Wochenimpuls "Brücken bauen..." von Marcus M. Lübbering 03.-09.08.2026

Shownotes

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Manche Gedanken fahren einfach mit. Man will bei der Sache sein, und im Kopf läuft die ungeklärte Angelegenheit von gestern weiter.

Marcus M. Lübbering greift dafür ein Bild von Laurence Freeman auf: Stillwerden ist wie Autobahnfahren. Mal fließt der Verkehr, mal steht man im Stau, mal zieht es sich wie eine Ziehharmonika. Und störende Gedanken sind Mitfahrer — man kann nicht überall abfahren, aber es gibt Ausfahrten. Setz sie an der nächsten ab und sag ihnen: später habe ich Zeit für dich.

Daraus wird eine Folge über etwas, das weit über die Meditation hinausreicht. Über den Punkt in einem hitzigen Gespräch, an dem man noch gesichtswahrend auseinandergehen kann. Über Präsenz — ganz da sein, damit das Gegenüber die Erfahrung macht, verstanden zu sein und nicht allein. Und über die Beobachtung, dass wir anderen leichter begegnen, wenn wir unsere eigenen Schwächen kennen: dann werden aus Hindernissen Brücken, und man steht sich von gleich zu gleich gegenüber.

Der Titel kommt von einem Lied, das Marcus im Kopf hatte — und das an diesem Montag ziemlich gut passt.

Rund elf Minuten. Der Impuls knüpft an die Folge über die dunklen Steine an, funktioniert aber auch für sich.

Kapitel

  • 00:00  Begrüßung – der Wochenimpuls, montags ab 6 Uhr
  • 00:31  Aus Steinen lassen sich auch Brücken bauen
  • 00:37  „Über sieben Brücken musst du gehn“ – das Lied von Karat
  • 01:00  Rückblick: Was tun mit störenden Gedanken?
  • 01:47  Das Bild von Laurence Freeman: Stillwerden ist wie Autobahnfahren
  • 02:34  Störende Mitfahrer an der nächsten Ausfahrt absetzen
  • 02:52  Der Punkt, an dem man noch gesichtswahrend auseinandergeht
  • 03:57  Warum wir Abstand brauchen – von anderen und von uns selbst
  • 04:18  Präsenz: ganz da sein und wirklich zuhören
  • 05:07  Wenn die eigenen dunklen Steine keine Hindernisse mehr sind
  • 05:51  Durchhaltevermögen – über manche Hindernisse hinweg
  • 06:48  Maranatha: das Wort, zu dem wir zurückkehren
  • 07:30  Die Wochenaufgabe: zwei Brücken bauen
  • 08:30  Beten mit den Füßen – die Pilgerwanderung am 22. August
  • 10:18  Neu: die LebensAkademie ab 10. August

Im Gespräch erwähnt

  • „Über sieben Brücken musst du gehn“ – 1978 von der DDR-Rockband Karat veröffentlicht, komponiert von Ed Swillms, Text von Helmut Richter. Ursprünglich Musik für einen Fernsehfilm; die Version von Peter Maffay machte das Lied 1980 auch im Westen bekannt. Marcus’ Erinnerung an das Jahr stimmt.
  • Laurence Freeman OSB, Leiter der Weltgemeinschaft für Christliche Meditation (WCCM) – von ihm stammt das Bild von der Autobahn.
  • Maranatha – aramäisch „Komm, Herr“. Das Wort, zu dem in der Stille zurückgekehrt wird.
  • Die vorige Folge: „Dunkle Steine“ – über die Frage, wie lange man einen störenden Gedanken anschauen darf. Alle Impulse im Wortlaut stehen im Archiv der wöchentlichen Impulse.

Die Wochenaufgabe

Bauen Sie in dieser Woche zwei Brücken. Eine zu einem Menschen, den Sie gern mögen — das ist die leichte. Und eine zu einem Thema oder einer Person, das eher auf der dunklen Seite liegt. Wer mag, fängt mit der zweiten an. Erzählen Sie uns davon: info@kloster-academie.de

Termine

  • Samstag, 22. August 2026, 10:00–17:00 Uhr„Beten mit den Füßen“ – eine spirituelle Pilgerwanderung zum Kloster Eberbach. Start an der Bubenhäuser Höhe, rund 6 km über Kiedrich, sechs bis sieben Stationen mit gelesenen Texten, Schweigestrecken und Gesprächen zu zweit. Im Kloster Meditation und Klosterführung, Ausklang bei Kaffee. Bitte vorher anmelden, damit das Frühstück am Startpunkt geplant werden kann.
  • Ab Montag, 10. August 2026, 17:00 UhrLebensAkademie, neu und fünfteilig, jeweils am zweiten Montag im Monat, eine Stunde. Es geht um die Frage, was sich aus Glaubenserfahrung — und aus dem, was wir an Nichtglauben in uns tragen — ins eigene Leben übertragen lässt.
  • Dienstags, 17:00 Uhr – Schweige-Meditation Wiesbaden, Therapie Kompetenzzentrum Weiten, Marktplatz 13, 4. Stock. Einlass ab 16:45 Uhr, ohne Anmeldung.
  • Mittwochs, 18:30 Uhr – Schweige-Meditation im Kloster Eberbach, kostenlos und ohne Anmeldung.
  • Donnerstags, 18:30 Uhr – Online-Meditation, Zugang über den Veranstaltungskalender.
  • Alle Termine im Veranstaltungskalender und im Jahresprogramm 2026 (PDF). Anfahrt zum Kloster Eberbach (PDF)

Über den Wochenimpuls

Der Wochenimpuls erscheint jeden Montag ab 6 Uhr. Marcus M. Lübbering ist Gründer und Vorsitzender der Academie Kloster Eberbach – Werte in Wirtschaft und Gesellschaft e.V. Durch die Folge führt Sebastian Labonte.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Herzlich willkommen, liebe Zuhörer!

00:00:01: Es ist wieder Zeit.

00:00:02: Montag ab sechs Uhr veröffentlichen wir gemeinsam mit unserem Gründer und Vorsitzenden der Akademie Kloster Eberbach nämlich dir lieber Markus den Wochenimpuls.

00:00:14: Letzte Woche, vergangene Woche hatten wir das Thema dunkle Steine und sich der dunklen Seiten und der dunkten Steine vielleicht mehr bewusst werden.

00:00:24: Mit welchem Impuls möchtest du uns für diese Woche mitgeben?

00:00:31: Dieses Mal geht es darum, dass wir aus Steinen auch Brücken bauen können.

00:00:37: Also ich hatte so ein bisschen im Kopf dieses Lied über sieben Brücken und musst du gehen.

00:00:43: von dieser ostdeutschen Band Karat ist die glaube ich, neunzehntachtundsebzig das erste mal besungen worden diese Brückenvielfalt.

00:00:52: Ich wollte im Grunde fragen, über welche Brücken muss ich gehen?

00:00:57: Aus welchen Steinen bestehen wir denn

00:00:59: vielleicht?".

00:01:00: Aber ich darf vielleicht noch mal zurückkommen auf die Frage der letzten Woche als es darum ging wie wir mit unangenehm störenden Gedanken, die uns bei der Meditation immer wieder in den Sinn kommen und nicht aufführen wollen, wie wir damit umgehen.

00:01:16: Die Antwort war, diese Gedanken bewusst wahrnehmen anschauen, anerkennen dass sie da sind und dann wieder zum Mantra zurückkehren.

00:01:29: Wir sollten das nicht zu lange tun uns damit aufhalten aber wir sollten uns fragen wie lange müssen wir die anschauen?

00:01:37: Und die Antwort lautete nur wir selbst können den Punkt erspüren wann die Rückkehr zum und die volle Konzentration auf das Mantra wieder möglich ist.

00:01:47: Nun möchte ich auf ein Bild eingehen, dass Lawrence Freeman der Leiter der Weltgemeinschaft für Christliche Meditation einmal geprägt hat.

00:01:57: Er hat gesagt, Meditation ist wie das Fahren auf einer Autobahn.

00:02:02: Der Verkehr fließt manchmal sehr, manchmal geht es glatt, manchmal kommen wir gut voran, manchmal gibt es Stau.

00:02:09: Wie gesagt mal schneller, mal langsamer.

00:02:12: Wir kennen das bei vielen Verkehren dann ist das wie so eine Zierharmonik.

00:02:16: Und ich möchte hier einen weiteren Vergleich mit diesem Bild anstellen, weil es ist tatsächlich so dieser Vergleich mit der Autobahn sehr passend.

00:02:27: Es ist eben im Leben wie in der Meditation manchmal leichter, manchmal weniger leicht.

00:02:34: und um in diesem Bild zu bleiben wir können nicht überall von der Autobahnen abfahren Aber es gibt Ausfahrten und wenn störende Gedanken kommen, störande Mitfahrer so sollten wir versuchen diese möglichst bei der nächsten Ausfahrt abzusetzen.

00:02:53: Vielleicht gelingt es uns erst bei der übernächsten aber wir sollten es liebevoll auf uns selbstblickend zumindest versuchen.

00:03:02: Es gibt in allen gerade in kontroversen Gesprächen auch so einen Punkt an dem man noch gesichtswahnt auseinander gehen Und mit diesen negativen Gedanken ist das eben auch so.

00:03:15: Ich kann mich von Ihnen auffressen lassen oder ich kann einen Punkt finden, wo ich sage jetzt ist gut!

00:03:20: Ich gehe zurück zu Mantra und das können wir übernehmen von persönlichen Gesprächen.

00:03:26: Da ist es ebenso.

00:03:27: Wir wissen genau, wo ein Punkt ist, wo wir uns in die Haare kriegen oder wo wir gesichtswahrend sagen können bis hier und nicht weiter sonst gibt es Streit und die Lage eskaliert zu sehr.

00:03:40: Unser Gegenüber wird das verstehen, wenn wir später wie jedenfalls wieder Zeit für ihn haben?

00:03:45: Wir brauchen mal Pausen!

00:03:48: Und so können wir auch gedanklichen Störenfrieden sagen dass wir nach der Meditation wieder Luft für sie haben und bis dahin sehen wir die Dinge dann vielleicht auch wieder ganz anders.

00:03:57: also wir brauchen diesen Abstand von Mitmenschen von unseren eigenen Gedanken auch von uns selbst und deswegen gehen wir in die Stille der Meditation.

00:04:07: Und dieser Vergleich der Meditation mit einer persönlichen Begegnung, der gefällt mir auch deshalb weil wir in einem solchen Gespräch eben ganz präsent sein sollten.

00:04:18: In der Meditation lernen wir ganz da zu sein für uns selbst, ganz für das was in aller Offenheit passiert und was wir wahrnehmen.

00:04:28: Das ist Präsenz!

00:04:30: Sie wird uns helfen auch dann anderen besser zuzuhören sie mehr zu verstehen weniger wir abgelenkt von unseren eigenen Vorstellungen und Gedanken sind, um so stärker die Erfahrung zu senken dass sie verstanden und nicht allein sind.

00:04:47: Das ist ganz wichtig!

00:04:49: Und vielleicht gehen wir dann auch auf unsere Störenfriede wie wir bis zur nächsten Ausfahrt im Auto hatten – ganz anders wieder ein wenn wir einen gewissen Abstand dazu hatten.

00:05:00: Es liegt nahe das die Meditation insofern eine Hilfe ist wenn wir Brücken zu anderen Menschen bauen wollen.

00:05:08: und zurück zu den dunklen und hellen Steinen, aus denen auch Brücken gebaut werden.

00:05:13: Je mehr wir unsere dunklen Steine kennen uns aber, wenn es darauf ankommt nicht mit ihnen aufhalten umso schneller finden wir auch Zugang zu den Anderen.

00:05:25: das heißt diese Steine sind keine Hindernisse mehr auf dem Weg zum anderen, sondern wir erkennen in unseren eigenen Fehlern auch Fehler der Anderen.

00:05:38: Können Sie besser akzeptieren und fühlen uns von gleich zu gleich?

00:05:42: Das ist eine ganz wichtige Voraussetzung für ein offenes Gutes Miteinander – ein offener gutes Gespräch und für gegenseitiges Verständnis!

00:05:52: Wir müssen vielleicht eben dann nicht über sieben Brücken gehen wie wir das aus dem Lied kennen aber wie in dem Lied besungen über manche Hindernisse im Weg Durchhaltevermögen.

00:06:03: Das kommt in diesem Lied, glaube ich auch zum Ausdruck wenn ich es richtig erinnerung habe.

00:06:07: wir brauchen durchhalte Vermögen Wenn wir auf den weg unser Ziel erreichen wollen.

00:06:12: Umwege gibt's ganz klar und es gibt auch Wie gesagt trittbrettfahrer die länger als eine ausfahrt lang oder bis zur nächsten Auslandausfahrt bei uns sind.

00:06:23: umwege leeren uns manches für den eigentlichen Weg aber der stillen Brücke zu unserem Waren selbst zum Nächsten, letztlich auch zu Gott sollten wir nicht allzu sehr uns ablenken lassen.

00:06:38: Wir sollten um das Dunkle wissen und uns aber nicht unnötig daran aufhalten und den bewährten Pfad des Mantra immer wieder neu aufnehmen.

00:06:48: Darum geht es!

00:06:49: Und so wollen wir in dieser Woche wieder zurückkehren bei unseren Meditationen, ob in der Gruppe oder für uns selber mit dem Pfad des Mantra, mit dem Maranatha, mit den Wortkommen her.

00:07:04: Mit diesem Zeichen von Offenheit.

00:07:06: So kann ich nur alle Einladen ist zu versuchen und versuche eben Störenfriede an Ausfahrten mal rauszulassen und zu sagen später habe ich Zeit für dich dann bin ich in einer anderen Verfassung Und dann hab' ich vielleicht auch andere Konditionen um auf Meine Mitmenschen einzugehen und auf das was mir sonst passiert.

00:07:28: Viel Glück dabei!

00:07:30: Vielen Dank Markus.

00:07:32: an der Stelle wieder,

00:07:34: ich

00:07:35: würde unsere Hörer gerne mit ihr gemeinsam wieder zu einer kleinen Wochenaufgabe einladen vielleicht diese Woche selber nicht über sieben Brücken zu gehen, aber vielleicht zumindest über zwei zu gehen oder zumindest mehr ernsthaft nachzudenken.

00:07:50: Vielleicht einem aus der eine Brücke zu bauen aus dem Bereich der weißen Steine um da bei dem Bildnis zu bleiben?

00:07:56: Also einen Menschen, den man gerne mag und vielleicht auch als zweites.

00:08:00: oder vielleicht will man sich challenge'n dann macht man das zuerst.

00:08:03: Auch eine Brücke zu bauen zu einem Thema oder zu einer Person dass es jemand selbst überlassen was vielleicht eher auf der dunklen Seite beheimatet ist.

00:08:12: Sie können uns gerne dran teilhaben lassen, wir können hier auch gerne mal drüber reden.

00:08:19: Aber die Einladung ist hiermit ausgesprochen und lieber Markus zum Ende hast du immer das letzte Wort.

00:08:25: ich würde dir aber gerne vielleicht eine Richtung vorgeben denn das liegt mir persönlich sehr am Herzen.

00:08:30: dass beten mit den Füßen was steckt denn dahinter?

00:08:34: Und was erwartet unsere Zuhörer und auch die Leserinnen?

00:08:38: Ja, wir haben da so einen Pilgergang zum Großer Eberbach von der Bogenhäuser Höhe am schweigendzwanzigsten August.

00:08:45: Es geht vormittags los und wie finden die Einzelheiten auf unserer Homepage?

00:08:50: Wir gehen dort mit einem Zahlen spazieren über den wir uns unterhalten also gehen wir erstmal hören.

00:08:56: Der wird von etappe zu etappe vorgelesen.

00:09:00: Manchmal schweigen wir über die Passagen, die wir gehört haben Manchmal geben wir zwei und zwei.

00:09:05: Manchmal halten wir inne, um tauschen uns darüber aus.

00:09:10: Und das sind so sechs, sieben Stationen wie wir das Kloster Eberbach ansteuern.

00:09:15: Im Kloster-Eberbach ist meistens eine kleine Zusammenführung.

00:09:20: Eine kleine Gedenkminute oder auch Meditation.

00:09:26: Wir können uns dort auch ein bisschen umschauen und umhören Und dann endet das Ganze mit einem Kaffee trinken, in einem Café ganz in der Nähe.

00:09:36: Es ist ein geselliges Miteinander beten und schweigen und gehen.

00:09:42: Das ist einen Tag, der uns vielleicht mal auf andere Gedanken bringt.

00:09:47: Alle sind herzlich eingeladen!

00:09:48: Die Einzelheiten findet man auf unserer Homepage den Treffpunkt.

00:09:52: Möglichst bitte anmelden vorher damit wir auch noch was Grundstück am Ausgangspunkt zu uns nehmen Entsprechend vorbereiten können.

00:10:00: Also es sind alle herzlich eingeladen, da die Akademie mal ein bisschen zu lernen.

00:10:06: Alle wichtigen Informationen findet man auch in den Show Notes das heißt unter dem Podcast im Text mit Link und Anmeldung und allem was man dazu braucht um sich mit einem Klick dort anzumelden oder zumindest informieren.

00:10:19: ganz genau wir haben noch am zehnten achten diese Lebensakademie jetzt ganz neu eingeführt.

00:10:24: Das ist eine fünfteilige Serie.

00:10:27: Sie startet am zehnten Achten, es geht um die Frage was wir aus unserer glaubensmäßigen Erfahrung in das Leben übertragen können bzw wie der Glaube und etwas was wir vielleicht auch an Nicht-Glauben in uns haben wie es unser Leben geprägt hat.

00:10:49: Unser Leben prägt, unsere Wahrnehmung besteht.

00:10:52: Es ist ein Tag bei einer Stunde jeweils zum Reflektieren immer am zweiten Montag im Monat.

00:11:00: start am zehnten achten um siebzehn Uhr.

00:11:04: Vielen lieben Dank Markus auch für diese Woche und ich freue mich wie immer auf die kommende Woche wieder auf unser Gespräch.

00:11:12: vielen herzlichen dank und ich freu mich bis dann.

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