Wochenimpuls "Atem- als Technik zur Beruhigung des Körpers und des Geistes" von Marcus M. Lübbering 26.10. - 01.11.

Shownotes

<p><strong>Der Wochenimpuls · Anker im Atem</strong><br>
Mit Marcus M. Lübbering, Vorsitzender und Gründer der Academie Kloster Eberbach<br>
Gastgeber: Sebastian Labonte<br>
Aufnahme vom 9. Oktober 2026 · Länge 25:25 · Sprache: Deutsch</p>

<h2>Was Sie in dieser Folge erwartet</h2>

<p>Wer atmet eigentlich, wenn wir atmen? Marcus M. Lübbering kommt von einer Woche an der Nordsee zurück, und das Meer hat ihm offenbar etwas mitgegeben: Wellen, die kommen und gehen, Ebbe und Flut, ein Rhythmus, den niemand macht und niemand aufhalten kann. Genau darin erkennt er den Atem wieder — etwas, das uns geschenkt wird, bevor wir etwas dafür tun. Es ist der zweite Teil eines Gesprächs über die Meditation, das in der vorigen Woche mit den Gedanken begonnen hat und nun beim Körper ankommt.</p>

<p>Angestoßen wird es von einem Satz des Augustiners Martin Laird, der in Pennsylvania frühchristliche Theologie lehrt: Die kontemplative Praxis wird erheblich vertieft, wenn wir das Gebetswort mit dem Atem verbinden. Lübbering stimmt zu und widerspricht gleichzeitig in der Reihenfolge. Für ihn kommt zuerst der Körper und eine bequeme Haltung, dann die Konzentration auf den Atem, dann das Gebetswort, das auf den Atemrhythmus aufgesetzt wird — und erst als Viertes der Herzschlag, den man irgendwann hört. Dass die Gelehrten darüber streiten, sagt er ausdrücklich; dass es kein Glaubenskrieg werden muss, auch.</p>

<p>Dazwischen stehen zwei große Gedanken. Meister Eckhart, bei dem wir mit jedem Atemzug neu geschaffen werden. Und Martin Laird, der im Atem eine Metapher für die Nähe zwischen Schöpfer und Geschöpf sieht — ein Perspektivwechsel, den Lübbering selbst ein „ganz starkes Wort" nennt und bei dem er bewusst nicht verweilt.</p>

<p>Das Herzstück der Folge ist eine Geschichte aus der Wüste: Ein junger Einsiedler bittet einen älteren Mönch um ein Wort, nach dem er leben soll. Die Antwort handelt von einem Ankertau, einem Felsen und einem Schiff, das den Sturm übersteht — und von der Frage, was das Schiff eigentlich ist. Von dort führt ein kurzer Weg zu dem Bild, das der Folge ihren Titel gibt.</p>

<p>Sebastian Labonte stellt seine eigene Praxis daneben, sehr konkret: langsamer atmen, tiefer atmen, den Bauch aufblähen, wieder rausatmen, und nach wenigen Atemzügen merkt man, dass das System heruntergeht. Dazu ein Bild vom Trampelpfad, der in eine frische Wiese getreten wird und irgendwann eine angenehme Straße ist — woraufhin Lübbering bei der Hirnforschung landet. Am Ende steht eine ausdrückliche Warnung vor jeder Form von Selbstoptimierung, ein Satz über das Nichts-reißen-Müssen und der Blick auf die Termine der kommenden Wochen.</p>

<blockquote>
<p>„Und wir tun das ja nicht einmal bewusst, sondern es ist ja wohl doch eher so, dass wir beatmet werden. Man muss ja sagen, das ist ein Geschenk." — Marcus M. Lübbering</p>
<p>„Wie gesagt, ich sehe das etwas anders, weil ich wahrscheinlich nach 40 Jahren auch immer noch Anfänger bin." — Marcus M. Lübbering</p>
<p>„Da beginnt man so einen kleinen, vorsichtigen Trampelpfad in so eine ganz frische Wiese reinzutrampeln." — Sebastian Labonte</p>
</blockquote>

<h2>Kapitelmarken</h2>

<p><strong>00:00</strong> — Begrüßung zum Wochenimpuls<br>
<strong>00:25</strong> — Eine Urlaubswoche an der Nordsee, und wie die Affen dort tanzen<br>
<strong>01:07</strong> — Was heute dran ist: Atem, Mantra, Herz<br>
<strong>03:19</strong> — Martin Laird: das Gebetswort mit dem Atem verbinden<br>
<strong>04:13</strong> — Vier Stufen, und warum für Marcus das Körperliche zuerst kommt<br>
<strong>05:01</strong> — „Wir werden beatmet" — der Atem als Geschenk<br>
<strong>06:12</strong> — Das Gebetswort Maranatha, in vier gleichen Silben<br>
<strong>07:40</strong> — Warum überhaupt ein Wort? Die Formel der Wüstenväter<br>
<strong>08:04</strong> — Die Geschichte vom Ankertau und dem Felsen<br>
<strong>09:03</strong> — Das Herz und die Pumpgeräusche aus dem Maschinenraum<br>
<strong>10:21</strong> — Laird, Thomas Keating und ein Streit, der keiner werden muss<br>
<strong>10:36</strong> — „Nach 40 Jahren immer noch Anfänger"<br>
<strong>13:53</strong> — Sebastians eigene Praxis: bewusst atmen, runterfahren<br>
<strong>14:56</strong> — Der Verweis auf die Folge mit Dr. Ulrich Ott<br>
<strong>17:20</strong> — Der Trampelpfad in der frischen Wiese<br>
<strong>18:21</strong> — Keine Optimierung, und kein Ergebnis auf Knopfdruck<br>
<strong>19:15</strong> — „Ich muss hier nichts reißen"<br>
<strong>19:50</strong> — Die Termine: Meditationen, Wiesbaden, November<br>
<strong>23:04</strong> — Ehrenamt, Mitgliedschaft und ein Raum, der neu werden soll<br>
<strong>25:07</strong> — Dank und Ausblick auf die nächste Folge</p>

<h2>Im Gespräch erwähnt</h2>

<ul>
<li><a href="https://kloster-academie.de/marcus-luebbering/" target="_blank" rel="noopener">Marcus M. Lübbering</a> — Vorsitzender und Gründer der Academie Kloster Eberbach; er stiftet den Wochenimpuls und spricht diese Folge.</li>
<li><a href="https://kloster-academie.de/" target="_blank" rel="noopener">Academie Kloster Eberbach</a> — der Veranstalter des Podcasts; hier wird das Gebetswort gemeinsam mit der Weltgemeinschaft für christliche Meditation gelehrt.</li>
<li><a href="https://www.kloster-eberbach.de/" target="_blank" rel="noopener">Kloster Eberbach</a> — die ehemalige Zisterzienserabtei im Rheingau; dort findet die Meditation jeden Mittwoch um 18.30 Uhr statt, und dort liegt auch der Raum, der erneuert werden soll.</li>
<li><a href="https://www.villanova.edu/university/liberal-arts-sciences/programs/theology/faculty/faculty-by-area.html" target="_blank" rel="noopener">Martin Laird OSA</a> — Augustiner und Theologieprofessor an der Villanova University in Pennsylvania; er wird in dieser Folge dreimal zitiert und ist ihr eigentlicher Stichwortgeber.</li>
<li><a href="https://www.vier-tuerme.de/ins-stille-land-anleitung-und-ermutigung-zur-kontemplation/978-3-7365-0722-7" target="_blank" rel="noopener">„Ins stille Land. Anleitung und Ermutigung zur Kontemplation"</a> — die deutsche Ausgabe von Lairds Buch im Vier-Türme-Verlag der Abtei Münsterschwarzach; aus ihm stammen die Zitate der vorigen und dieser Folge.</li>
<li><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Meister_Eckhart" target="_blank" rel="noopener">Meister Eckhart</a> — der mittelalterliche Dominikaner und Mystiker, auf den sich Lübbering für den Gedanken beruft, dass wir mit jedem Atemzug neu geschaffen werden.</li>
<li><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Paulus_von_Tarsus" target="_blank" rel="noopener">Paulus</a> — „der laut Paulus in uns lebt und atmet": der Heilige Geist als Lebensspender, im christlichen Kontext mit dem Atem verbunden.</li>
<li><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%BCstenv%C3%A4ter" target="_blank" rel="noopener">Die Wüstenväter</a> — die frühen Mönche der ägyptischen Wüste; von ihnen stammt der Rat, sich eine einfache Formel zu nehmen und sie immer zu wiederholen.</li>
<li><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Makarios_der_%C3%84gypter" target="_blank" rel="noopener">Makarios</a> — der Mönch, an den sich in der erzählten Geschichte der junge Einsiedler wendet. Gemeint ist mit großer Wahrscheinlichkeit Makarios der Ägypter, einer der bekanntesten Wüstenväter; die Zuschreibung des Ankertau-Wortes an ihn ließ sich in den Apophthegmata nicht nachweisen und wird in der Folge auch nur als Überlieferung erzählt.</li>
<li><a href="https://wccm.org/meditate/" target="_blank" rel="noopener">Maranatha</a> — das aramäische Gebetswort, das die Academie empfiehlt und das in vier gleichen Silben auf den Atem gesetzt wird.</li>
<li><a href="https://wccm.org/" target="_blank" rel="noopener">Weltgemeinschaft für christliche Meditation (WCCM)</a> — die Gemeinschaft, mit der die Academie diesen Weg lehrt.</li>
<li><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Keating" target="_blank" rel="noopener">Thomas Keating</a> — der Trappist und Mitbegründer des Centering Prayer; Lübbering ordnet Martin Laird dessen Schule zu, in der sich das Mantra irgendwann in der Stille verliert.</li>
<li><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pranayama" target="_blank" rel="noopener">Pranayama</a> — die yogische Atemschulung, die Sebastian Labonte beim Einstieg als Vergleich nennt.</li>
<li><a href="https://www.uni-giessen.de/de/fbz/fb06/psychologie/weitere-inst/bion/bioncu-projectscoop/agasc/ott" target="_blank" rel="noopener">Dr. Ulrich Ott</a> — Meditationsforscher am Bender Institute of Neuroimaging in Gießen und Gast einer früheren Folge; auf seine Atemanleitung in der letzten Viertelstunde jener Folge wird hier zweimal verwiesen.</li>
<li><a href="https://academie-kloster-eberbach.podigee.io" target="_blank" rel="noopener">Die Folge mit Dr. Ulrich Ott</a> — sie liegt im Podcast-Archiv der Academie; dort findet sich auch der Wochenimpuls der vorigen Woche, an den diese Folge anknüpft.</li>
<li><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Neuroplastizit%C3%A4t" target="_blank" rel="noopener">Neuroplastizität</a> — der Begriff der Hirnforschung, mit dem Lübbering Sebastian Labontes Bild vom Trampelpfad aufnimmt.</li>
<li><a href="https://kloster-academie.de/events/" target="_blank" rel="noopener">Die Meditationsangebote der Academie</a> — mittwochs 18.30 Uhr im Kloster Eberbach, dienstags in Wiesbaden, donnerstags 18.30 Uhr online, alle offen und ohne Anmeldung.</li>
<li><a href="https://www.therapie-wiesbaden.de/" target="_blank" rel="noopener">Therapie Kompetenzzentrum Weiten, Marktplatz 13, Wiesbaden</a> — der Ort der Meditation am Dienstag mitten in Wiesbaden. Im Gespräch wird die Einrichtung „Therapiezentrum Weiten" genannt.</li>
<li><a href="https://kloster-academie.de/event/meditation-im-stiftungshaus-der-wiesbaden-stiftung-4/" target="_blank" rel="noopener">Meditation im Stiftungshaus der Wiesbaden Stiftung am 5. November 2026</a> — das offene Angebot am Donnerstag, zu dem Lübbering einlädt.</li>
<li><a href="https://www.wiesbadenstiftung.de/" target="_blank" rel="noopener">Die Wiesbaden Stiftung</a> — die Bürgerstiftung, deren Stiftungshaus den Raum dafür zur Verfügung stellt.</li>
<li><a href="https://www.wirtschaftsrat.de/" target="_blank" rel="noopener">Wirtschaftsrat der CDU e.V.</a> — Partner des Seminars im Kloster Eberbach vom 28. bis 30. Oktober über Freiheit, Verantwortung und Führung, in dem auch Meditationsmodule stecken. Eine eigene Programmseite dazu war nicht auffindbar, deshalb steht hier der Verweis auf den Veranstalter.</li>
<li><a href="https://kloster-academie.de/event/deutschland-im-sechs-fronten-krieg-welche-werte-brauchen-wir-dafuer/" target="_blank" rel="noopener">Eberbacher Impuls am 4. November 2026: „Deutschland im Sechs-Fronten-Krieg — welche Werte brauchen wir dafür?"</a> — der erste der vier Novembertermine.</li>
<li><a href="https://kloster-academie.de/event/machtprobe-zur-halbzeit-die-midterms-als-pruefstein-fuer-amerikas-politische-zukunft/" target="_blank" rel="noopener">Abend am 10. November 2026: „Machtprobe zur Halbzeit — die Midterms als Prüfstein für Amerikas politische Zukunft"</a> — der Termin zu den amerikanischen Wahlen, den Lübbering als Herbstakademie ankündigt.</li>
<li><a href="https://kloster-academie.de/event/fuehrungsdialog-roland-koch-mainz/" target="_blank" rel="noopener">Führungsdialog am 12. November 2026: „Wenn Entscheidungen ihren Preis haben"</a> — der Abend für Führungskräfte mit Roland Koch.</li>
<li><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Roland_Koch" target="_blank" rel="noopener">Roland Koch</a> — früherer hessischer Ministerpräsident; er führt den Führungsdialog am 12. November.</li>
<li><a href="https://kloster-academie.de/event/reflexionstag-sich-selbst-vertrauen-bringt-selbstvertrauen-von-der-bedeutung-des-vertrauens-fuer-alle-lebensphasen/" target="_blank" rel="noopener">Reflexionstag am 14. November 2026: „Sich selbst vertrauen bringt Selbstvertrauen"</a> — der ganze Tag über das Vertrauen, von 10 bis etwa 17 Uhr in Wiesbaden.</li>
<li><a href="https://www.bonifatius-wiesbaden.de/" target="_blank" rel="noopener">Pfarrei St. Bonifatius, Wiesbaden</a> — in deren Pfarrheim findet der Reflexionstag am 14. November statt.</li>
</ul>

<h2>Über die Academie Kloster Eberbach</h2>

<p>Die <a href="https://kloster-academie.de/" target="_blank" rel="noopener">Academie Kloster Eberbach</a> steht auf christlichem Fundament und ist offen für alle, die gelebte Spiritualität im Alltag suchen. Sie verbindet Meditation und Achtsamkeit mit der Frage nach Werten in Wirtschaft und Gesellschaft — im Rheingau, im Umfeld der ehemaligen Zisterzienserabtei Kloster Eberbach. Sie ist ein gemeinnütziger Verein: Die Arbeit wird ehrenamtlich getragen, der Vorstand verdient laut Satzung nichts daran, und die Meditationen sind unentgeltlich. Der Mitgliedsbeitrag liegt bei 50 Euro im Jahr für Privatpersonen und 300 Euro für Firmen.</p>

<hr>

<p>Wenn Ihnen diese Folge gefallen hat: Abonnieren Sie den Podcast, damit Sie den Wochenimpuls nicht verpassen — und erzählen Sie jemandem davon, der in dieser Woche ohnehin schon zu flach atmet. Rückmeldungen, Fragen und Themenwünsche sind ausdrücklich willkommen; schreiben Sie uns über <a href="https://kloster-academie.de/" target="_blank" rel="noopener">kloster-academie.de</a>. Wer die Arbeit der Academie unterstützen möchte, findet dort auch den Weg zur Mitgliedschaft und zur Spende.</p>

<p><strong>Hören Sie die Folge hier:</strong><br>
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Transkript anzeigen

00:00:00: Herzlich willkommen zurück, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, zu einer neuen Ausgabe des Wochenimpulses,

00:00:06: den wir von der Academie Kloster Eberbach jede Woche zum Nachdenken in der kommenden Woche stiften.

00:00:13: Und den formuliert niemand Geringeres als unser Gründer und Vorsitzender unseres Vereines, Marcus M. Lübbering. Hallihallo.

00:00:22: Ja, hallo und grüß Gott.

00:00:25: Wie war deine Woche? Wie viele Affen durftest du zähmen?

00:00:30: Also es waren natürlich wieder einige, obwohl sie sind zur Ruhe gekommen.

00:00:37: Ich hatte eine Urlaubswoche an der Nordsee und da lässt man die Affen anders tanzen.

00:00:44: Also sie sind da nicht so unmittelbar und man guckt auf die Wellen und hofft, dass einige weggenommen werden.

00:00:52: Also es war beruhigend und das Meer hat einem viel zu sagen. Das Meer hat auch einen Rhythmus, die Wellen, die kommen und gehen und dann auch noch mit Ebbe und Flut zusammen, das ist sowas ähnliches, wo wir gleich drüber reden werden.

00:01:07: Die einfachen Dinge sind manchmal kompliziert. Wir reden gleich über die Frage von Meditation, Atem, über das Körperliche, über das Mantra und dann haben wir noch das Herz dabei. Also das wird dieses Mal und nächstes Mal eine Rolle spielen.

00:01:28: Ja, ich bin ganz gut gestärkt und wenn ich mal ein bisschen ruhig werde, dann schaue ich in meinem geistigen Auge auf die Wellen, die immer kommen und gehen und das ist auch so ein bisschen sowas wie der Atem, der ja uns immer geschenkt wird und das tut gut. Ist beruhigend und war beruhigend.

00:01:45: Wie schön. Die deutsche See ist weniger rough und rau als die irische, von der du uns vor zwei Folgen erzählt hast, die du als Fünfjähriger das erste Mal so gesehen hast und schon beeindruckt warst, was da alles so passiert.

00:02:00: Ja, absolut gut. Ja, das ist wohl wahr. Aber es kann auch ganz schön rau sein da oben und die Gedanken sind natürlich, also das Meer ist immer dasselbe, aber es ist eben manchmal rauer und manchmal weniger rau.

00:02:13: Und es gibt eben Stellen, wenn man in Irland noch nach Westen geht, wo die Atlantikküste dann ist, wo man im Grunde nach Westen schaut und da kommt da hinten irgendwo nur noch Amerika, da kommen natürlich größere Wellen noch an und da ist mehr Durcheinander, aber auch mehr Systematik, wenn man dann sich darauf einlässt.

00:02:31: Also es hat alles, die Amplituden sind da größer, das Beunruhigende, das drohende Meer, aber auch dann die Schönheit des Meeres, wenn man dann in die Weite des Atlantik guckt, es ist auch was Wunderschönes. Also das Meer hat ja auch viel Leben in sich, es hat eine große Lektion für uns, glaube ich.

00:02:51: Spendet jede Menge Leben, ja.

00:02:53: Ja, letzte Woche haben wir darüber gesprochen,

00:02:56: was man so vielleicht an kleinen Kniffe und Tricks anwenden kann,

00:03:01: damit man besser in der Meditation bleibt.

00:03:04: Das heißt, wenn ich dich jetzt richtig verstanden habe,

00:03:07: gibst du uns heute noch so ein paar körperliche Tricks mit Atem, Pranayama,

00:03:12: wie man es auch immer nennen mag.

00:03:14: Ich bin gespannt und lausche.

00:03:19: Ich wollte anfangen nochmal mit einem Zitat von Martin Laird, dem Professor für frühchristliche Theologie in Pennsylvania an der Universität Villanova.

00:03:31: Er sagt, unsere kontemplative Praxis wird erheblich vertieft, wenn wir die Praxis des Gebetswortes mit dem Atem verbinden.

00:03:40: Und das ist, glaube ich, was ganz Zentrales, dieser Atem.

00:03:46: Und was der Atem ausmacht und das Gebetswort ausmacht, da streiten sich manchmal die Gelehrten.

00:03:53: Schaue ich auf den Atem, schaue ich auf das Gebetswort, brauche ich das überhaupt?

00:03:58: Man braucht erstmal gar nichts, man muss erstmal in sich kehren und zuhören.

00:04:03: Und das Gebetswort ist eine Hilfe, aber es muss nicht sein.

00:04:09: Für mich ist es eine gute und einfache Hilfe, die mich immer wieder zurückführt.

00:04:13: Also die Rolle des Atems in der Meditation, die ist natürlich ganz zentral, das muss man sagen. Ich würde allerdings es anders ausdrücken als Laird, der sagt ja, zuerst kommt der Atem und dann, also zuerst kommt das Wort und dann der Atem und irgendwann verliert sich das Wort.

00:04:36: Ich würde es andersrum machen. Für mich kommt zunächst sowieso erstmal das Körperliche, da sind wir nicht auseinander und eine bequeme Haltung einzunehmen ist ja ganz wichtig, das ist der erste Schritt und dann kommt für mich die Konzentration als zweites auf den Atem.

00:04:51: Der verbindet ja unsere körperliche und geistige Dimension.

00:04:54: Er steht im christlichen Kontext für den Heiligen Geist, den Lebensspender, der laut Paulus in uns lebt und atmet.

00:05:01: Und wir tun das ja nicht einmal bewusst, sondern es ist ja wohl doch eher so, dass wir beatmet werden.

00:05:08: Man muss ja sagen, das ist ein Geschenk.

00:05:11: Die Natur will es so.

00:05:12: Ohne dieses Geschenk könnten wir nicht leben.

00:05:16: Meister Eckhart sagt, dass wir in jedem Moment mit jedem Atemzug neu geschaffen werden, sonst würden wir auch aufhören zu leben, das wissen wir. Und Martin Laird sieht den Atem als eine Metapher für die Intimität zwischen Schöpfer und Geschöpf und er rät dazu, den eigenen Atem, so sagt er, zu nutzen, um die göttlich-menschliche Nähe zu erfahren, als Hilfsmittel, um die Illusion der Trennung von Gott und Mensch zu überwinden.

00:05:45: Das ist natürlich ein ganz starkes Wort und das ist ein Perspektivwechsel, wenn wir darüber nachdenken würden, dass der Atem, der Atem Gottes in uns ist und dass er uns sogar mit dem Schöpfer verbindet.

00:05:57: Aber darüber wollen wir jetzt hier nicht nachdenken, sondern bei der Übung der Meditation kommt es nach der Konzentration auf den Atem für mich dann als dritten Schritt, als dritte Stufe auf das Gebetswort an oder das Mantra eben.

00:06:12: Das einfache Wort, was wir demütig und in Treue, still und innerlich sprechen und beständig wiederholen.

00:06:19: Wir verbinden das halt mit unserem Atem. Das ist jetzt eben das, was die Weltgemeinschaft auch so tut, die Weltgemeinschaft für christliche Meditation. Und das Wort ist eben ganz zentral, dass es uns eben hilft, den Atem zu spüren.

00:06:38: Wir setzen es sozusagen auf diesen natürlichen Atemrhythmus auf und sprechen es in vier gleichen Silben.

00:06:45: Wir empfehlen dieses Gebetswort halt, das bewährte Wort Maranatha und das sprechen wir eben beim Einatmen,

00:06:55: dieses Maranatha, wir haben es glaube ich letztes Mal auch gesagt, oder und beim Ausatmen, das Maranatha.

00:07:03: Wir lassen den Atem fließen und setzen das Wort darauf auf.

00:07:07: Und dann beim nächsten Atemzyklus machen wir es genau wieder so.

00:07:11: Versuchen Sie es mal, können wir wirklich nur den Zuhörern sagen,

00:07:16: die es vielleicht noch nicht versucht haben.

00:07:18: Es ist am Anfang vielleicht etwas fremd, aber wenn wir uns darauf einlassen,

00:07:24: dann werden wir merken, dass wir in einen Rhythmus kommen.

00:07:27: Und wir kehren zu diesem Rhythmus und zu dem Wort zurück,

00:07:30: sobald wir merken, dass wir das Wort nicht mehr gesprochen haben.

00:07:34: Der Atem läuft natürlich weiter, das ist klar.

00:07:36: Gott sei Dank, aber wir setzen dann immer wieder das Wort da drauf.

00:07:40: Warum brauchen wir das Wort?

00:07:42: Also ich halte das Wort für eine einfache Formel,

00:07:48: wie die Wüstenväter ja auch gesagt haben.

00:07:51: Man sollte sich eine Formel nehmen, die man immer wiederholt.

00:07:55: Das ist halt das Mantra oder wie man sagt Gebetswort.

00:07:59: Und warum machen wir das?

00:08:01: Da gibt es eine schöne Geschichte zu von einem jungen Einsiedler

00:08:04: Da wird erzählt, dass er sich mal an einen älteren Mönch namens Makarios gewandt hat mit der Bitte.

00:08:14: Er sagte, Vater, gib mir ein Wort, nach dem ich leben soll.

00:08:18: Und die Antwort des Älteren lautete, zitiere, wie das überliefert ist aus den alten Zeiten,

00:08:23: befestige das Ankertau an einem Felsen und durch die Gnade Gottes wird das Schiff den Sturm überstehen.

00:08:33: Also eine Erklärung dazu hat er dann auch gleich mitgeliefert.

00:08:35: Er sagt, das Schiff sei das Herz, dass es zu hüten gelte.

00:08:38: Also durchaus was, was uns heute auch noch angeht.

00:08:41: Das Seil ist der Verstand für ihn, den man an einem Felsen befestigen muss.

00:08:46: Und zu einem solchen Felsen kann dann eben unser Gebetswort werden,

00:08:51: wenn wir es zum Anker während der Meditationszeit machen.

00:08:53: Möglicherweise, wir haben es letztes Mal gesagt, auch darüber hinaus.

00:08:58: Also das Herz, ein Schiff, das es zu hüten gilt, das ist ein schönes Bild.

00:09:03: Und das Herz, wissen wir, steht für menschliche Tiefe, die noch unter unserem Denken und Fühlen liegt.

00:09:11: So sagt es auch Martin Laird.

00:09:13: Und wenn wir beim Meditieren unseren Herzschlag dann vielleicht noch spüren, das ist das Vierte,

00:09:17: dann hören wir sozusagen die Pumpgeräusche aus dem Maschinenraum, aus unserem Innersten.

00:09:24: Das mag uns anfangs nochmal stören, aber es ist ein körperliches Zeichen, dass wir auf dem Weg in unser Innerstes sind.

00:09:31: Das heißt also nochmal wiederholt, einmal das Körperliche zur Ruhe kommen ist wichtig, das bequem sitzen, dann folgt die Konzentration auf den Atem.

00:09:43: Und dann setzen wir auf diesen Atem das Gebetswort drauf als Anker,

00:09:49: dass wir im Grunde unser Selbst nicht verlieren in vielen Gedanken.

00:09:54: Das Herz kommt zur Ruhe und wenn wir das Herz dann spüren, sind wir wieder im Körperlichen.

00:09:59: Dann schließt sich der Kreis letztlich wieder.

00:10:03: Dann können wir wieder sagen, naja gut, ich komme zur Ruhe.

00:10:07: Wir müssen eben Atem, Wort und Herzschlag manchmal miteinander verbinden

00:10:11: und uns dadurch nicht verunsichern lassen oder durcheinander bringen lassen.

00:10:15: Es ist schon schwierig, in der Stille diese einfachen vier Punkte zu machen.

00:10:21: Und wenn ich das noch sagen darf, die Gelehrten, habe ich eben gesagt, streiten sich dann darüber.

00:10:25: Also Martin Laird ist eher von der Thomas-Keating-Schule, die sagt,

00:10:29: naja, man hat ein Mantra und das Mantra verliert sich dann in der Stille.

00:10:33: Und dann sind wir nur noch beim Atem.

00:10:36: Wie gesagt, ich sehe das etwas anders, weil ich wahrscheinlich nach 40 Jahren auch immer noch Anfänger bin.

00:10:43: Du hast mich letztes Mal gefragt, wie ich das mache mit der Meditation, wie ich da durchkomme.

00:10:48: Und ich brauche dieses Wort immer noch, um mich zurückzuholen von meinen Gedanken.

00:10:52: Wahrscheinlich sind die Leute, die das anders schreiben, viel weiter.

00:10:55: Und sie können mit dem Atem, wenn sie ihn fließen lassen, sich auch ganz in die Stille vergegenwärtigen.

00:11:06: Aber mir fällt es leichter, dieses Wort zu nehmen.

00:11:08: Und das muss kein Glaubenskrieg werden, sondern das ist eine unterschiedliche Auffassung.

00:11:13: Das muss man auch, glaube ich, selber ausprobieren.

00:11:16: Und es gibt natürlich auch Phasen, in denen man sich dann verliert und das Mantra nicht präsent hat.

00:11:22: Wichtig ist, dass man dann wieder dahin zurückkommt.

00:11:25: Denn wenn man meint, man spürt gar nichts und den Gedanken hat,

00:11:29: ach, ich spüre ja gar nichts, dann ist das ja schon wieder ein Gedanke.

00:11:33: Also insofern glaube ich in der Tat, dass das Mantra eine große Hilfe sein kann.

00:11:36: Und darum geht es mir heute, den Zuhörern Mut zu machen,

00:11:40: es einfach aufzunehmen, dieses Wort,

00:11:43: und dann es zu versuchen und in einen Rhythmus zu kommen.

00:11:47: Und wie gesagt, wenn Sie sich dann im Atem verlieren, ist es auch gut.

00:11:51: Wenn Sie aber schon wieder Gedanken haben,

00:11:54: besser das Mantra aufsetzen auf den Atem,

00:11:59: als Gedanken wieder an dem Geist ziehen lassen,

00:12:04: weil der Atem ist mir im Grunde zu wenig.

00:12:08: Aber das wird vielleicht Widerspruch auslösen.

00:12:11: Und wenn jemand anders es anders sieht und anders erfahren hat,

00:12:14: ist es auch gut.

00:12:15: Ich mag deine Demut.

00:12:19: Wer seit 40 Jahren meditiert und die letzten 21 Jahre davon

00:12:26: die Academie so aufgebaut hat, wie du sie aufgebaut hast

00:12:29: und immer noch sagt, er ist beginnend, ich mag deine Demut.

00:12:32: Ja gut, aber das ist die menschliche Natur.

00:12:36: Es ist ja auch was Schönes darin, wenn man immer wieder neu anfängt,

00:12:40: bleibt man hoffentlich im Herzen, wenigstens jung.

00:12:43: Und wir haben ja auch schon mal darüber gesprochen,

00:12:45: es ist immer so ein kleines Wachwerden, so eine kleine Auferstehung.

00:12:49: In Anführungszeichen, man verabschiedet sich von den Gedanken,

00:12:52: das ist ein kleiner Tod, den kann man auch schon mal üben.

00:12:55: Und je älter man wird, umso besser ist es,

00:12:56: wenn man da vielleicht was eingeübt hat.

00:12:59: dass man loslassen kann irgendwann mal.

00:13:01: Und dann aber das Rückkehren ist auch wieder eine kleine Auferstehung.

00:13:05: Und das ist was, was einen mit Freude erfüllen kann.

00:13:07: Letztlich auch auf eine Art und Weise,

00:13:09: die wir am Ende nicht erklären können.

00:13:11: Aber es hat diese Auswirkungen.

00:13:12: Man bleibt, glaube ich, ein freudigerer Mensch.

00:13:14: Ja, achtsam.

00:13:17: Und damit auch wahrscheinlich achtsamer für die Freuden des Lebens.

00:13:20: So würde ich es jetzt mal formulieren.

00:13:22: Bestimmt auch, absolut.

00:13:24: Du hast noch was Gutes gesagt.

00:13:27: Den Anker. Und dieser Anker mag ja und kann ja aussehen, wie ein jeder es beliebt ist. Ob das jetzt das eine Wort Maranatha ist, was wir empfehlen, was die Wüstenväter uns weitergegeben haben und wir darauf aufbauen.

00:13:42: Das Schöne bei uns ist aber, dass wir das nur empfehlen. Du sagst es immer so schön sympathisch, das habe ich jetzt gerne übernommen, mit den Leitplanken geben wir gerne vor.

00:13:51: Alles Weitere kann jeder selber ergänzen.

00:13:53: Und ich möchte aus der eigenen Praxis sagen,

00:13:57: also ohne anfänglich diese Atemübung, möchte ich fast sagen,

00:14:01: gehe ich auch in gar keine Meditation rein, weil ich das einfach auch nutze.

00:14:06: Egal wie man atmet, und du hast gesagt, ja, der Atem passiert automatisch.

00:14:11: Ja, Gott sei Dank. Ansonsten könnten wir uns jetzt auch nicht unterhalten.

00:14:13: Ich hätte dir nicht so schön lauschen können.

00:14:15: Aber sobald man den bewussten Atem einsetzt,

00:14:19: kann man relativ gut diese Methode nutzen, um einfach runterzufahren.

00:14:23: Das kann man ganz einfach machen, indem man, man merkt das vielleicht vom Sport,

00:14:28: wenn man Langlauf gemacht hat, dann ist man außer Pusten,

00:14:30: aber irgendwann wird das System langsamer, man atmet langsamer, es normalisiert sich wieder

00:14:35: und das kann man auch zu Beginn einer Meditation wunderbar, zumindest nutze ich das immer,

00:14:39: um runterzukommen, weil auch gerade wenn man in einer stressigen Situation ist,

00:14:44: langsamer atmen, tiefer atmen, in die Brust atmen, in den Bauch atmen,

00:14:49: den Bauch noch richtig aufblähen und dann wieder rausatmen.

00:14:51: Und dann merkt man nach wenigen Atemzügen schon, dass man wirklich runterfährt.

00:14:56: Und an der Stelle auch wieder der Verweis auf die Folge von Dr. Ulrich Ott,

00:15:01: die wir hier aufgezeichnet haben.

00:15:03: Der gibt ja ehrlicherweise die letzte Viertelstunde schon eine sehr explizite Anleitung,

00:15:07: wie man das machen kann.

00:15:08: Wenn man dann so ein Profi ist wie er, endet es dann nachher in fünf Atemzügen jeden Morgen.

00:15:15: Aber ich glaube, das ist auch für mich noch ein Challenge.

00:15:17: Ja, absolut. Das will ich unterstreichen.

00:15:22: Wir haben ja letztes Mal auch davon gesprochen, wie geht man in die Meditation rein?

00:15:26: Wir haben über Gebet als Rahmen für die Meditation gesprochen.

00:15:29: Aber wenn man sich hinsetzt und sagt, ich nehme bewusst den Atem wahr,

00:15:34: da wird man auch erst mal demütig, weil man nicht der Herr des Atems ist,

00:15:38: sondern weil man beatmet wird sozusagen auf gut Deutsch.

00:15:41: Das ist ja, wie gesagt, unsere Natur.

00:15:44: Und dann kommt man in der Tat runter, automatisch.

00:15:47: Man sagt ja auch erst mal Luft holen, erst mal Abstand gewinnen.

00:15:51: Das ist absolut wichtig, schon auch, wenn man in aufregenden Situationen ist,

00:15:57: dass man einfach mal ein paar Atemzüge ganz bewusst nimmt.

00:16:00: Da sieht die Welt oft schon wieder anders aus.

00:16:03: Ja, und es ist ein guter Einstieg für die Meditation.

00:16:06: Ich kann kaum meditieren, wenn ich so eine Schnappatmung habe.

00:16:09: Das passt einfach nicht zusammen.

00:16:12: Also insofern runterkommen, den Atem zur Ruhe bringen.

00:16:16: Ich bin ja auch ein passionierter Langläufer.

00:16:19: Da passiert ja genau das, was du eben gesagt hast,

00:16:22: dass wir eben einfach lernen, wieder runterzufahren.

00:16:27: Und dass die körperlichen Funktionen, Blutdruck und so,

00:16:30: das geht ja alles mit dem Atem runter.

00:16:32: Das ist, glaube ich, eine ganz wichtige Erfahrung.

00:16:35: Und das sollten wir auch beherzigen.

00:16:37: Ich glaube, Ausdauersport ist auch wichtig,

00:16:39: um gesund zu bleiben im Leben.

00:16:41: Und das hat sehr viel Symbolkraft, dieses Runterkommen,

00:16:44: dieses Zu-sich-Kommen, dieses Ruhig-Werden.

00:16:47: Und das ist wohltuend, es tut einfach gut.

00:16:49: Was ich aus der Folge von Dr. Ulrich Ott noch mitgenommen habe,

00:16:53: und das hat mir gefallen, ich sage es jetzt in meinen Worten,

00:16:56: es ist jetzt auch schon ein paar Wochen her,

00:16:58: dass die Folge aufgezeichnet wurde,

00:16:59: aber ich habe es so oft genug hören dürfen mittlerweile

00:17:01: und höre es mir auch heute noch gerne an.

00:17:03: Ich sage es mal ganz platt, dass man das auch wirklich trainieren kann.

00:17:07: Und das sagen wir ja auch immer wieder,

00:17:09: Es gehört Disziplin dazu, sich jeden Tag da wieder hinzusetzen oder so oft man es eben kann.

00:17:15: Auch wenn die Affen, was auch immer, die Gedanken kommen und kreisen.

00:17:20: Aber je öfter man und je regelmäßiger man das macht, und jetzt sage ich es in meinen eigenen Worten,

00:17:25: da beginnt man so einen kleinen, vorsichtigen Trampelpfad in so eine ganz frische Wiese reinzutrampeln.

00:17:32: Und je öfter man das macht, irgendwann ist es eine gute, angenehme Straße.

00:17:39: Und dann ist der Weg in die Meditation, um in diesem Bild zu bleiben, auch eine angenehmere.

00:17:43: Ja, absolut. Ich meine, das wissen wir auch, dass das im Gehirn passiert.

00:17:48: Wir sagen ja auch, wir sollen im Gehirn nicht immer in diesen Datenautobahnen denken, wo der große Traffic ist,

00:17:54: sondern durch Meditation wissen wir auch von der Neurowissenschaft, dass da eben neue Trampelpfade angelegt werden

00:18:01: und dass die Hirnforscher das deswegen Neuroplastizität nennen, dass dort wieder Neues entsteht.

00:18:09: Das ist eben ganz, ganz wichtig und das ist eben sehr symbolisch auch dafür, dass wir eben im Leben wieder Neues machen können und ja, da sind wir auch wieder bei einem Neubeginn.

00:18:21: Wir müssen eben nur sehen, dass wir das dann nicht verzwecken und sagen, ich will jetzt effektiv werden, ich will dies und jenes, ich will ein guter Mensch werden.

00:18:30: Letztlich darf man das wohl sich erwarten, aber es ist nicht sozusagen auf Knopfdruck ein Ergebnis erwartbar.

00:18:37: Da müssen wir vorwarnen, dass wir jetzt perfekt, da gibt es ja auch solche Fälle in der Psychologie, die sagen so und so oft, so viel Atemzüge und dann kommt man da und da raus, bin ich ein bisschen skeptisch, weil das klappt nicht bei jedem und im Zweifel wird es dann immer so sein, dann sind die Leute enttäuscht und sagen, nicht mal meine Atemtechnik kriege ich hin, das ist nicht so.

00:18:59: Und das ist natürlich das Befreiende, wenn wir einen spirituellen Zugang zur Meditation haben, speziell aus dem christlichen Bereich, dann ist es eben gut, wie es ist. Wir sind so, wie wir sind und wir können uns erstmal annehmen. Und auch das führt zu so einer Entspannung.

00:19:15: Wenn wir einfach sagen, ich muss jetzt hier nichts reißen, ich bin einfach ich selber, ich bin so wie ich bin, ich kann zwar an mir arbeiten, aber es ist erstmal gut so und ich sitze jetzt hier und atme nur und das ist was Wunderbares, auch ein Geschenk wie der Atem selber.

00:19:30: Und wenn der Wille erstmal da ist, an sich zu arbeiten, ich will jetzt nicht in die Optimierung gehen, ich weiß, da reagierst du auch allergisch drauf, genauso wie ich auch, ehrlicherweise, weil man sollte nicht irgendwie da rangehen, um sich selber immer wieder zu optimieren. Nimm dich mal so an, wie du bist und das ist auch ganz gut so und der Rest kommt dann von alleine. Einfach vertrauen.

00:19:50: Mein Lieber, was steht uns denn die nächsten Tage und Wochen bevor an Veranstaltungen? Wo kann man dich vielleicht auch mal persönlich kennenlernen? Wo kann man die Academie und ihr Wirken ein bisschen besser kennenlernen?

00:20:05: Ja, mit Sicherheit immer das Einfachste sind die Meditationsangebote mittwochs 18.30 Uhr, auch am kommenden Mittwoch im Kloster Eberbach. Wir haben ja dienstags die Meditation im Therapiezentrum Weiten in Wiesbaden, mitten in Wiesbaden, Marktplatz 13.

00:20:27: Es gibt noch andere öffentliche Angebote, da bin ich nicht überall, aber man kann da fragen. Wir haben auch wieder am Donnerstag, dem 5. November, haben wir auch wieder in der Wiesbaden Stiftung dieses offene Angebot zu meditieren, die Meditation kennenzulernen.

00:20:48: Um 17 Uhr geht das da los und ansonsten einfach über die Homepage eine Mail schreiben oder eine Telefonnummer angegeben, wo wir mit Rat und Tat zur Hilfe eilen, wenn es nötig ist.

00:21:05: Wir geben gerne Rat, wir teilen gerne unsere Erfahrungen der Meditation.

00:21:09: Und wir haben auch natürlich die Online-Meditation, wo man einfach über die Homepage sich reinklicken kann.

00:21:15: Da ist ein Link angegeben, jeden Donnerstag um 18.30 Uhr.

00:21:19: Ja, und ansonsten haben wir diese Woche mit dem Wirtschaftsrat-Seminar im Kloster Eberbach vom 28. bis 30. Oktober.

00:21:29: Da geht es um Freiheit, Verantwortung, Führung.

00:21:33: Da gibt es Meditationsmodule auch drin.

00:21:35: Früher hieß es mal, die Geschäftsleute und Verantwortungsträger

00:21:39: kommen nicht zum Schweigen ins Kloster, aber das hat sich geändert,

00:21:42: weil die Leute in der Regel sagen, das habe ich noch nicht erlebt,

00:21:47: ich komme da zu mir selber.

00:21:48: Wir hatten jetzt kürzlich auch hier jemanden, einen Professor,

00:21:52: der hat das mitgemacht und sagte, ja, das funktioniert halt mit dem Atem,

00:21:57: mit dem Mantra und da kann ich mich dran festhalten.

00:22:01: Das war richtig ermutigend, wie er es gesagt hatte.

00:22:03: Naja, und das andere steht, glaube ich, auf der Homepage.

00:22:06: Eberbacher Impuls am 4. November.

00:22:09: Dann die Herbstakademie am 10. November zu den amerikanischen Wahlen.

00:22:15: Führungsdialog mit Roland Koch am 12. November und am 14. November.

00:22:20: Alles sehr geballt.

00:22:21: Ein Reflexionstag vom Selbstvertrauen zum Vertrauen in jeglicher Form.

00:22:31: Ins Leben in andere Menschen. Das ist, glaube ich, ein sehr, sehr wichtiger Tag für viele. Das ist ein ganzer Tag in St. Bonifatius im Pfarrheim dort in Wiesbaden, 10 Uhr bis etwa 17 Uhr am Samstag, 14. November.

00:22:51: Nehmen Sie sich ruhig mal Zeit, über sich ein bisschen nachzudenken, ob Sie sich selbst vertrauen oder wo Sie das Vertrauen daraus schöpfen.

00:22:57: Geballtes Programm. Wir freuen uns, wenn wir den einen oder anderen hier oder da mal sehen. Und die Tür ist jedenfalls immer offen.

00:23:04: Genau so ist es. Und das ganze Programm reißen wir alles ehrenamtlich ab. Kann man ja auch mal sagen.

00:23:12: Und natürlich suchen wir immer auch neue Mitglieder, die uns mit frischem Wissen und Tatenlust unterstützen.

00:23:20: Einfach auf der Homepage mal reinschauen und man kann eigentlich nicht an uns vorbeikommen, wie man gerade gemerkt hat.

00:23:26: Ja, es ist einfach schön. Wir freuen uns natürlich über jegliche Unterstützung.

00:23:30: In der Tat ist die Arbeit der Academie rein ehrenamtlich.

00:23:35: Also der Vorstand, das steht sogar in der Satzung, der soll daran nichts verdienen.

00:23:40: Und auch diejenigen, die uns helfen.

00:23:42: Natürlich hat man manchmal Menschen, die einem helfen, die man bezahlen muss, weil was aufgebaut werden muss und weil es nicht anders geht.

00:23:48: Das sind dann Leute, die muss man sich sozusagen kaufen. Ohne das geht es nicht. Das ist klar, dafür geben wir ein bisschen Geld aus. Aber wir brauchen durchaus auch, um zu wachsen, kann man ja durchaus auch mal sagen, die eine oder andere Spende, wo wir uns drüber freuen.

00:24:02: Also wir haben jetzt in Kloster Eberbach einen Raum, der ist ein bisschen runtergekommen, wo wir immer meditieren und da haben wir einen Vorschlag bekommen, wie man den verschönern könnte. Das hat wirklich Hand und Fuß und da ist auch eine Lärmdämmung mit drin, damit man vom Nebenraum nicht den Schall so hört, wenn da Veranstaltungen nebenan sind.

00:24:22: Und wenn uns Menschen da unterstützen können, freuen wir uns. Aber es ist alles keine Bedingung. Wir gehen gerne über Mitglieder. Mitgliedsbeitrag in der Academie ist 50 Euro im Jahr. Das tut keinem weh. Also für Privatpersonen, für Firmen sind es 300 Euro im Jahr.

00:24:39: Wir wollten, dass jeder, der mit diesem Anliegen ernst machen will, von Meditation, Besinnung, vielleicht auch von ethischer Führung und ähnlichen Dingen, dass da jeder, ob er nun ganz oben ist oder ganz unten, Mitglied werden kann.

00:24:57: Und wir freuen uns natürlich über Spenden. Das kann man vielleicht an dieser Stelle auch einfach mal sagen.

00:25:02: Und wir danken auch denen, die uns schon geholfen haben und den Mitgliedern, die uns stützen.

00:25:07: So ist es. Mein Lieber, ich danke dir und ich freue mich über diesen Impuls auch die kommende Woche weiter, ja, für mich weiterzudenken und mal darauf zu achten. Ich freue mich auf nächste Woche und dann wieder ein neues Gespräch mit dir.

00:25:23: Wunderbar und bis dahin.

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