Academie Kloster Eberbach: Impuls zum Wochenstart von Marcus M. Lübbering // 27.07.2026 // KW: 31 "Die dunklen Steine"
Shownotes
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Wer still wird, merkt schnell: Es meldet sich ausgerechnet das, was man gerade am wenigsten sehen möchte. Der ungeklärte Konflikt. Der Satz von gestern, der immer noch sitzt. Die Sache, die man seit Wochen vor sich herschiebt.
Dagegen anarbeiten — oder hinschauen? Eine Hörerin hat nach der letzten Folge genau das gefragt. Marcus M. Lübbering antwortet überraschend undogmatisch: Es gibt keine Regel. Jeder muss den eigenen Moment finden, an dem es Zeit wird, einen Gedanken wieder loszulassen.
Dazu ein Bild, das hängen bleibt. Am Löwentor von Mykene sind die Steine unter dem Durchgang ausgetreten — von Menschen, die über Jahrtausende hindurchgegangen sind. In beide Richtungen, hinein und hinaus. Aus Steinen lassen sich eben auch Tore bauen: offen für das, was kommt, und offen genug, um etwas gehen zu lassen.
Rund zwölf Minuten. Der Impuls schließt an die Folge über den Lebensbogen an — man versteht ihn aber auch ohne sie.
Kapitel
- 00:00 Begrüßung – der Wochenimpuls, montags um sechs
- 00:23 Rückblick: der Lebensbogen aus hellen und dunklen Steinen
- 00:50 Lebendige Steine werden – statt zu versteinern
- 01:17 „Steine können sogar rettendes Wasser hervorbringen“
- 01:47 Mose schlägt an den Felsen
- 02:27 Der Zweifel – und was er Mose kostet
- 03:05 Die Frage einer Hörerin: den dunklen Steinen nachgehen oder nicht?
- 03:46 Der Rat von John Main: sprich dein Mantra
- 04:30 Die Wüste als Bild für spirituelle Trockenzeiten
- 06:16 Das Löwentor von Mykene – aus Steinen Tore bauen
- 08:38 Den Steinen ihr Recht geben
- 09:42 Die Wochenchallenge: Welche dunklen Steine sind meine?
- 11:16 Termine der kommenden Wochen
Im Gespräch erwähnt
- Wasser aus dem Felsen – 2. Mose 17,1–7 (Massa und Meriba). Die Episode, in der Mose zweifelt und deshalb das gelobte Land nicht betreten darf, steht in 4. Mose 20,1–13.
- Die lebendigen Steine – 1. Petrus 2,4–5
- John Main OSB, Begründer der Weltgemeinschaft für Christliche Meditation (WCCM) – von ihm stammt der Grundsatz „Sprich dein Mantra“.
- Maranatha – aramäisch „Komm, Herr“. Das Wort, zu dem wir in der Stille zurückkehren.
- Das Löwentor von Mykene – die Spuren im Torstein, die Menschen über Jahrtausende hinterlassen haben.
- Die vorige Folge: Der Lebensbogen – sieben helle und sieben dunkle Steine. Alle Impulse im Wortlaut finden Sie im Archiv der wöchentlichen Impulse.
Termine
- Dienstags, 17:00 Uhr – Schweige-Meditation Wiesbaden, Therapie Kompetenzzentrum Weiten, Marktplatz 13, 4. Stock. Einlass ab 16:45 Uhr, ohne Anmeldung.
- Mittwochs, 18:30 Uhr – Schweige-Meditation im Kloster Eberbach. Kostenlos und ohne Anmeldung.
- Donnerstags, 18:30 Uhr – Online-Meditation. Zugangslink über den Veranstaltungskalender.
- Samstag, 22. August 2026, 10:00–17:00 Uhr – „Beten mit den Füßen“ – eine spirituelle Pilgerwanderung zum Kloster Eberbach. Rund 6 km von der Bubenhäuser Höhe über Kiedrich zum Kloster, mit Klosterführung und Abschluss-Meditation.
- Alle Termine im Veranstaltungskalender sowie im Jahresprogramm 2026 (PDF).
Über den Wochenimpuls
Der Wochenimpuls erscheint jeden Montag ab 6 Uhr. Marcus M. Lübbering ist Vorsitzender der Academie Kloster Eberbach – Werte in Wirtschaft und Gesellschaft e.V. und schreibt seit Mai 2017 wöchentliche Meditationsimpulse. Durch die Folge führt Sebastian Labonte.
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Schreiben Sie uns, welche dunklen Steine Ihnen in dieser Woche begegnet sind. Die Zuschriften von Hörerinnen und Lesern sind es, aus denen diese Impulse weiterwachsen.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Herzlich willkommen, liebe Zuhörer!
00:00:01: Es ist wieder soweit.
00:00:03: Montag pünktlich um sechs kommt der Wochenimpuls der Akademie Klos-Deheberbach von niemand Geringeren als von dir lieber Markus.
00:00:12: Was gibt es denn diese Woche?
00:00:14: Letzte Woche hatten wir den Lebensbogen, den du ausgeführt hast.
00:00:19: was erwartet uns denn heute?
00:00:23: Der Lebensboden ist auch wieder heute so gesehen das Thema der Lebensbogen, der sich zusammensetzt aus dunklen und hellen Steinen.
00:00:33: Und es ist ja unsere Aufgabe mit diesem Stein umzugehen.
00:00:37: Da haben wir letztes Mal von besprochen das es Dunkle und dass es helle Steine gibt und dass für die Dunklen genauso brauchen, um im Bogen zu halten wie die Hellen.
00:00:47: Das ist die Erkenntnis der letzten Woche.
00:00:51: Diese Woche möchte ich darüber reden dass wir lebendige Steine werden sollen.
00:00:57: Also, dass wir selber leben sollen und dass die Steine oder das wir nicht versteinern sollen.
00:01:05: Paulus sagt, der Apostel, wir sollen zu lebendigen Steinen werden.
00:01:10: im ersten Petrusbrief ist das beschrieben.
00:01:13: Und wir müssen uns fragen was können wir dazu beitragen?
00:01:17: Da gibt es eine interessante biblische Geschichte Und daraus wissen wir, dass Steine sogar rettendes Wasser hervorbringen können.
00:01:26: Jedenfalls um das mal sozusagen wenn ein Mose mit seinem Stab mit einer gewissen Bestimmtheit darauf schlägt und diesen Stab zum Einsatz bringt er hat ja vorher schon das Wasser weichen lassen Mit dem Stab von Aron als er auf das Wasser im Roten Meer geschlagen hat ist es zur Seite gegangen In der Geschichte, im zweiten Moses-Buch schlägte er auf den Stein und es tritt Wasser hervor.
00:01:56: Wir wissen nun nicht was das für ein Stein war in dieser Wüste aber es war jedenfalls eher so ein toter Stein denn dem Volk Israel, dem Volkt Gottes, dass durch die Wüsten geführt worden war, das war ja ohnehin müde und alles war immer ein Ärgernis.
00:02:13: Sie wollten ja schon Mose beseitigen bzw.
00:02:17: Sie haben gemohrt gegen ihn, dass Mose sich gegenüber seinem Gott beschwert hat.
00:02:21: Das ist eben ein undankbares Volk!
00:02:25: Und Mose hat selber auch Zweifel.
00:02:28: Er sagt bevor er auf diesen Stein haut können wir euch wohl aus diesem Felsen Wasser fließen lassen.
00:02:34: Deswegen aufgrund dieses Zweifels durfte er das gelobte Land später nicht betreten nur sehen.
00:02:40: Also das ist eine Geschichte, dass es dazu kommen kann.
00:02:45: Dass man durch Bestimmtheit eben auch aus dürren Situationen Wasser lebendiges Wasser fließen lassen kann.
00:02:54: und so müssen wir uns fragen was können wir heute tun wenn wir uns gerade beim Meditieren in diesen dunklen Phasen befinden indem diese dunklen Steine uns ablenken oder ein Ärgernis werden?
00:03:06: Und eine Leserin des Textes der letzten Woche bzw.
00:03:11: Höhren des Podcasts, die stellte die Frage ob wir uns nicht in der Stille zu wenig mit den dunklen Steinen beschäftigen wenn sie uns bei der Meditation ja sonst eben auch stören, wenn wir es nicht tun.
00:03:23: also Sie sind ja da und kommen immer wieder Gedanken dazu manchmal dunkel, manchmal hell.
00:03:28: aber vor allem die Dunklen beeinträchtigen uns auf dem Weg durch die Stille.
00:03:33: Und sie sagte, Sie geht lieber darauf ein auf diese dunklen Gedanken und schweren Brocken in Anführungszeichen in unserer inneren Architektur anstatt sofort zur Mantra zurückzukehren.
00:03:48: Wir kennen den Rat von John Mayn dem begründernde Weltgemeinschaft für christliche Meditation.
00:03:54: Wer hat allen den Rat gegeben, sie sollen an dem Grundsatz festhalten die sich auf den Weg zur Meditation machen spricht ein Mantra.
00:04:04: also kehre immer wieder zurück zu dem Mantra.
00:04:07: das ist nur nichts Zwanghaftes.
00:04:09: aber wir müssen uns fragen dann wann und unter welchen Umständen entspringen aus all den Anfechtungen ein neuer Quell?
00:04:20: und wahrscheinlich nicht, wenn wir diesen Gedanken zu sehr nachgeben.
00:04:23: Dann wird es immer trockener.
00:04:25: Wir können uns in Spiralen hineindenken in Dinge vielleicht sogar dass es schlimmer wird.
00:04:31: Und wir haben ja eben gehört auch das Volk Gottes musste die Trockenheit und Eintönigkeit der Wüste erst lange erfahren bevor wieder fruchtbares Wasser aus den Felsen kamen.
00:04:42: Selbst wenn wir jetzt so halten wollen wie Mose, der mitbestimmt hat auf den felsen zugegangen ist getan hat, was sie geboten hatte.
00:04:50: So werden sich in der Stille der Meditation doch immer wieder Gedanken melden.
00:04:53: also wir müssen damit rechnen und das ist völlig normal.
00:04:57: auch bei Mose war es so.
00:04:58: seine ganze Geschichte ist voll von Zweifeln und Widerständen wenn man die lesen.
00:05:03: aber er nimmt den ich sage jetzt unangenehmen Stein oder Felsen zur Kenntnis.
00:05:10: das müssen wir auch tun.
00:05:11: wir müssen sehen da ist etwas Und dann schlägt er sogar mit Bestimmtheit zu und lässt so das Wasser fließen.
00:05:18: Das ist so etwas wie das Mantra in unserem Herzen, was auch fließt in einem immerwährenden Strom.
00:05:25: Deshalb ist es durchaus wichtig an den Punkt zu kommen, an dem wir zurückkehren zum Fahrt des Mantras.
00:05:33: Und wann das ist?
00:05:34: Da haben wir alle wahrscheinlich unterschiedliche Erfahrungen und Vorstellungen Da gibt es nichts Dogmatisches und sagen, du musst sofort wieder zurückkommen zum Mantra.
00:05:45: Du lass die Gedanken sein, die können wir manchmal eben nicht abstellen sondern es muss jeder selbst erkennen erfahren was ihm da gut tut.
00:05:55: vielleicht beschäftige ich mich kurz mit einem Gedanken aber ich muss ihn dann doch wieder loslassen.
00:06:01: das muss die Intention sein dass ich mich von meinem Herzen leiten lasse mit der Grundausrichtung.
00:06:07: Ich will zur Quelle des fließenden Wassers aus dem Mantra kommen und ich will vielleicht auch einen zweiten Aspekt nennen, es schritt mir zu den Steinen eine Weitere Leserin das man mit den Stein ja auch Tore bauen kann.
00:06:25: Interessanterweise bezog sie sich dabei auf das Löwenturm von Mykäne.
00:06:30: In Thierunz und Mykänen sind ja bekannte griechische Städten der Verehrung, der Götterverehrung Und ich habe selber an diesem Tor in Mykæne gestanden vor über fünfzig Jahren Auf einer Klassenfahrt und ich erinnere mich noch genau daran wie dieses Tor aussah.
00:06:52: Und ich erinnere mich vor allem noch daran, dass in den Steinen unter dem Tor die Spuren waren.
00:07:01: Die unzählige Menschen im Laufe der Jahrhunderte ja eigentlich Jahrtausende beim Gang durch das Tor in diesen gewaltigen Wegsteinen hinterlassen haben – in beide Richtungen also raus und rein!
00:07:16: Das ist glaube ich wichtig, dass wir auch sagen Wir müssen aus den Steine versuchen Tore zu bauen die offen sind für das, was kommt.
00:07:25: Aber auch offen sind dass wir Dinge loslassen können.
00:07:29: Wir müssen diese Tore öffnen Für das was an Gedanken uns im still werden stört.
00:07:38: Zumindest müssen wir diese Toren offen halten und bereit sein auch das Los zu lassen.
00:07:43: Das ist glaube ich ganz wichtig.
00:07:45: Sonst werden die Wasser nicht fließen Und wenn wir dann auf diesen trockenen Steinen oder dieses trockene Stein zur Kenntnis nehmen, wahrnehmen und sagen ja es ist etwas was mich beeinträchtigt dann können wir es vielleicht auch leichter loslassen.
00:08:00: Und das Wasser fließen lassen was letztlich glaube ich durch den Rhythmus des Mantra durch das zurückkommen in die Einfachheit des einen Wortes was wir in der Stille immer wieder weiter sprechen was wir dann fließen lassen, wo wir erfahren dass dort segnende Wasser sich ergießen und das dann dadurch die störenden Brocken oder die festen und dunklen Steine etwas weniger zur Geltung kommen.
00:08:29: Das ist eine Sache der Übung und dazu möchte ich alle ermuntern einfach an dem Mantra festzuhalten möglichst den Steinen auch ihr Recht zu geben dürfen da sein Wir brauchen sie für unseren Lebensbogen Aber wir müssen letztlich doch sagen, wir suchen vor allem die Stille.
00:08:48: Die Einfachheit des Mantas und nicht die Kompliziertheit unserer Gedanken.
00:08:53: Ich hoffe dass das eine kleine... Hilfe ist für die, die in der Meditation schon mal diese störenden Gedanken bekommen und sagen wie werde ich die los?
00:09:03: Nein auch da müssen wir uns ganz gelassen mit uns umgehen.
00:09:06: Und sagen eine Zeit lang kann ich mich dadurch ausmit beschäftigen aber ich muss den Zeitpunkt finden an dem ich wieder zurück gehe in die Einfachheit des Mantra.
00:09:16: Ich glaube das ist ein Weg den wir versuchen können und der viel Segen bringt.
00:09:21: Das ist meine Anregung für diese Woche und ich wünsche allen, die meditieren eine möglichst dunkelsteinfreie Zeit um das mal so zu sagen.
00:09:31: Und eine mögliche gute Zeit mit dem Mantra ohne Störungen von den dunklen Gedanken.
00:09:38: Maranatha, komm her!
00:09:40: Das ist unser Mantra und da sollten wir ihn zurückkehren
00:09:43: Wunderbar, vielen Dank lieber Markus für den dieswürfigen Impuls.
00:09:46: Vielleicht eine kleine Wochen-Challenge.
00:09:49: aus diesem heraus können wir vielleicht die ganze Woche mitnehmen?
00:09:54: Jeder einzelne Hörer, jeder einzelne Leserin.
00:09:57: achten wir doch einfach mal in der kommenden Woche darauf sich darauf zu besinnen was sind denn unsere dunklen Steine?
00:10:04: denn?
00:10:04: ich glaube erst wenn man sich dieser bewusst ist kann man auch wirklich mit jeder einzelnen Entscheidung sich für die, ich sag mal dunklere Seite oder auch die gute Seite entscheiden.
00:10:14: ist jetzt sehr dramatisch ausgedrückt aber ich glaube und hoffe einen jeder kann damit was anfangen.
00:10:20: Ja, ich bin absolut der Meinung, dass wir das so halten können.
00:10:24: Dass wir das eine Pflicht haben, es zu tun wenn wir verantwortungsvoll vor uns selber leben.
00:10:30: Das wir erst mal die dunklen und hellen Steine erkennen.
00:10:33: aber wie gesagt Die Zeit der Meditation ist nicht die Zeit des Nachdenkens das ist die Zeit das Mantra.
00:10:39: Aber dann sind wir glaube ich klar und offener uns mit den dunklen Und hell eigenen Seiten zu beschäftigen und sehen dann auch wahrscheinlich schneller was zu tun ist um den einen oder anderen Stein zu polieren, oder ein bisschen umzumodeln.
00:10:57: Ich glaube schon dass wir aus der Stille die wesentlichen Erkenntnisse oder wesentliche Erkenntnisse ziehen können.
00:11:05: Wunderbar besser hätte man es jetzt nicht ausdrucken können!
00:11:07: Lieber Markus vielen Dank und ich freue mich dich nächste Woche wieder zu hören.
00:11:13: das letzte Wort gehört wie immer dir.
00:11:16: Ja, ich wollte hinweisen auf die Veranstaltungen, die wir im Laufe der nächsten Wochen haben.
00:11:23: Wir werden Anfang August eine Die Lebensakademie mit Frau Dr.
00:11:28: Veronica Hübner haben.
00:11:30: Da geben wir nächste Woche noch das Datum bekannt.
00:11:33: Ich glaube es ist der sechste August und wir haben dann im weiteren Verlauf des Augustes noch das Beten mit den Füßen in Grunde eine gemeinsame Pilgerwanderung zum Kloster Eberbach hin.
00:11:46: Und wir haben ja auch in den Ferien weiter immer unsere Meditationsangebote, die öffentlichen im Kloster-Eberbach Mittwochs, achtzehn Uhr, dreißig.
00:11:56: Onlinemeditation Donnerstags, achtzig Uhr, dreizig über unserer Homepage zugänglich und auch eine real existierende Meditation im Kompetenz-Therapiezentrum Weiten Dienstags um siebzehn Uhr in Wiesbaden, mitten in Wiestbaden Marktplatz dreizehn.
00:12:17: Herzlich willkommen allen und ansonsten gute Zeit für die Zeiten wenn Sie dann in Ihre eigene Stille gehen Wenn Sie es für sich machen.
00:12:28: das ist glaube ich wichtig dass wir's auch aufrecht erhalten auch wenn wir allein sind.
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