben besser zu meistern.

00:10:42: Man sollte es jedenfalls mal versuchen.

00:10:46: Vielen Dank wieder an der Stelle. Ich habe auch da wieder eine Frage an dich. Wie sieht denn deine Meditation wirklich konkret aus?

00:11:00: wenn du dich hinsetzt, was geht da in dir vor?

00:11:03: Das heißt, du rezitierst, du sagst es dir immer wieder und immer wieder,

00:11:07: das Wort Maranatha, hast du da irgendwie ein Timing,

00:11:12: einatmen, ausatmen, in einem durch.

00:11:14: Das heißt, wie schaffst du es oder wie empfiehlst du es,

00:11:18: durch dieses Mantra deine Gedanken zu zügeln,

00:11:24: will ich jetzt gar nicht sagen, weil das ist dann schon wieder,

00:11:25: du musst und nee, die Gedanken kommen und gehen.

00:11:29: Das ist ja so, dass das Wichtige, die wichtige Erkenntnis, aber wie schaffst du es? Was empfiehlst du da?

00:11:33: Ich schaffe es, indem ich es versuche. Und ich schaffe es nicht immer.

00:11:39: Also es ist so, wir haben ja letztes Mal darüber gesprochen, dass man durchaus auch mit einem Gebet anfangen kann.

00:11:45: Das tue ich als Christ sehr bewusst, muss ich sagen. Das muss man nicht machen.

00:11:49: Also man setzt sich dann hin, wenn man vielleicht ein kurzes Memento macht, dass man sagt,

00:11:54: so, ich will jetzt das und das zurücklassen, das ist ja auch, kann man als Gebet machen oder als bewussten Gedankenstoß durch den Kopf schieben und sagen, jetzt habe ich mal Zeit für mich und das, was mich bedrückt oder das, was mich beschäftigt hat, das lege ich jetzt mal zurück.

00:12:10: Und dann, ich habe immer so einen Gong hier, also es gibt ja wunderbare Meditations-Apps, den stelle ich auf 20 Minuten, sogar 21, damit ich 20 Minuten wirklich Stille habe und Ruhe habe.

00:12:25: Und dann nehme ich den Atem wahr, versuche ich ihn wahrzunehmen, man kommt ja dann auch schon ein bisschen runter, der Atem, der einem geschenkt ist, der auch einen Rhythmus hat und auf den Atem setze ich dann das Wort auf.

00:12:40: Und dann das Wort, was wir ja empfehlen, dieses Wort Maranatha, das aramäische Wort, das letzte Wort aus der Schrift, was bedeutet komm her und ein Zeichen von Offenheit ist, zugleich hat das Wort, die Bedeutung des Wortes nichts in der Meditation verloren, dass wir darüber nachdenken, sondern wir sprechen das Wort eben dann beim Einatmen und beim Ausatmen mit diesem Atemrhythmus.

00:13:07: Wenn man ausatmet, eben dieses Ma-Ra-Na-Ta mit vier gleichbetonten Silben, dass ich die Luft abgebe, das ist ja ein Loslassen und dann ein kurzes Verweilen, auch das ist ja schon wieder eine Pause und dann das Einatmen wieder verbinden mit dem Mantra, wieder dieses Ma-Ra-Na-Ta.

00:13:30: Innerlich sprechen, für sich sprechen. Wenn wir in der Gruppe sind, sprechen wir es auch. Jeder für uns. Aber wir kommen dann in einen Rhythmus. Und das versuche ich halt immer. Das habe ich jetzt über die Jahrzehnte nie anders gemacht.

00:13:46: Und ich komme dann in einen Rhythmus, vielleicht kann ich so sagen, in einen Rhythmus der Stille, manchmal, aber ich komme auch in einen Rhythmus, in dem ich dann merke, es sind wieder Gedanken da, ich möchte aber einfach bei diesem Wort bleiben.

00:14:05: Genauso wie ich mich am Anfang der Meditation verabschiede von dem Gedanken, die mich vorher beschäftigt haben von all dem, was mir vielleicht zu viel ist oder vielleicht sogar von der Langeweile, das mögen auch einige Menschen sein oder ich kann mir ja auch mal einen Tag freinehmen.

00:14:21: Das kann alles geben, aber genauso wie ich das loslasse, so lasse ich dann in der Meditation mit dem Wort wieder die Gedanken los.

00:14:30: Nicht gewaltsam, nicht du musst, wie du das eben ganz richtig gesagt hast, sondern einfach als den neuen Versuch sich zu öffnen.

00:14:42: Es ist immer wieder ein Neuanfang, wenn ich mich hinsetze zur Meditation oder wenn ich das Mantra wieder aufnehme.

00:14:49: Und manchmal verliere ich es, ich bin manchmal in Gedanken, dann nehme ich es einfach wieder auf und komme zurück. Und das ist eben so wichtig. Und nach 20 Minuten kommt der Gong wieder und dann, wenn mir dann so ein schönes Gebet einfällt oder aus dem Herzen fließt, wie du es letztes Mal gesagt hast, gesprochen hast und auch geteilt hast, hier dafür nochmal vielen Dank, das war sehr bewegend, dann ist gut.

00:15:11: Oder ich sage jetzt einfach, naja, was kommt als nächstes? Wo muss ich jetzt sozusagen diese Kraft, die ich hoffentlich geschöpft habe in den 20 Minuten der Stille, wo muss ich sie jetzt als erstes und vor allem einsetzen?

00:15:25: Und dann geht es wieder in den Alltag. Nach der Contemplatio kommt ja die Aktion. Nach dem Gebet, nach der Meditation kommt wieder das Erfüllen der Aufgaben, wofür wir da sind auf dieser Welt. Sicherlich zum Beten und Meditieren, aber auch zum Arbeiten. Und das Meditieren ist so ein bisschen das Salz in der Suppe, was dann die Arbeit erst würzig macht.

00:15:48: Schön. Du hast es zweimal gesagt, mit dem Gong, das finde ich einen sehr, sehr guten Tipp aus meiner Praxis.

00:15:56: Wenn man sich da den Handywecker stellt, den man morgens auch zum Wachwerden bekommt,

00:16:01: weiß ich nicht, ob die Assoziation, die man dann aus der Meditation kommend,

00:16:06: wirklich dann auch weiter mit in den Tag tragen kann.

00:16:09: Deswegen den Gong finde ich wunderbar.

00:16:11: Ich hatte bei mir das große Glück, dass ich die Menschen, die mir das Meditieren beigebracht haben,

00:16:18: hatten auch ein eigenes Mantra und das habe ich aufnehmen dürfen.

00:16:21: Und das habe ich mir als diesen Gong, wenn ich wach werde, genommen,

00:16:25: weil es einfach ein schöner Gesang ist, der einen einfach so ein bisschen engelsgleich abholt.

00:16:29: Kann ich auch mal gerne teilen hier bei Gelegenheit,

00:16:31: würde ich aber erst mal Rücksprache halten mit den Herren und Damen, die das mir gegeben haben.

00:16:36: Ja, es gibt ja, vielleicht darf ich das eben sagen, es gibt ja auch von der Weltgemeinschaft,

00:16:44: Also unter wccm.org findet man die Homepage der Weltgemeinschaft.

00:16:50: Und da ist ganz am Anfang, kann man sich eine App runterladen, da ist der Gong drin.

00:16:55: Also man kann sich natürlich einen Wecker stellen, der piepst dann in der Tat.

00:17:00: Ich weiß nicht, ob das so schön ist.

00:17:01: Manche haben auch eine Klangschale, aber da müssen wir wieder auf die Uhr gucken, wann haue ich die.

00:17:06: Also mit so einer App ist das wunderbar, die kann man minutenweise einstellen.

00:17:11: Und die holt einen dann einfach wieder ab auf die gleiche Weise, wie man dann abgetaucht ist in die Stille. Also da gibt es bestimmte Hilfsmittel, da stehen wir auch für Fragen gerne zur Verfügung.

00:17:22: Und ich glaube schon, dass man ja eine Art und Weise haben sollte, wie man auch ein bisschen rein, ja, die Engländer sagen ja Soft Landing wünschen sie, wenn man in den Alltag zurückkehrt, dass das eben einfach möglich wird und nicht so ein Schock ist wie beim Wecker, der dann klingelt früher und so.

00:17:45: Aber es gibt ja auch wunderbare Wecker. Also es muss jeder wissen, wie er es macht, aber es gibt auch entsprechende Hilfsmittel.

00:17:51: Jetzt weiß ich zumindest, wo dein schöner Gong herkommt.

00:17:53: Und ich werde, wenn wir hier beendet haben,

00:17:55: unser Gespräch, werde ich mir diese App runterladen.

00:17:57: Jetzt weiß ich, woher sie kommt.

00:17:58: Ich hätte auch immer fragen können,

00:17:59: aber ich habe es schon so oft gedacht,

00:18:00: dass ich dich fragen will.

00:18:01: Jetzt weiß ich es.

00:18:02: Ich habe noch eine andere Brücke,

00:18:03: die vielleicht auch dem einen oder der anderen helfen mag.

00:18:06: Und zwar habe ich bei dem Anfang der Meditiererei mitbekommen,

00:18:10: okay, die Gedanken kommen.

00:18:11: Es ist einfach so.

00:18:12: Man kann es auch nicht irgendwie.

00:18:13: Und wenn man sagt, ich muss aber jetzt,

00:18:15: dann kommen die noch viel mehr.

00:18:16: Und irgendwann sagte mir ein weiser Mensch,

00:18:20: Man sollte die doch einfach mal als so eine Affenherde betrachten.

00:18:23: Und ich liebe Affen, das sind meine Lieblingstiere.

00:18:29: Nicht unbedingt in der Meditation, aber deswegen fällt es mir besonders leicht.

00:18:33: Und ich habe auch schon Affen in der Herde, in der freien Wildbahn, im Himalaya beobachten dürfen.

00:18:39: Und bin durch sie durchgegangen und dann ist ein Baby vom Baum runtergefallen.

00:18:42: Also Wahnsinn.

00:18:44: Da merkt man, es ist viel Wahres dran.

00:18:46: Diese Affen sind für mich, für uns komplett unberechenbar.

00:18:49: Auch in Indien habe ich bestimmt eine Stunde mich nicht in mein Zimmer getraut,

00:18:53: weil so ein großer grauhaariger Affe da saß.

00:18:55: Also der Vergleich hilft mir ungemein und das auch so ein bisschen liebevoll mit sich umzugehen.

00:19:02: Ja, dann lasst auch die Herde jetzt kommen.

00:19:04: Die wird auch wieder vorüberziehen.

00:19:05: Wer das auch schon mal mitgemacht hat oder wer es noch nicht mitgemacht hat,

00:19:08: es ist gut, wenn die Herde vorbeigezogen ist und der Sack Reis noch da steht

00:19:13: und man nicht überall Unrat von den Tieren hat.

00:19:16: Insofern, auch das hilft mir immer wieder, diese Gedanken, ja, lasse doch ziehen, ist doch schön, ich freue mich dann gleich wieder auf die Ruhe.

00:19:24: Es ist ein wunderschönes Bild mit den Affen, die von Baum zu Baum wippen und sich verfolgen und kreischen und so.

00:19:32: Das ist ja so, in der Tat, da haben wir ja vorhin gesagt, dass der Geist eben nicht stetig ist und der wird natürlich auch noch abgelenkt von den vielen Affen.

00:19:40: Selbst wenn wir uns auf eine Sache konzentrieren im Alltag, auf eine Aufgabe, kommt irgendwas dazwischen. Also das ist schon auffällig. Dieses Bild ist wunderschön und so geht es ja jedem.

00:19:55: Und ich habe Pater Helmut Schlegel mal dazu gehört, den Franziskaner hier aus, inzwischen ist er ja in Hofheim, er war früher in Heilig Kreuz in Frankfurt in dem Meditationszentrum.

00:20:05: Er hat gesagt, ja gut, was machen wir dann, wenn wir die Affen spüren, dann wollen wir uns schütteln, kratzen und sonst was, dann fallen sie alle runter.

00:20:14: Aber was passiert? Die Affen kommen natürlich wieder und sie bringen noch mehr mit, wie du das gesagt hast.

00:20:19: Also mit Gewalt sollten wir es nicht machen, dann kommen noch mehr.

00:20:22: Und er hat so schön gesagt, wenn der Baum sich mal auf seine eigenen Wurzeln besinnen würde

00:20:26: und auf die Kraft, also auf das, wo er seine Kraft herzieht,

00:20:31: dann würde er wahrscheinlich auch diese Affenbande ganz anders erleben.

00:20:35: Und die Affenbande wird irgendwann tatsächlich leiser werden, sie wird ruhig werden.

00:20:39: Ich habe das erlebt überall, wo man meditiert.

00:20:42: Also wir hatten mal mit einer Gruppe in Rom meditiert.

00:20:45: Und wir wissen, dass die Küchen in den Hotels in Rom manchmal sehr laut sind.

00:20:49: Also wir haben in einem Raum meditiert, wo die immer aufgetragen haben.

00:20:52: Und wir haben einfach meditiert, obwohl die Küchen, die Teller geklappert sind und sonst was.

00:20:58: Und am Ende der Woche war das in der Küche ganz ruhig.

00:21:01: Die haben ganz leise ihre Arbeit verrichtet, obwohl es nicht anders ging,

00:21:05: dass wir in dem Raum, wo sie auch gearbeitet haben, meditiert haben.

00:21:08: War ganz interessant.

00:21:09: Also die Affen bzw. Tellerwäscher und was es alles gibt und wir selber, wir werden dann einfach leiser.

00:21:15: Da ist was dran. Das ist ansteckend. Stille ist ansteckend.

00:21:18: Und wir haben ja auch schon mal gesagt, es ist eigentlich der Urzustand.

00:21:20: Wenn wir die Stille nicht stören, ist die Stille da und gewinnt.

00:21:24: Einfach genießen, zurücklehnen und genießen.

00:21:27: Und als letzten Tipp, den haben wir gemeinsam ja bekommen,

00:21:30: das war eine Frage von mir, wenn man da merkt,

00:21:33: okay, das ist einfach alles zu viel, zu viel Trubel,

00:21:35: haben wir wissenschaftlich attestiert bekommen.

00:21:38: Und im Nachgang unseres Gesprächs mit Dr. Ulrich Ott

00:21:41: hat er uns auch noch mal eine dreiseitige Zusammenfassung geschickt.

00:21:46: was es wissenschaftlich bewirkt, wenn man einfach die Augen nach innen richtet und dann zur Stirn guckt.

00:21:51: Das nennen jetzt andere Religionen, haben da andere Bezeichnungen für,

00:21:55: aber das lassen wir jetzt einfach mal außen vor, denn es scheint zu helfen.

00:21:58: Also auch das merkt man, wenn man dann das macht, finde ich,

00:22:03: merkt man, dass sich da irgendwas im Hirn ändert.

00:22:05: Und die Frage war von mir an ihn gerichtet und er hat uns recht gegeben,

00:22:09: ich kann das auch mal teilen gerne hier vielleicht in den Shownotes,

00:22:14: werde ich das einfach mal hochladen, was er uns da geschickt hat.

00:22:16: Kann ja auch nur helfen.

00:22:17: Alles, was hilft, sollte man durchaus mal probieren.

00:22:21: Und mein Weg durch die Stille, mein Wanderstab durch die Stille ist

00:22:26: letztlich das Mantra, wo ich immer wieder sage, dahin zurückkehren.

00:22:29: Aber das Körperliche spielt durchaus auch eine Rolle.

00:22:32: Und da lerne ich gerne auch von anderen. Vielen Dank.

00:22:36: lieber Marcus, was steht uns denn noch bevor?

00:22:40: Wer uns kennt, weiß, wir geben viele Vortragsabende oder auch Gesprächsthemen vor mit beeindruckenden Persönlichkeiten.

00:22:51: Was ist denn da jetzt in den nächsten Wochen im Angebot von uns?

00:22:55: Wir haben die ganz normalen Meditationen, die man bei uns auf der Homepage findet.

00:23:02: Das ist ja sozusagen unser Brot-und-Butter-Geschäft in Anführungszeichen.

00:23:07: Jeder kann kommen, muss nichts bezahlen, einfach dabei sein.

00:23:11: Das ist alles in dem Moment und das geht auch bitte alles unentgeltlich.

00:23:16: Nicht, dass man meint, da müsste man was für bezahlen.

00:23:19: Wir haben vor allem im November anstehend, das will ich nochmal sagen,

00:23:24: einige Veranstaltungen am 4. November, den Eberbacher Impuls mit Alaric Searle,

00:23:30: die Herausforderungen Deutschlands, die wir vor der Nase haben,

00:23:34: weil wir lange nicht wachsam waren oder den vielen Affen nachgegeben haben,

00:23:39: die uns in verschiedene Richtungen gezerrt haben, ohne dass wir uns aufs Wesentliche konzentriert haben.

00:23:44: Da ist viel verloren gegangen an innerer Stärke.

00:23:48: Also er wird dazu reden.

00:23:50: Alaric Searle ist von der Militärhistorischen Schule der Bundeswehr in Potsdam,

00:23:56: wird mit Sicherheit hochinteressant sein.

00:23:59: Wir werden am 10. November einen Abend haben mit Dr. Dr. Hardy Ostry, dem Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung in Washington.

00:24:12: Der kommt extra zu uns ins Kloster Eberbach um 17 Uhr.

00:24:16: Da geht es um die Midterm-Wahlen, also die Halbzeitwahlen, Kongress und Repräsentantenhaus in den USA.

00:24:24: Und die Folgen daraus, ein Top-Experte, muss man sagen, für die USA.

00:24:29: Aber was dort passiert, geht auch uns an.

00:24:32: Also ich glaube, insofern nimmt da jeder etwas mit, findet man auf der Homepage.

00:24:36: Wir haben am 12. November den Führungsdialog mit Roland Koch.

00:24:44: Das ist eine Sache für Führungskräfte im Hyatt Hotel in Mainz.

00:24:52: Und dann haben wir noch am 14. November einen Reflexionstag mit dem Thema Vertrauen.

00:25:04: Wer sich selbst vertraut, schafft Vertrauen.

00:25:08: Das ist ein ganz interessanter Tag mit Peter Conzen,

00:25:12: ehemaliger Leiter der Familienberatungsstelle der Caritas in Bonn,

00:25:17: hat ganz viel Lebenserfahrung.

00:25:20: Wer Vertrauen schöpfen will, kann sich das auch mal ein bisschen in der Theorie anhören und sich dann dazu austauschen.

00:25:25: Es ist ein bewährtes Format. Die Menschen, die dort waren, waren eigentlich immer begeistert.

00:25:30: Und es ist, wir müssen den Raum natürlich zahlen, aber für kleines Geld, glaube ich, ein großer Effekt oder viel Erkenntnis, hoffe ich jedenfalls.

00:25:38: Und wir können, oder ich kann mich nur anschließen, herzliche Einladung zu jeder einzelnen Veranstaltung.

00:25:45: Ich sage es immer gerne wieder, es ist ein Umfeld,

00:25:47: was so schön und voller wissender Menschen ist,

00:25:52: von denen man lernen kann, andere Ansichten kennenlernen kann

00:25:55: und verstehen kann.

00:25:56: Ja, vielleicht sollten wir auch noch mal sagen,

00:25:58: die Einladung kann man überall noch mal nachlesen.

00:26:00: Auf der Homepage kloster-academie.de.

00:26:06: Das ist ja auch in den Shownotes drin, glaube ich.

00:26:09: Da kann man sich in der Regel anmelden.

00:26:11: Wenn die Anmeldung nicht klappt, bitte dann eine Mail dahin schreiben.

00:26:14: auch eine Mailadresse angegeben,

00:26:15: aber da kann man alles nochmal

00:26:18: nachlesen und meistens ist der Eintritt

00:26:20: frei für Abende, wo

00:26:22: wir Kosten haben, leiten wir die Kosten durch.

00:26:24: Wir sind ein gemeinnütziger Verein,

00:26:26: der unentgeltlich alles macht,

00:26:28: alles ehrenamtlich. Uns liegt

00:26:30: am Herzen, dass die Menschen etwas

00:26:32: mitnehmen aus den Veranstaltungen. Das ist das

00:26:34: Wichtigste und wenn das klappt,

00:26:36: freuen wir uns. Insofern, herzliches Willkommen

00:26:38: an alle. Ganz lieben

00:26:40: Dank, lieber Marcus und ich wünsche dir

00:26:42: jetzt eine gute und

00:26:43: wachsame und tiefe

00:26:47: schöne Woche.

00:26:47: Ich hoffe, dass die Affen mich nicht zu sehr

00:26:50: verwirren. Dankeschön. Tschüss.

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